Rollstuhlbasketballer gewinnen EM-Bronze
Die deutschen Rollstuhlbasketballer haben bei der Europameisterschaft in Sarajevo die Bronzemedaille geholt. Das Team von Bundestrainer Jan Haller entschied das Spiel um Platz drei gegen Italien mit 79:60 (42:24) für sich. Kapitän Thomas Böhme war mit 29 Punkten und acht Assists bester Schütze des Paralympics-Dritten, Nico Dreimüller kam zudem auf 23 Zähler und sieben Vorlagen. Zuletzt hatte eine Männer-Auswahl des Deutschen Behindertensportverbands 2017 eine Medaille gewonnen, damals auf Teneriffa ebenfalls Bronze. Anschließend landete Deutschland dreimal nacheinander auf Rang vier.
Neuer Bundesliga-Trainer schon vor dem Aus? Sportchef zählt Spieler an
Sportdirektor Sebastian Schindzielorz vom kriselnden Fußball-Bundesligisten VfL Wolfsburg will nach dem jüngsten Rückschlag keine Debatte um Trainer Paul Simonis aufkommen lassen.
"Das ist keine Diskussion, die man rund um den Trainer führen muss, sondern um jeden einzelnen, der auf dem Platz gewesen ist", sagte Schindzielorz nach dem 0:3 (0:1) gegen den VfB Stuttgart: "Jeder muss selbstkritisch genug sein und sich eingestehen, dass wir individuell nicht die Leistung an den Tag gelegt haben, die es braucht, um gegen eine Mannschaft wie den VfB Stuttgart zu bestehen."
Die mit Europapokal-Ambitionen in die Saison gestarteten Wolfsburger stagnieren mit nur fünf Punkten aus sieben Spielen auf dem 15. Tabellenplatz. Die Niedersachsen sind seit sechs Spielen sieglos und kassierten gegen Stuttgart die vierte Niederlage nacheinander. "Das ist eine Situation, die wir schleunigst verbessern müssen. Wir brauchen zwingend Punkte", sagte Schindzielorz.
Julian Nagelsmann sucht eine Bleibe
Noch hat die deutsche Fußball-Nationalmannschaft die Teilnahme an der XXL-WM 2026 nicht sicher, doch Julian Nagelsmann sucht schon die passende Unterkunft. "Wir haben jetzt eine Amerika-Reise, um Hotels zu sehen. Das gehen wir nächste Woche an", sagte der Bundestrainer vor dem Bundesliga-Topspiel zwischen Bayern München und Borussia Dortmund bei Sky.
Nagelsmann räumte ein, dass man sich "erstmal qualifizieren" müsse: "Trotzdem müssen wir vorbereitet sein. Wir wissen noch nicht, wo wir spielen. Wir müssen uns verschiedene Regionen anschauen."
Die DFB-Auswahl hätte mit Siegen zum Abschluss der WM-Qualifikation in Luxemburg (14. November) und drei Tage später in Leipzig gegen die Slowakei das Ticket sicher. Die Auslosung für das Turnier in den USA, Mexiko und Kanada erfolgt am 5. Dezember in Washington. Unmittelbar im Anschluss will der Deutsche Fußball-Bund seine Quartierswahl nach einer weiteren Reise durchs Land abschließen.
Leroy Sané glänzt als Torjäger und Sieg-Garant
Leroy Sané hat mit seinem ersten Doppelpack für Galatasaray Istanbul seine Torjägerqualitäten unter Beweis gestellt. Der 29-Jährige traf beim 2:1 (1:0)-Auswärtssieg gegen den Nachbarn Istanbul Basaksehir zunächst kurz vor der Pause zur Führung (45.+3), ehe er in der 61. Minute auch den Schlusspunkt setzte. Für Sané, der zuletzt wegen einer Rangelei auf dem Münchner Oktoberfest für Schlagzeilen gesorgt hatte und um eine Rückkehr in die Nationalmannschaft kämpft, waren es die Saisontore Nummer zwei und drei in der Süper Lig.
Mit 25 Punkten aus neun Spielen liegt Titelverteidiger Galatasaray in der Tabelle weiter vor Trabzonspor (20) an der Spitze. Auch der frühere DFB-Kapitän Ilkay Gündogan stand in der Startelf und wurde in der 74. Minute ausgewechselt.
Tennis-Superstar Sinner freut sich über saudischen Geldregen
Italiens Tennisstar Jannik Sinner hat seine Bilanz gegen Dauerrivale Carlos Alcaraz aufgehübscht und darf sich nach dem Triumph beim Showturnier Six Kings Slam über einen großen Zahltag freuen. Der Weltranglistenzweite setzte sich im Finale des umstrittenen, aber hochklassig besetzten Einladungsturniers in Saudi-Arabien gegen die Nummer 1 aus Spanien mit 6:2, 6:4 durch. Für Sinner war es erst der zweite Sieg aus den vergangenen neun Duellen mit Alcaraz. Zuvor hatte er in diesem Zeitraum nur im diesjährigen Wimbledon-Finale gegen Alcaraz gewonnen.
Für den Turniersieg kassiert Sinner 4,5 Millionen US-Dollar. Schon mit der Antrittsgage hatte er wie jeder der sechs geladenen Topspieler - darunter auch der Hamburger Alexander Zverev - 1,5 Millionen Dollar eingestrichen. Für nur drei Matches in Riad erhält Sinner damit eine höhere Prämie als bei einem Triumph bei einem der vier Grand-Slam-Turniere.
Beim Six Kings Slam gibt es keine Weltranglistenpunkte, keinen wichtigen Titel, kein Renommee zu gewinnen - dafür aber viel Geld. Die Spiele wurden vom Streaming-Giganten Netflix übertragen, es ergaben sich also auch neue Vermarktungschancen. Für Kritiker ist das Tennisturnier aber auch ein Teil des sogenannten Sportswashing, mit dem das Königreich Saudi-Arabien von seinen Verstößen gegen Menschenrechte ablenken und sein Image verbessern wolle.
Djokovic überrascht Gegner mit Aufgabe und bittet um Entschuldigung
Serbiens Tennisstar Novak Djokovic hat sichtlich erschöpft im Spiel um Platz drei beim Six Kings Slam in Saudi-Arabien aufgegeben. Der 38-Jährige hatte gegen den US-Amerikaner Taylor Fritz den 1:16 Stunden langen ersten Satz im Tiebreak verloren, als er zur Verwunderung seines Gegners die umkämpfte Partie vorzeitig beendete. Anschließend bat er beim Publikum gestenreich um Entschuldigung.
"Das war einer der längsten Sätze, die ich jemals gespielt habe", sagte Djokovic nach dem 6:7 (4:7) im ersten Durchgang. Allein das elfte Spiel dauerte 16 Minuten. Djokovic nimmt dennoch einen dicken Scheck aus Riad mit. Insgesamt werden 13,5 Millionen Dollar ausgeschüttet, das Startgeld beträgt kolportierte 1,5 Millionen Dollar. Weltranglistenpunkte gibt es nicht zu gewinnen, dafür dank des saudischen Staatsfonds für den Sieger mehr Preisgeld als bei jedem Turnier der Profitour.
Schlotterbeck vermisst München-Eier
Nationalspieler Nico Schlotterbeck hat nach dem verlorenen Topspiel mit Borussia Dortmund in der Fußball-Bundesliga bei Bayern München mit der schwachen ersten Halbzeit gehadert. "Um in München zu bestehen, musst du mit Mut spielen, mit Eiern spielen. Das haben wir in der ersten Halbzeit vermissen lassen. Wir haben keinen Zweikampf geführt", sagte Schlotterbeck nach der 1:2 (0:1)-Niederlage des BVB bei Sky.
In der ersten Hälfte dominierte der deutsche Rekordmeister und hätte höher führen müssen. Die Gäste gaben im ersten Durchgang keinen Torschuss ab. Nach dem Wechsel war der BVB deutlich aktiver. "In der zweiten Halbzeit waren wir besser als die Bayern. Aber über 90 Minuten war es zu wenig", sagte Schlotterbeck.
Rallye-Star fliegt ab und landet am Baum
Die Chancen von Rallye-Star Sébastien Ogier auf seinen historischen neunten WM-Titel haben sich an einem Baum im deutsch-tschechischen Grenzgebiet um einiges verkleinert. Bei der zehnten Wertungsprüfung der Mitteleuropa-Rallye flog der Franzose mit seinem Toyota in der Nähe von Passau im Herbstnebel heftig ab und landete an einem Baumstamm neben der Straße.
Damit ist Ogier im Kampf um den Gesamtsieg der Rallye nicht mehr dabei, kann aber noch am Sonntag um die Punkte in der Powerstage kämpfen. Zum Zeitpunkt des Unfalls war Ogier gerade auf der Jagd nach seinem Toyota-Kollegen Kalle Rovanperä, der knapp vorne lag - und der nun mit mehr als einer guten halben Minute Vorsprung auf Hyundai-Pilot Ott Tänak in den Schlusstag geht. "Das ist doch nicht möglich, hatten wir einen Reifenschaden", funkte Ogier, nachdem er sein Auto mit dem Abflug in einer nassen Kurve demoliert hatte.
Ogier, der mit einem weiteren WM-Titel die Bestmarke seines Landsmanns Sébastien Loeb einstellen würde, liegt derzeit mit 224 Punkten knapp vor dem Waliser Elfyn Evans (222) und dem Finnen Rovanperä (203). Für einen Gesamtsieg bei einer Rallye gibt es 25, pro Powerstage fünf Punkte. Nach der Mitteleuropa-Rallye stehen noch die Läufe in Japan und Saudi-Arabien an.
Bayern-Fans protestieren gegen Umgang mit Jérôme Boateng
Viele Anhänger des FC Bayern haben sich mit unmissverständlichen Parolen gegen eine Rückkehr von Jérôme Boateng ausgesprochen. Trainer Vincent Kompany hatte dem Weltmeister von 2014 Ende September angeboten, bei den Münchnern zu hospitieren. Boateng will selbst Trainer werden, die B-Lizenz habe er bereits absolviert, die A-Lizenz und der Fußball-Lehrer sollen folgen.
Auf Bannern, die die Fans zu Beginn der zweiten Halbzeit entrollten, hatten die Fans unter anderem geschrieben: "Wer dem Täter Raum gibt, trägt seine Schuld mit", oder "Keine Bühne für Täter".
Anlass der Proteste der Bayern-Anhänger ist ein aktuelles Urteil des Landgerichts München I vom Juli 2024. Boateng war dabei wegen vorsätzlicher einfacher Körperverletzung an seiner Ex-Freundin für schuldig befunden. Als vorbestraft gilt er gesetzlich aber nicht.
Boateng hatte zu Beginn der Woche berichtet, er habe schon mit Kompany gesprochen. "Ich kann bei Bayern hospitieren und darauf freue ich mich sehr. Wir müssen nur noch den richtigen Zeitpunkt finden", sagte er zu Bild. Für den deutschen Rekordmeister spielte der 37-Jährige von 2011 bis 2021. Bis Sommer stand er beim Linzer ASK unter Vertrag.
Bundesliga-Trainer heizt Hype um 19-jähriges DFB-Talent mit Millionen-Spruch an
Nach der nächsten Galavorstellung von Said El Mala war Lukas Kwasniok einfach nur stolz. "Mit jedem Tor fünf Millionen mehr", scherzte der Trainer des 1. FC Köln nach dem 1:1 (0:0) gegen den FC Augsburg über den Wert seines Juwels. Joker El Mala hatte mit einem Traumtor (76.) den Ausgleich besorgt - und damit den Hype um seine Person nur noch mehr befeuert.
"Ich kann und will den Hype gar nicht kleinhalten. Genauso wenig wie die Euphorie in der Stadt", sagte Kwasniok, der sich aber wie so oft zuletzt schützend vor den 19-Jährigen stellte. "Das wollen wir nicht. Aber wir fokussieren uns auf das, was wir beeinflussen können - und das ist die Arbeit mit dem Jungen."
El Mala, der vor der Saison aus der 3. Liga von Viktoria Köln zum FC kam und seitdem einen kometenhaften Aufstieg hingelegt hat, sei zwar "ein absoluter Highlightspieler, aber zwischen einem Highlightspieler und einem guten Bundesliga-Spieler liegen noch Welten dazwischen. Und das ist das Schöne, dass er und sein Umfeld das verstehen", sagte Kwasniok.
Tennis-Star verletzt sich schwer und kann die Tränen nicht zurückhalten
Der dänische Tennisstar Holger Rune hat sich beim ATP-Turnier in Stockholm schwer verletzt und fällt monatelang aus. Wie seine Mutter und Managerin Aneke Rune mehreren dänischen Medien mitteilte, habe sich ihr Sohn die Achillessehne im linken Fuß gerissen. "Es besteht kein Zweifel. Die Ausfallzeit beträgt drei bis sechs Monate", schrieb Aneke Rune in einer SMS.
Der Weltranglistenelfte erlitt die Verletzung im Halbfinale gegen den Franzosen Ugo Humbert während eines Ballwechsels. Stark humpelnd schleppte sich der 22-Jährige zu seiner Bank, dort wurde er unter großen Schmerzen und mit Tränen in den Augen behandelt. "Ich glaube, ich habe mir die Achillessehne gerissen", sagte Rune zum Physiotherapeuten. Gestützt wurde der frühere Schützling von Boris Becker in die Kabine begleitet.
Rune hat bereits seit längerer Zeit mit körperlichen Beschwerden zu kämpfen. Gegen Humbert spielte er mit einem großen Verband um seinen linken Oberschenkel. Dennoch lag der fünfmalige ATP-Turniersieger auf Finalkurs, bevor er beim Stand von 6:4, 2:2 aufgeben musste.
Bayern-Star fällt kurzfristig für Kracher gegen Dortmund aus
Der FC Bayern München muss im Gipfeltreffen der Fußball-Bundesliga gegen Borussia Dortmund auf Serge Gnabry verzichten. Der Nationalspieler fällt im Spiel gegen den BVB aufgrund von Adduktorenbeschwerden aus. Im Vergleich zum 3:0 in Frankfurt vor der Länderspielpause verändert Trainer Vincent Kompany sein Team auf zwei Positionen. Für Gnabry rückt Nicolas Jackson ins Team, Aleksandar Pavlovic läuft im Mittelfeld anstelle von Leon Goretzka auf.
Bei den Gästen aus Westfalen übernimmt der frühere Münchner Niklas Süle in der Startelf den Posten von Ramy Bensebaini. "Er war sehr müde, für das Spiel war er noch nicht frisch genug", sagte Trainer Niko Kovac bei Sky.
Drittliga-Topklubs kassieren zu Hause Klatsche und überraschende Pleite
Der VfL Osnabrück und der 1. FC Saarbrücken haben im Aufstiegsrennen der 3. Fußball-Liga überraschend gepatzt. Der VfL kassierte beim deutlichen 0:4 (0:1) gegen die TSG Hoffenheim II ebenso seine erste Heimniederlage der Saison wie die Saarländer beim 2:4 (1:2) gegen den SC Verl.
Kurios: Saarbrücken überholte in der Tabelle trotz der Niederlage den VfL, beide liegen mit jeweils 19 Punkten vorerst auf den Plätzen drei und vier. Die Topteams MSV Duisburg (24) und Energie Cottbus (20) können am Sonntag aber davonziehen.
Mit nur drei Punkten am Tabellenende liegt weiter Aufsteiger 1. FC Schweinfurt 05 nach einem 0:3 (0:1) beim VfB Stuttgart II. Hansa Rostock vergrößerte durch ein 3:0 (1:0) gegen den SV Wehen Wiesbaden den Vorsprung auf die Abstiegsplätze, Alemannia Aachen verlor das Kellerduell gegen den FC Ingolstadt durch ein Tor in der Nachspielzeit 0:1 (0:0). Für die von Sabrina Wittmann trainierten Gäste war es der zweite Sieg in Folge.
DFB-Star vor FCB-Abschied? Bayern-Boss nimmt Argumente "wohlwollend wahr"
Offensivspieler Serge Gnabry trumpft seit dem Saisonstart mit einer beeindruckenden Form bei Bayern München auf - und empfiehlt sich damit offenbar für eine Vertragsverlängerung. "Die Leistungen sind Argumente, die wir sehr wohlwollend wahrnehmen, weil es für ihn sehr schön ist, aber auch für uns als Verein gut ist", sagte Sportvorstand Max Eberl vor dem Duell mit Borussia Dortmund am Samstag (18.30 Uhr/Sky und im Liveticker bei ntv.de/Highlights auf RTL+).
In der Bundesliga kommt Gnabry seit Saisonstart auf drei Tore und drei Vorlagen, sein Vertrag läuft zum Saisonende aus. Eberl bescheinigte Gnabry eine "sehr, sehr gute Entwicklung, seitdem Vincent Kompany da ist. Er ist gesund und fit. Das ist das Allerwichtigste, dann kann er eben auch seine Leistungen bringen." Welche Signale sich die Verantwortlichen und der Nationalspieler geben, wollte er nicht verraten: "Das senden wir uns, und nicht euch."
Die "Bild" berichtete zuletzt, Gnabry sei zu Gehaltsanpassungen bereit. Aber auch ein Wechsel ins Ausland ist vorstellbar. "Natürlich bin ich jetzt 30, die Karriere geht nicht mehr allzu lang, deswegen macht man sich schon Gedanken, ob man etwas anderes oder eine neue Challenge will", sagte Gnabry vor einer Woche im ZDF-Sportstudio.
NBA-Superstar steht nach mehr als einem halben Jahr endlich wieder auf dem Feld
Basketball-Star Joel Embiid hat nach knapp acht Monaten Verletzungspause sein Comeback gefeiert. Im Vorbereitungsspiel seines NBA-Teams Philadelphia 76ers gegen die Minnesota Timberwolves (126:110) kam der 31 Jahre alte frühere MVP in rund 19 Minuten Spielzeit auf 14 Punkte, sieben Rebounds und acht Assists.
"Ich möchte nicht zu viel über die Vergangenheit nachdenken. Ich bin gerade mental und körperlich in einer guten Verfassung und einfach glücklich, das machen zu können, was ich liebe", sagte Embiid. Nach dem Olympia-Gold 2024 mit den USA hatte der von jahrelangen Knieproblemen geplagte Center in der folgenden NBA-Saison lediglich 19 von 82 Spielen bestritten. Ende Februar musste sich der gebürtige Kameruner einer Operation unterziehen.
Verletzungsprobleme ziehen sich durch Embiids Karriere, in keiner seiner neun NBA-Saisons hat er die 70-Spiele-Marke erreicht. Bei den Sixers steht er noch bis 2028 mit einer Spieleroption bis 2029 unter Vertrag, kassiert in diesem Zeitraum noch 230 Millionen US-Dollar. Damit gilt er praktisch als "untradebar" - kein anderer Klub dürfte sich für dieses Geld einen gesundheitlich derart vorbelasteten Spieler zulegen.
Premier-League-Klub schmeißt Trainer kurz nach Abpfiff und nur acht Spielen raus
Das Spiel von Nottingham Forest gegen den FC Chelsea war gerade beendet, da war Teammanager Ange Postecoglou seinen Job los. Nottingham trennte sich nach dem 0:3 "mit sofortiger Wirkung" von dem Australier. Als Grund nannte der Verein "eine Reihe enttäuschender Ergebnisse und Leistungen".
Postecoglou hatte den Posten erst im September von Nuno Espirito Santo übernommen. In acht Pflichtspielen unter seiner Regie gelang Nottingham aber kein Sieg. In der Premier League holte der Klub aus den bisherigen acht Spielen lediglich fünf Punkte. Gegen Chelsea hielten die Gastgeber lange Zeit mit, doch nach dem Wechsel nutzten die Gäste ihre Chancen. Josh Acheampong (49.), Pedro Neto (52.) und Reece James (84.) trafen für Chelsea und sorgten für die Entlassung von Postecoglou.
EM-Favorit entreißt Deutschland die Chance auf Gold
Die deutsche Tischtennis-Nationalmannschaft der Männer ist bei der Team-Europameisterschaft im Halbfinale ausgeschieden. Benedikt Duda, Patrick Franziska und Dang Qiu verloren im kroatischen Zadar mit 1:3 gegen den EM-Favoriten Frankreich.
Entscheidend war, dass Frankreichs 19-jähriger Topstar Felix Lebrun beide Einzel gegen Patrick Franziska und Benedikt Duda für sich entschied. Dabei hatte der Weltranglisten-Achte Duda im ersten Spiel noch die Revanche für das verlorene Einzel-EM-Finale 2024 gewonnen und den älteren Lebrun-Bruder Alexis klar in 3:0 Sätzen besiegt. Doch diese schnelle 1:0-Führung blieb der einzige deutsche Punkt. Anschließend verloren Franziska gegen Felix Lebrun (2:3) und Dang Qiu gegen den langjährigen Bundesliga-Profi Simon Gauzy (0:3). Am Ende besiegte der jüngere Lebrun auch noch Duda mit 3:1.
Trösten kann sich die deutsche Mannschaft damit, dass sie beim ersten internationalen Turnier seit dem Karriereende von Tischtennis-Legende Timo Boll die Bronzemedaille geholt und die Qualifikation für die Team-WM 2026 geschafft hat. Denn bei Welt- und Europameisterschaften im Tischtennis erhalten auch beide Halbfinal-Verlierer eine Medaille, weil der dritte Platz nicht extra ausgespielt wird.
Die Highlights des Bundesliga-Wochenendes
Liverpool-Coach über "007 Wirtz": "Wenn man sich die Pässe anschaut ..."
Null Tore und null Vorlagen in sieben Premier-League-Spielen haben Florian Wirtz in England den wenig schmeichelhaften Spitznamen "007 Wirtz" beschert. Sein Coach kann darüber nur lachen. Arne Slot weiß: Dass Wirtz noch immer bei null Scorerpunkten steht, ist nicht seine Schuld.
"Wenn du für so viel Geld kommst, schauen die Leute vor allem auf Tore und Vorlagen. Aber ich kann sagen, dass er schon sechs oder sieben Vorlagen hätte haben können", rechnete Slot im "Sky Sports"-Interview vor. "Wenn man sich die Pässe anschaut, die er zu seinem Teamkollegen spielt, die leider nicht zu Toren geführt haben ... eines der besten Beispiele ist das Chelsea-Spiel, wo er eine Minute nach seiner Einwechslung diesen großartigen Pass zu Mo Salah hatte. Für Mo ist das in 99 von 100 Fällen ein Tor. Wobei ich sagen muss, in 98 von 100 Fällen, denn das letzte Mal, dass Mo so einen Ball bekommen hat, war gegen Atlético von Florian Wirtz, aber da hat Mo nur den Pfosten getroffen."
Fußball-Fieber im Bundestag: "Wird glaube ich kein 11:1"
Normalerweise wird im Bundestag über Politik gestritten - diese Woche sorgt auch der Fußball für Gesprächsstoff. Vor dem Bundesliga-Spiel Bayern gegen Dortmund bekennen sich Abgeordnete klar zu ihren Vereinen. Zwischen Fanclub-Spitzen und Fußball-Analysen mischt sich echte Vorfreude.
Europameister Schröder sticht Doncic und Lakers aus
Der deutsche Basketballstar Dennis Schröder hat im letzten Test vor dem NBA-Saisonstart eine starke Vorstellung gezeigt. Beim knappen 117:116-Erfolg der Sacramento Kings bei den Los Angeles Lakers erzielte der Kapitän der deutschen Welt- und Europameister insgesamt 25 Punkte und war damit bester Werfer seines Teams.
Der 32-Jährige traf zehn seiner 17 Würfe aus dem Feld, verwandelte vier Freiwürfe und gab zwei Assists ab. Es war der vierte und bislang stärkste Auftritt des Anführers in der Vorbereitung für sein neues Team. Bei den Lakers, die auf den verletzten LeBron James verzichten mussten, überzeugte bei der Generalprobe für den Auftakt gegen die Golden State Warriors in der Nacht zu Mittwoch Superstar Luka Doncic mit 31 Punkten und neun Assists. Maxi Kleber kam bei den Lakers von der Bank und in zehn Minuten auf drei Punkte.
Dank Mann aus "Stahl": LA Dodgers vor großem Coup
Die Los Angeles Dodgers um Baseball-Superstar Shohei Ohtani haben die World Series erreicht und können in der Major League Baseball (MLB) für die erste Titelverteidigung seit 2000 sorgen. Die Kalifornier setzten sich am Freitagabend (Ortszeit) mit 5:1 gegen die Milwaukee Brewers durch und entschieden die Halbfinal-Serie im Modus Best-of-seven glatt mit 4:0 für sich.
Ohtani zeigte dabei eine herausragende Leistung, pitchte bis zu seiner Ablösung im siebten Inning fast makellos, musste keinen Run und nur zwei Hits hinnehmen und war offensiv mit drei Homeruns der entscheidende Mann. "Manchmal muss man ihn berühren, um sicherzugehen, dass er nicht aus Stahl ist", sagte Teamkollege Freddie Freeman über den 31-Jährigen. Manager Dave Roberts nannte Ohtanis Leistung die "wahrscheinlich großartigste Performance in der Playoff-Geschichte". Die bislang letzte Titelverteidigung gelang vor 25 Jahren den New York Yankees. Ohtani sei "der großartigste Spieler auf dem Planeten", fügte Roberts an. Die World Series beginnt am 24. Oktober. Gegner der Dodgers sind dann entweder die Toronto Blue Jays oder die Seattle Mariners.
Deutschland rast in Hochgeschwindigkeit ins Finale
Die deutschen Tischtennis-Frauen sind bei der Mannschafts-EM im kroatischen Zadar mit einer makellosen Bilanz ins Finale eingezogen. Bei seiner "Mission Titelverteidigung" blieb das Team um Junioren-Weltmeisterin Annett Kaufmann auch beim 3:0 im Halbfinale gegen Portugal ohne Matchverlust. Am Sonntag (13 Uhr) geht es für die Spielerinnen von Bundestrainerin Tamara Boros nun im Endspiel gegen Rumänien oder die Niederlande um Gold.
Erneut ebnete Sabine Winter mit ihrem Auftaktsieg den Weg. Beim 3:2-Erfolg gegen Fu Yu zeigte die Führungsspielerin ihre Comeback-Qualitäten und drehte einen zweimaligen Satzrückstand noch zu ihren Gunsten. Kaufmann ließ beim 3:1-Sieg gegen Shao Jieni anschließend nur kurz Zweifel an ihrem nächsten Erfolg aufkommen, ehe auch Nina Mittelham, EM-Einzel-Finalistin von 2022, einem Satzrückstand trotzte und den Finaleinzug mit einem 3:1-Erfolg über Matilde Pinto perfekt machte. Eine Medaille hatten sich die Frauen - ebenso wie die Männer - bereits durch den Einzug ins Halbfinale gesichert. In der 67-jährigen EM-Geschichte steht der DTTB damit nun bei 144 Medaillen. Seit 2005 hat zudem immer mindestens eine deutsche Mannschaft den Titel gewonnen.
Bundesliga-Trainer holt zu großer Medienschelte aus
Trainer Lukas Kwasniok vom 1. FC Köln hat vor den Auswirkungen des Medienrummels um Talent Said El Mala gewarnt. "Seit ich da bin, werde ich in jeder Woche dreimal zu Said El Mala befragt, zu einem Spieler, der sechs Bundesligaspiele gemacht hat und einmal in der Startelf stand", sagte Bundesliga-Coach Kwasniok in der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung". Die öffentliche Aufmerksamkeit sei nicht verhältnismäßig und berge Risiken. "Ich denke im Moment oft an die vielen Negativbeispiele, die wir hatten, wenn ein medialer Hype jeden Bezug zur Wirklichkeit verloren hat."
Zudem stoßen dem FC-Coach Spekulationen um El Malas Zukunft böse auf. "Solch ein Umgang ist für mich einfach nicht in Ordnung. Für solch eine Behauptung muss kein Journalist eine Konsequenz fürchten, aber wie soll ein so junger Spieler das verarbeiten? Eigentlich gibt es überhaupt keine Themen um ihn herum, die werden einfach künstlich aufgebauscht. Wie soll da jemand normal bleiben?", fragte Kwasniok mit Blick auf Berichte über ein angeblich hinterlegtes Interesse des FC Bayern und übte deutliche Medienkritik. Offensichtlich seien "Teile der Branche so unter Druck, dass man irgendetwas raushaut, und der Nächste überbietet es, ohne dass es den Ansatz einer Grundlage gibt".
MotoGP-Pilot kollidiert mit Möwe – und gewinnt trotzdem
In Abwesenheit von Weltmeister Marc Márquez hat der italienische MotoGP-Pilot Marco Bezzecchi auch beim Großen Preis von Australien auf Phillip Island das Sprintrennen gewonnen. Der 27 Jahre alte Aprilia-Fahrer setzte sich am Samstag nach 13 Runden vor den Spaniern Raúl Fernández und Pedro Acosta durch.
Márquez, der schon als Champion feststand, hatte sich zuletzt beim Rennen in Indonesien nach einer Kollision im Hauptrennen mit Bezzecchi an der Schulter verletzt und wurde operiert. Der 32-Jährige wird eventuell beim Saisonfinale in Valencia Mitte November sein Comeback geben. Ganz ohne Crash blieb Bezzecchi aber auch diesmal nicht: Beim Start kollidierte er mit einer unglücklichen Möwe. Der Italiener und sein Motorrad überstanden dies im Gegensatz zum armen Vogel unversehrt - dessen Federn blieben am Bike zurück.
Bayern-Legende erkennt "Falle" im deutschen Clásico
Jean-Marie Pfaff hat Borussia Dortmund für das Bundesliga-Spitzenspiel gegen den FC Bayern München eine defensive Taktik empfohlen. "Dortmund darf nicht in die Falle der Bayern laufen, mitzuspielen. Wenn man auswärts antritt, muss man immer abwartend spielen und den Gegner kommen lassen", sagte der ehemalige Bayern-Schlussmann im Interview mit RTL/ntv.
"Die Bayern spielen derzeit auf Topniveau, und wenn du versuchst, das Spiel selbst zu machen, wirst du Probleme gegen Bayern bekommen", warnte Pfaff die Borussen vor ihrem Auswärtsspiel in München (18.30 Uhr/Sky und im Liveticker auf ntv.de). Pfaff, der mit den Bayern in den 80ern dreimal die Meisterschaft gewann, hatte allerdings auch für den BVB lobende Worte übrig: "Dortmund ist wieder oben mit dabei. Sie kombinieren sehr gut."
Deutschland-Trainer kann einen Monat nach EM-Sieg endlich Krankenhaus verlassen
Basketball-Bundestrainer Àlex Mumbrú hat das Krankenhaus verlassen. "Mir geht es besser. Heute gehe ich endlich nach Hause, kein Hospital mehr", teilte der Spanier der "Bild" mit. Mumbrú war nach dem Gewinn des EM-Titels zur Behandlung in seine Heimat gereist, nachdem ihn während des Turniers eine Bauchspeicheldrüsenentzündung geplagt hatte.
Insgesamt vier Wochen verbrachte Mumbrú in der Klinik in Barcelona. Einem Bericht von "Mundo Deportivo" zufolge soll der 46-Jährige etwa 16 Kilo an Gewicht verloren haben. Die Spiele von Dennis Schröder und Franz Wagner auf dem Weg zum EM-Triumph hatte sein Co-Trainer Alan Ibrahimagic verantwortet, Mumbrú kehrte aber im Laufe des Turniers in die Halle zurück und saß auch beim Finale gegen die Türkei in Riga am Sonntag direkt hinter der deutschen Bande. Sein Einfluss aber blieb begrenzt, das Coaching und die Ansprachen in den Auszeiten übernahm Ibrahimagic. Mumbrú nahm jedoch anschließend seine Goldmedaille entgegen und stemmte auch den EM-Pokal.
Thomas Müller weint BVB-Topspiel keine einzige Träne nach
Thomas Müller lässt sich den Bundesliga-Gipfel am Abend (18.30 Uhr/Sky und im Liveticker auf ntvde.) zwischen dem FC Bayern München und Borussia Dortmund nicht entgehen. Aber traurig, dass er beim deutschen Clásico als Spieler nicht mehr auf dem Rasen mitmischen kann, ist der ehemalige Bayern-Star nicht. "Ich bin kein Vermissertyp", sagte der frühere deutsche Fußball-Nationalspieler der Münchner "Abendzeitung".
"Ich hatte in der Vergangenheit viele solcher Spiele für den FC Bayern. Jetzt habe ich mich für etwas anderes entschieden beziehungsweise mich nicht mehr für den Klassiker qualifiziert", sagte der 36-Jährige. Die Karriere bei Bayern sei Vergangenheit. "Wenn ich zurückschaue, war es wunderschön. Die Gegenwart sind jetzt die Vancouver Whitecaps", sagte Müller weiter. Er werde sich das Spiel natürlich anschauen und den Bayern die Daumen drücken. In Vancouver hat sich Müller bestens eingelebt. Sechs Treffer in sechs MLS-Spielen hat er schon erzielt. Mit den Whitecaps liegt Müller einen Spieltag vor Ende der Hauptrunde mit 63 Zählern im Westen auf Rang eins.