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Jetzt geht's gegen Federer Zverev steht im Halbfinale der Tennis-WM

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Starkes Spiel von Alexander Zverev, der damit im Halbfinale steht.

(Foto: Action Images via Reuters)

Erstmals seit 15 Jahren erreicht ein Deutscher die K.-o.-Runde des ATP Finals. Im entscheidenden Spiel setzt sich der starke Alexander Zverev gegen seinen Kumpel John Isner durch. Jetzt wartet im Halbfinale der 20-fache Grand-Slam-Sieger Roger Federer.

Nervenstark ins Halbfinale: Als erster Deutscher seit Rainer Schüttler vor 15 Jahren hat sich Alexander Zverev beim Saisonfinale der weltbesten Tennisprofis - der inoffiziellen Tennis-WM - für die K.-o.-Runde qualifiziert. Im entscheidenden Gruppenspiel setzte sich der 21 Jahre alte Hamburger gegen den Amerikaner John Isner 7:6 (7:5), 6:3 durch und fordert nach seinem zweiten Sieg im dritten Match nun Roger Federer heraus.

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Roger Federer führt die Bilanz der beiden an.

(Foto: imago/Colorsport)

"Ich bin unglaublich glücklich, dass ich hier erstmals im Halbfinale stehe", sagte Zverev nach seiner starken Vorstellung. "Es war ein sehr, sehr enges Match. Ich habe vor allem im Tiebreak sehr gutes Tennis gespielt, das war wichtig", sagte der derzeit beste deutsche Profi. Am morgigen Samstag (15 Uhr MEZ) spielt Zverev nun gegen den Rekordsieger aus der Schweiz um den Einzug in sein bislang größtes Endspiel. "Ich werde versuchen, mich so gut es geht zu erholen und vorzubereiten. Roger führt in der Bilanz gegen mich mit einem Sieg. Ich hoffe, dass ich das morgen ausgleichen kann."

Isner lässt nach seinem Aus nach

Das zweite Halbfinale bestreiten morgen Abend (21 Uhr MEZ/beide Sky) der serbische Weltranglistenerste Novak Djokovic und Turnierdebütant Kevin Anderson aus Südafrika. Djokovics Gruppenfinale an diesem Freitagabend gegen den Kroaten Marin Cilic hat sportlich keine Bedeutung mehr.

Zverev konnte sich gegen Isner auf seinen Aufschlag verlassen, der mit Abstand jüngste Spieler im Turnier servierte 18 Asse und damit acht mehr als der 2,08-Meter-Hüne. Von der mentalen Müdigkeit, die Zverev im Endspurt der Saison begleitet und die ihn am Mittwoch gegen Djokovic nach einem ausgeglichenen ersten Satz einbrechen ließ (4:6, 1:6), war wenig zu spüren. "Gegen John entscheiden meistens nur ein oder zwei Punkte", sagte Zverev: "Wir kennen uns so gut, vielleicht weiß ich, was er in den wichtigen Momenten denkt."

Zwar kam er selbst lange kaum in die Nähe eines Breakballs, bewies in den entscheidenden Momenten jedoch Nervenstärke. Isners Satzball im ersten Durchgang wehrte er mit einem Ass ab und blieb im Tiebreak bis zum letzten Ballwechsel konzentriert. Dabei hatte Zverev die besseren Nerven und sicherte sich den ersten Durchgang nach 49 Minuten. Damit stand fest, dass Isner keine Chance mehr auf das Weiterkommen hatte. Die Konzentration beim Amerikaner ließ daher ein bisschen nach, was Zverev zum entscheidenden Break zum 5:3 nutzte. Wenig später verwandelte er nach 1:21 Stunden seinen ersten Matchball. Mit 134 Studenkilometern gelang ihm außerdem der schnellste Aufschlag des Spiels. "Ich habe ein paar Muskeln aufgebaut. Auch wenn man es nicht sieht, es scheint zu helfen", sagte Zverev nach dem Spiel gut gelaunt.

Federer vor 100. ATP-Titel

In der gesamten Partie lamentierte er deutlich weniger als in den Matches zuvor, der Wille, den langersehnten Urlaub um zumindest einen weiteren Tag nach hinten zu verschieben, war ihm deutlich anzusehen. Für Zverev war es bereits der fünfte Sieg im sechsten Duell mit Isner, einzig im Finale des Masters von Miami am 1. April hatte er gegen seinen Kumpel verloren.

Zverev setzt mit dem Einzug ins Halbfinale seine Entwicklung fort, bei seiner Premiere im vergangenen Jahr in London hatte er das entscheidende Gruppenspiel gegen den Amerikaner Jack Sock noch etwas überraschend verloren. Gegen Federer braucht Zverev erneut eine herausragende Aufschlagquote, um die Chance auf den Titel aufrechtzuerhalten. Als bislang einzige Deutsche haben Boris Becker (1988, 1992, 1995) und Michael Stich (1993) beim Saisonfinale triumphiert.

Federer hat das Turnier bereits sechsmal gewonnen und nach einem schwachen Start am vergangenen Sonntag seinen 100. ATP-Titel wieder ins Visier genommen. Der 37-Jährige hatte am Donnerstagabend Kevin Anderson 6:4, 6:3 bezwungen und sich damit Platz eins in seiner Gruppe gesichert.

Quelle: ntv.de, ara/sid/dpa

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