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Siegemund raus, Osaka müht sich Zverev zittert bei French Open nur am Ende

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Hatte nur im dritten Satz Mühe mit dem Schweden Mikael Ymer und zog in die nächste Runde bei den French Open ein: Alexander Zverev.

(Foto: imago images / GEPA pictures)

Im Eiltempo in die dritte Runde: Alexander Zverev erreicht bei den French Open ohne große Mühe die dritte Runde. An seinem Spielstil aber gibt es weiter Kritik. Für Laura Siegemund ist das Turnier bereits beendet, für Andrea Petkovic nicht. Sie wendet eine deutsche Blamage noch ab.

Dem Marathon folgte ein Sprint: Alexander Zverev hat bei den French Open in Paris im Eiltempo die dritte Runde erreicht. Nach seinem mehr als vierstündigen Fünfsatz-Krimi in der ersten Runde gegen den Australier John Millman ging dem Weltranglistenfünften sein Match gegen den schwedischen Qualifikanten Mikael Ymer wesentlich leichter und flotter von der Hand: Für sein klares und über weite Strecke auch überzeugendes 6:1, 6:3, 7:6 (7:3) auf dem neuen Court "Simonne Mathieu" benötigte der ATP-Champion nur 1:59 Stunden.

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Der bisweilen überforderte Rasta-Man Ymer hatte gegen einen sehr konzentriert und entschlossen spielenden Zverev nur gegen Ende des dritten Satzes die Chance, ins Match zurückzukommen. Der Hamburger diktierte das Spiel mit starken Aufschlägen und platzierten Grundschlägen, meist suchte er dabei schnell die Entscheidung gegen den 148. der Weltrangliste, der erst sein zweites Match überhaupt bei einem Grand Slam spielte. In dieser Form sollte für Zverev auch in der dritten Runde, wo er auf Dusan Lajovic oder Elliot Benchetrit trifft, ein klarer Sieg möglich sein.

Vor dem Match hatte Eurosport-Experte Boris Becker noch einmal leise Kritik am Spielstil von Zverev geübt und mokiert, dieser stehe zu weit hinter der Grundlinie. Auf diesen Stil hätten sich die Gegner aber mittlerweile eingestellt und eine Lösung gefunden. "Und das macht ihm zu schaffen, dass er sein Spiel nicht weiterentwickelt hat. Man muss sich ständig weiterentwickeln", betonte Becker. Sein Kollege John McEnroe warnte ebenfalls: Falls Zverev nicht ein bisschen weiter nach vorne und näher zur Grundlinie rücke, werde er in seiner Entwicklung "irgendwann stehenbleiben".

Aus für Laura Siegemund in Runde zwei

Nach Zverev kämpfte sich auch Jan-Lennard Struff in die dritte Runde. Der 29 Jahre alte Davis-Cup-Spieler besiegte Radu Albot aus der Republik Moldau in einem packenden Match mit 7:6 (7:2), 7:6 (7:3), 6:7 (4:7), 6:2. Nach 3:14 Stunden ging beim ersten Matchball von Struff ein Volley von Albot knapp ins Aus.

Ebenfalls in Runde drei steht Andrea Petkovic. Die 31-Jährige besiegte die Taiwanesin Hsieh Su-Wei in einem packenden Match mit 4:6, 6:3, 8:6. Dabei behielt sie im dritten und entscheidenden Durchgang trotz eines 1:3-Rückstandes die Nerven gegen ihre unorthodox spielende Kontrahentin mit der beidhändigen Vor- und Rückhand. Durch ihren Erfolg verhinderte Petkovic als einzige deutsche Spielerin in der dritten Runde des schlechteste Abschneiden der deutschen Damen bei einem Grand Slam seit neun Jahren. Zuletzt hatte es bei den French Open 2010 keine Deutsche in die dritte Runde bei einem Major geschafft.

Diese Bilanz hatte vor Petkovic' Match erneut gedroht, denn zuvor war Laura Siegemund als sechste der anfangs sieben deutschen Tennis-Damen in Paris ausgeschieden. Beim zweiten Grand-Slam-Turnier der Saison verlor die 31-Jährige gegen die an Nummer 15 gesetzte Belinda Bencic aus der Schweiz 6:4, 4:6, 4:6. Die Partie war am Vortag beim Stand von 4:4 im dritten Satz wegen Dunkelheit abgebrochen worden. Bereits in der ersten Runde gescheitert waren Angelique Kerber, Julia Görges, Antonia Lottner, Tatjana Maria und Mona Barthel.

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Görges hatte am Mittwoch zwei Tage nach ihrem Erstrunden-Aus die Trennung von ihrem Trainer Michael Geserer bekannt gegeben. Neuer Coach der deutschen Nummer zwei wird der 27 Jahre alte Ex-Profi Sebastian Sachs. Görges arbeitete seit 2016 mit Geserer zusammen und gewann unter dem Regensburger fünf ihrer sieben Titel. "Wir waren sehr erfolgreich zusammen und ich hatte eine sehr positive Entwicklung. Jetzt ist es an der Zeit, einen neuen Weg einzuschlagen und die nächsten Entwicklungsschritte zu gehen", twitterte die 30-Jährige. Beim Grand Slam in Paris war die Wimbledon-Halbfinalistin am Montag nach einem 5:7, 1:6 gegen die Estin Kaia Kanepi schon in der ersten Runde ausgeschieden.

Osaka müht sich eine Runde weiter

Die Weltranglistenerste Naomi Osaka musste in Paris auch in ihrem Zweitrundenmatch einen Kraftakt vollbringen. Die Siegerin der US Open 2018 und der Australian Open 2019 lag gegen die ehemalige Weltranglistenerste Wiktoria Asarenka bereits mit 4:6 und 2:4 zurück, ehe sie dem Match noch eine Wende geben konnte. Den zweiten und den dritten Satz gewann sie mit 7:5, 6:3.

Bereits in der ersten Runde hatte Osaka gegen Anna Karolina Schmiedlova beim 0:6, 7:6 (7:4), 6:1 über die volle Distanz gehen müssen. Gegen Asarenka nutzte sie nach 2:50 Stunden ihren zweiten Matchball. Bei dem Grand-Slam-Turnier auf Sand trifft die 21 Jahre alte Japanerin im Kampf um den Einzug in das Achtelfinale jetzt auf die Tschechin Katerina Siniakova oder die an Nummer 29 gesetzte Maria Sakkari aus Griechenland.

Quelle: n-tv.de, dbe/dpa/sid

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