Formel1

Mercedes und Red Bull bauen ab Aston Martins teurer Plan und Vettels Beitrag

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Mindestens ein Jahr fährt Vettel noch für Aston Martin. Mit Option auf mehr.

(Foto: imago images/Motorsport Images)

Der Budgetdeckel in der Formel 1 ist für die Topteams Mercedes und Red Bull eine Herausforderung, weil sie sparen müssen. Aston Martin dagegen kann mehr Geld ausgeben - und das tut das Team von Sebastian Vettel. Ob der deutsche Pilot noch profitiert, ist allerdings eine Frage der Zeit.

Noch wirkt Aston Martin in der Formel 1 wenig weltmeisterlich. Doch wenn Sebastian Vettel sich so umschaut bei seinem neuen Rennstall, dann kommt er zu einem Schluss. "Das Team wächst, und das Team wird erfolgreich sein", sagt der Ex-Weltmeister, da bestehe kein Zweifel - mit einer kleinen Einschränkung. "Es ist unmöglich vorauszusagen, wie lange das dauern wird", sagt Vettel. Denn zwar wirbt Aston Martin höchst angesehene Fachleute von der Konkurrenz ab, vergrößert wöchentlich sein Team und baut eine neue Hightech-Fabrik in Silverstone. Ob Vettel, mittlerweile 34 Jahre alt, als Fahrer aber noch davon profitieren wird, ist fraglich.

"Ich werde nicht jünger", sagt er lächelnd, und der Erfolg eines Teams in der Formel 1 komme eben nicht über Nacht. In vier bis fünf Jahren will Aston Martin um den Titel fahren, diese Ansage sei durchaus sinnvoll, meint Vettel: "Wenn man schaut, wie lange andere Spitzenteams gebraucht haben, kommt das ungefähr hin."

Wo die britische Nobelmarke in der Formel 1 hin möchte, wurde in der Woche vor dem Großen Preis von Russland (Sonntag, 14 Uhr/Sky und im Liveticker bei ntv.de) mal wieder deutlich. Martin Whitmarsh wird ab Oktober die Technologie-Abteilung als CEO leiten. Der Mann also, der von 1989 bis 2014 in leitenden Funktionen für McLaren arbeitete und dort seinen Anteil an zahlreichen Siegen und WM-Titeln hatte.

Die große Fabrik ist jetzt im Bau

Das soll nun erneut gelingen. Treibende Kraft ist der kanadische Milliardär Lawrence Stroll. Vor gut drei Jahren übernahm er das Team, das damals noch Force India hieß, überzeugte jetzt auch Aston Martin von diesem Projekt und pumpt seither sehr viel Geld hinein. Noch 2018 war der Rennstall einer der kleinsten der Formel 1, nur dadurch ist dieses rapide Wachstum überhaupt möglich: Während die Großen wie Mercedes und Red Bull unter den neuen Kostendeckel der Königsklasse schrumpfen müssen, wächst Aston Martin von unten an diesen heran.

400 Mitarbeiter waren es damals bei Force India, "momentan stehen wir bei 500", sagt Stroll, bald sollen es 800 sein. Unter den Neuen auch immer wieder Namen, die im Fahrerlager einen sehr guten Klang haben. Andrew Alessi und Dan Fallows etwa wurden als leitende Ingenieure bei Red Bull abgeworben. "Es geht nicht um Quantität, es geht um Qualität", so Stroll.

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Und erst in der vergangenen Woche wurde in Silverstone der Grundstein gelegt für eine hochmoderne Fabrik auf 37.000 Quadratmetern, auch ein neuer Windkanal entsteht dort. In 18 Monaten soll alles fertig sein - und irgendwie erinnern diese Aktivitäten stark an die Phasen, die Red Bull und Mercedes durchlebten, bevor sie WM-Titel in Serie einfuhren.

"Der Einsatz ist sehr hoch", sagt Vettel, "und es ist sehr spannend, ein Teil davon zu sein." Am Wochenende in Sotschi dürfte es wieder schwer werden für ihn, der Aston Martin von 2021 hat mitunter Mühe, in die Top 10 zu fahren. Im kommenden Jahr allerdings greift ein komplett neues Reglement, dann könnten sich die Kräfteverhältnisse ändern. Und mindestens für 2022 bleibt Vettel ja noch beim Team, als Aufbauhelfer hat er also zweifellos seinen Anteil. Die Früchte ernten aber vielleicht erst seine Nachfolger.

Quelle: ntv.de, tsi/sid

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