Sport

In Topform bei den ATP Finals Zverev spielt sich in seinen Sieges-Rhythmus

imago44562972h.jpg

In London bei den ATP Finals mal wieder in Topform: die Deutsche Nummer eins im Tennis, Alexander Zverev.

(Foto: imago images/Action Plus)

Deutschlands bester Tennisspieler Alexander Zverev legt bei den ATP Finals in London gegen Rafael Nadal einen Auftakt nach Maß hin. Zurück am Ort seines größten Triumphes scheint er nach einem komplizierten Jahr erneut zur Bestform aufzulaufen. Aber es warten noch hohe Hürden.

Alexander Zverev war bester Laune. Nach seinem beeindruckenden Premierensieg gegen Rafael Nadal wirkte der 22-Jährige regelrecht beschwingt. Sein perfekter Start in die Mission Titelverteidigung bei den ATP Finals in London war dabei nicht einmal ausschlaggebend. "Ich bin einfach glücklich, auch außerhalb des Platzes", erklärte der 22-Jährige bei Sky: "Es kann so einfach sein."

Einfach hatte es tatsächlich ausgesehen, wie Zverev den 19-maligen Grand-Slam-Sieger in nicht einmal eineinhalb Stunden auseinandernahm. 6:2, 6:4 siegte der Deutsche und feierte damit im sechsten Duell mit dem Spanier seinen ersten Sieg. "Das war schon ein kleines Highlight von diesem Jahr", meinte er anschließend: "Aber ich hoffe, ich habe noch ein paar weitere vor mir." Am besten direkt am Mittwoch (21 Uhr/Sky) gegen den Griechen Stefanos Tsitsipas, der zum Auftakt Russlands Überflieger Daniil Medwedew klar geschlagen hatte. Leichter werden die Aufgaben nicht für Zverev und genau das ist der Reiz dieses Wettstreits der acht Saisonbesten.

"Ich bin immer ein Rhythmus-Spieler"

*Datenschutz

Der Gala-Auftritt gegen Nadal bringt den Weltranglistensiebten jedoch zumindest in eine gute Ausgangsposition im Kampf um die zwei Tickets fürs Halbfinale. Vor allem mit seinem Service hatte Zverev die Partie von Beginn an dominiert. Elf Asse glückten ihm, bei nur zwei Doppelfehlern, dazu machte er starke 88 Prozent der Punkte nach erfolgreichem ersten Aufschlag. Garniert mit einigen spektakulären Vorhandschlägen und einer beeindruckenden Effizienz bei den sich bietenden Breakchancen ergab dies eine seiner besten Leistungen im bislang so durchwachsenen Jahr 2019.

"Ich bin immer ein Rhythmus-Spieler", analysierte der gebürtige Hamburger selbst: "Wenn ich den Rhythmus habe, kann ich bei jedem Gegner mithalten, kann ich jeden überpowern." In London gelingt ihm dies offenbar besonders gut. "Wenn ich dieses aggressive Tennis spiele, habe ich jetzt alle großen Drei auf diesem Court geschlagen", meinte Zverev, der im Vorjahr an gleicher Stelle Roger Federer und Novak Djokovic bezwungen hatte. Einer dieser beiden Brocken könnte dieses Jahr im Halbfinale auf Zverev warten.

2019 - ein Jahr mit Komplikationen

Dass er sich in der imposanten O2-Arena in London wohlfühlt, ist kaum zu übersehen. Schon im Vorjahr lief er dort nach einem keineswegs überragenden Jahr zur Bestform auf und holte den bislang größten Titel seiner Karriere. Auch 2019 verlief alles andere als reibungslos für die deutsche Nummer eins. Er erreichte lediglich in drei der neun Masters-1000-Turniere die Runde der letzten Acht, gewann nur einen Titel in Genf. Ein Erfolg bei einem Grand-Slam-Turnier schien nach dem letztjährigen Finals-Triumph möglich, doch Zverev konnte die hohen Erwartungen nicht erfüllen. Der große Durchbruch lässt damit weiter auf sich warten. Zusätzlich hatte der Tennisprofi mit einem Dauerstreit mit seinem früheren Manager Patricio Apey zu kämpfen, trennte sich von seinem Coach Ivan Lendl und ist seit Monaten trainerlos unterwegs.

Nun wiederholte sich das London-Rhythmus-Phänomen zumindest im Auftaktmatch. "Es ist definitiv ein Court, den ich liebe und der das Beste aus mir herausholt", sagte Zverev. Das Beste wird Zverev auch gegen Tsitsipas wohl wieder zeigen müssen, den er zu den "derzeit besten Spielern der Welt" zählt. Schon zweimal hat er in dieser Saison gegen den ein Jahr jüngeren Griechen verloren. Den Rang als größte Sensation in der nachfolgenden Topspieler-Generation hat ihm Tsitsipas inzwischen abgelaufen. Aber wehe, wenn Zverev seinen Rhythmus findet.

Quelle: n-tv.de, dbe/sid