Formel1

Spitze gegen Sebastian Vettel Ferrari kapituliert für zwei Jahre

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Dieses Auto ist nicht konkurrenzfähig.

(Foto: AP)

"Die Realität ist: Unser Auto ist nicht konkurrenzfähig." So sagt Ferrari-Präsident John Elkann der "Gazzetta dello Sport". Seine Konsequenz: Die Scuderia soll sich nicht mit dem aktuellen Fahrzeug verzetteln, sondern sich nun bereits verstärkt um den Rennwagen für 2022 kümmern.

Ferrari setzt nach der Ära Sebastian Vettel auf einen neuen Geist in Maranello - und will zu diesem Zweck offenbar auch die Bindung des neuen Fahrerduos an die Scuderia stärken. Charles Leclerc und Carlos Sainz jr. "werden in Maranello wohnen, sie werden unseren Ingenieuren nahe sein", sagte John Elkann, Chef des Ferrari-Mutterkonzerns Fiat Chrysler, der "Gazzetta dello Sport": "Das neue Auto wird mit ihnen entstehen."

Ob beide Piloten tatsächlich dauerhaft in die Nähe des Firmensitzes ziehen, scheint allerdings fraglich. Sainz, der Vettel im kommenden Jahr ersetzen wird, war zwar schon vor Jahren aus seiner spanischen Heimat nach England gezogen, um dort seine Karriere voranzutreiben. Der Monegasse Leclerc wohnt aber bis heute im Fürstentum.

Elkann erkennt zudem an, dass Ferrari wohl nicht nur in dieser Saison der Spitze hinterherfahren wird: "Die Wahrheit ist, dass unser Auto nicht konkurrenzfähig ist. Wir schaffen jetzt die Basis, um wieder zu gewinnen, wenn die Regeln 2022 geändert werden." Aufgrund der im Rahmen der Corona-Krise beschlossenen Einschränkungen in der Formel 1 werden große Entwicklungen zur Saison 2021 nicht möglich sein.

Seitenhiebe Richtung Vettel und Alonso

Elkann sieht Ferraris Probleme in den vergangenen Jahren indes auch in der Wahl der zu prominenten Piloten begründet. "Wir haben Champions wie Fernando Alonso und Sebastian Vettel bei uns gehabt, die schon Weltmeister waren", sagte der 44-Jährige: "Beim Aufbau einer neuen Phase ist es schwieriger, von jemandem Geduld zu verlangen, der bereits gewonnen hat, als von jemandem, der die Zukunft noch vor sich hat."

Mit Leclerc und Sainz stelle man nun die Weichen, "um etwas Wichtiges und Dauerhaftes aufzubauen". Dabei soll weiterhin der in die Kritik geratene Teamchef Mattia Binotto die Richtung vorgeben. "Ich habe totales Vertrauen in ihn", sagte Elkann: "Binotto war bei Ferrari schon an der Seite von Jean Todt und Michael Schumacher. Er weiß, wie man gewinnt, und im nächsten Jahr wird er mit zwei ehrgeizigen Piloten zusammenarbeiten."

Quelle: ntv.de, tno/sid