Formel1

Lehren aus dem Silverstone-GP Die Formel 1 verzweifelt an Lewis Hamilton

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Selbst ein kaputter Vorderreifen kann Weltmeister Lewis Hamilton nicht stoppen.

(Foto: imago images/HochZwei)

Die Formel 1 bleibt in dieser Woche in Großbritannien und fährt schon am Sonntag (15.10 Uhr/RTL und im Liveticker auf ntv.de) ein weiteres Geisterrennen ohne Zuschauer in der durcheinandergewirbelten Corona-Notsaison. Der erste Grand Prix in Silverstone bot ein verrücktes Highlight und ein verzweifeltes Fahrerfeld.

Hamilton ist absolut unschlagbar: Dass er ein überragender Fahrer ist, musste der Weltmeister längst nicht mehr beweisen. Dass er auch in außergewöhnlichen Situationen die Nerven und seinen Mercedes im Griff behält und selbst in einem Dreirad ein Formel-1-Rennen gewinnen kann, demonstrierte die Siegmaschine in Silverstone eindrucksvoll. Um ein Auto, dessen linker Vorderreifen sich bei Tempo 290 auf einer Highspeed-Geraden auflöst, unter Kontrolle zu halten und es mit Vollgas zum Sieg zu steuern, bedarf es dieser ganz speziellen Fähigkeiten, die Lewis Hamilton zum besten Fahrer seiner Zeit machen.

Wenn Lewis Hamilton ein Rennen selbst noch auf drei Rädern gewinnen kann, wie soll man den Dominator dann schlagen? Unaufhaltsam steuert der 35-Jährige seinem siebten WM-Titel entgegen. Am kommenden Wochenende ist der Titelverteidiger erneut der Favorit, wenn es auf seiner Heimstrecke wieder um 25 WM-Punkte geht. Nach nur vier Läufen hat der Mercedes-Fahrer schon 30 Zähler Vorsprung auf den Stallrivalen Valtteri Bottas aus Finnland.

Konkurrenz verzweifelt: "Nein." Die Antwort, ob jemand Hamilton auf dem Weg zur Weltmeisterschaft aufhalten kann, fiel bei Max Verstappen von Red Bull eindeutig aus. "Nur Valtteri hat Chancen", sagte Charles Leclerc von Ferrari. Die Mercedes-Gegner geben schon zu Beginn der Saison auf und kämpfen nur noch den zweiten Platz unter den Konstrukteuren aus. Zu groß ist der Vorsprung der Silberpfeile. Leclerc nannte seinen dritten Platz aufgrund des späten Ausfalls von Bottas "reines Glück."

Vettel völlig gefrustet: WM-Platz 13 mit nur zehn Zählern ist für Ex-Champion Sebastian Vettel eine Katastrophe. Während Leclerc zumindest noch halbwegs im Kampf um die Podestplätze mitfahren kann, geht beim Heppenheimer gar nichts. Das Podest ist ganz weit weg. Im Mittelfeld fährt er mit den Hinterbänklern um die Plätze. Das Auto macht enorme Probleme, die Gründe dafür sind in seinem letzten Jahr bei Ferrari völlig unklar. "Ich habe mich von der ersten Runde an nicht wohlgefühlt", sagte Vettel. Entsprechend sei es auf der Strecke eher ein ständiges Retten gewesen als ein Attackieren. "So wie es im Moment ist, so geht es nicht weiter", befand er. "Es ist grundlegend etwas faul. Entweder bei mir oder mit dem Auto."

Hülkenberg hofft: Einige hatten schon über Nico Hülkenbergs Chancen auf das Podest spekuliert, doch dann kam alles ganz anders. Probleme am Antrieb verhinderten das Blitz-Comeback des Rheinländers. Eine Möglichkeit bleibt ihm aber noch. Sollte der Mexikaner Sergio Perez nach seinem positiven Coronavirus-Test in der Vorwoche noch keine Freigabe durch die Ärzte erhalten, sitzt der 32-Jährige aus Emmerich beim zweiten Rennen in Silverstone doch noch wieder in einem Formel-1-Cockpit. Danach sollte das Intermezzo aber enden.

Racing Point hadert: Nein, so richtig viele positive Schlagzeilen haben die Pink Panther in Silverstone nicht geschrieben. Zuerst der positive Coronatest von Sergio Perez (wie konnte das überhaupt passieren?), dann der Kapitalschaden an Hülkenbergs Auto und schließlich ein enttäuschender neunter Platz von Lance Stroll - das Team blieb in der Heimat des britischen Motorsports so einiges schuldig. Dass es mit Sebastian Vettel im kommenden Jahr besser werden kann, weiß nicht nur Teamchef Otmar Szafnauer, dennoch spielt Racing Point weiter auf Zeit. Szafnauer sollte sich bald entscheiden, denn Vettel dürfte noch mindestens eine andere Option haben.

Quelle: ntv.de, dbe/dpa/sid