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"Spüre meine Beine nicht mehr"Zweiter Platz im Wetterchaos frustet DSV-Adler

30.01.2026, 20:56 Uhr
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Wollte nach dem "Party-Weltcup" nicht mehr feiern: Philipp Raimund. (Foto: picture alliance/dpa)

Dem deutschen Mixed-Team glückt beim Skisprung-Weltcup in Willingen die Generalprobe für die Olympischen Spiele. Für den Sieg reicht es bei widrigen Bedingungen aber nicht - besonders einer hat am Ende keine Lust mehr.

Philipp Raimund bibberte kräftig und hatte die Nase gestrichen voll. "Ich spüre meine Beine nicht mehr", teilte Raimund mit und stapfte durch den Willinger Nebel davon. Der knapp verpasste erste deutsche Saisonsieg im Skisprung-Weltcup beim Abbruch im Upland nervte den Oberstdorfer merklich.

"Es ärgert mich definitiv. Mein Sprung hatte viele Fehler, deshalb bin ich ziemlich enttäuscht", sagte der 25-Jährige im ZDF. Bei teils unfairen Bedingungen und wechselnden, mitunter abenteuerlichen Aufwinden konnte Raimund zum Auftakt der Olympia-Generalprobe als Schlussspringer den Vorsprung auf Sloweniens Topmann Domen Prevc nicht halten - 0,6 Punkte oder umgerechnet die Winzigkeit von 38 Zentimetern fehlten dem zweitplatzierten DSV-Quartett.

"Ich habe in dem Sprung doch ziemlich viele Fehler gemerkt", sagte Raimund, der allerdings vor seinem Versuch auch elfeinhalb Minuten im schneidenden Wind auf dem Schanzenturm warten und dreimal vom Balken runter musste. Seine 121,0 Meter von der Mühlenkopfschanze konterte Tourneesiege Prevc mit 128,5 Meter - ein kleiner Trost für den "Domenator" nach seinem spektakulären Ski- und Medaillenverlust fünf Tage zuvor bei der Flug-WM in Oberstdorf. Dritter wurde Japan.

Am Wochenende noch Einzelwettbewerbe

Eine Woche vor der Eröffnungsfeier der Winterspiele in Norditalien kamen die für Olympia qualifizierten Raimund, Selina Freitag (132,0) und Agnes Reisch (112,0) sowie der nicht nominierte Karl Geiger (125,0) einigermaßen gut mit den teils unfairen Bedingungen Aufwind zurecht. Die vielen Fans beim "Party-Weltcup" hatten trotz des verpassten Siegs und fiesen Wetters viel Spaß.

Neben dem gesetzten Raimund hatte Bundestrainer Stefan Horngacher den nicht für Olympia qualifizierten Geiger aufgeboten, der zuletzt bei der Flug-WM in seiner Heimat Oberstdorf aufsteigende Form gezeigt hatte. Bei den Frauen bekam Reisch den Vorzug vor Rekord-Weltmeisterin Katharina Schmid, die ein letztes Mal in ihrer Karriere in Willingen am Start ist.

In Willingen fand das zweite und letzte Mixed-Team-Springen des Weltcup-Winters statt. Zum Saisonstart hatte das DSV-Quartett in gleicher Besetzung beim Sieg Japans Platz vier belegt. In Norditalien gehört das gemischte Team zum zweiten Mal zum Olympia-Programm. Bei der Premiere 2022 in Peking belegte Deutschland nur Platz neun, nachdem Schmid wegen eines nicht regelkonformen Anzugs disqualifiziert worden war. Am Samstag und Sonntag stehen jeweils Einzelwettkämpfe bei Männern und Frauen an.

Quelle: ntv.de, ses/sid

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