Formel1

Zum Start gleich zwei Rennen Formel 1 plant Doppelschlag im Juli

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An der Rennstrecke von Spielberg wird es in diesem Jahr auf jeden Fall deutlich leerer sein.

(Foto: picture alliance/dpa)

Bislang ruht die Formel 1 wegen der Coronavirus-Pandemie. Doch die Veranstalter hoffen auf einen Saisonstart Anfang Juli. Dann soll es in Österreich sogar eine Weltpremiere geben. Bis dahin aber müssen die Teams erst einmal ihren Zwangsurlaub verlängern.

Die Formel 1 will im Juli endlich Fahrt aufnehmen - und das mit einem historischen Doppelschlag: "Zwei Rennen, jeweils am Sonntag, den 5. und den 12. Juli" seien in Spielberg/Österreich geplant, sagte Red-Bull-Motorsportberater Helmut Marko dem Radiosender Ö3. Wie die öffentlich-rechtliche Station unter Berufung auf den 76-Jährigen weiter berichtete, habe der Veranstalter mit seinem Konzept alle Auflagen erfüllt. Einzig eine zweite Infektionswelle des Coronavirus könne die erste Doppelveranstaltung der Formel-1-Geschichte auf ein und derselben Strecke verhindern.

Der Rahmen soll angesichts der Coronavirus-Pandemie strikt reglementiert sein: Weniger als 2000 Menschen werden den Tross bilden, der nur aus für die Durchführung unverzichtbaren Personen bestehen soll. Fans auf den Tribünen sollen nicht dabei sein. Alle Teammitglieder müssen kurz vor der Anreise einen negativen Coronatest nachweisen.

Frankreich-Rennen vor Absage

Zudem liefen "Gespräche mit weiteren europäischen Veranstaltern", erklärte Marko. Denn nur im viel zitierten Kernmarkt der Formel 1 scheint die Meisterschaft in dieser schwierigen Zeit überhaupt anlaufen können. Zwar steht mit dem Großen Preis von Frankreich (28. Juni) auch der zehnte der 22 angesetzten Grands Prix wegen Covid-19 vor der Absage bzw. Verschiebung - im Hexagon sind Großveranstaltungen bis Mitte Juli untersagt.

Nach Österreich aber könnte der Formel-1-Tross auf vier Rädern nach Großbritannien weiterziehen. Auf der Insel ist die Mehrzahl der Teams zu Hause, in Silverstone dürfte deswegen nicht nur am 19. Juli ein Grand Prix gefahren werden. Was danach kommt, steht allerdings in den Sternen. Italien mit Monza ist weiter ein Corona-Krisenherd, in den Niederlanden (Zandvoort) und Belgien (Spa) geht bis Ende August nichts.

Die Formel 1 muss daher an kurzfristigen Lösungen arbeiten, und dafür ist der Weg geebnet: Der Motorsport-Weltrat genehmigte die Aufnahme einer Schutzklausel in die Sportgesetzgebung. Diese erlaubt dem Automobil-Weltverband Fia, "unter außergewöhnlichen Umständen" schnelle Änderungen der Regularien vorzunehmen. "In Ausnahmefällen und wenn die Fia der Ansicht ist, dass die betreffende Änderung für die Sicherung der Serie unerlässlich ist", sei künftig keine Einstimmigkeit der Teilnehmer mehr vonnöten, sondern lediglich die einfache Mehrheit.

Zwangsurlaub verlängert

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Vorerst bleiben die Boxen geschlossen.

(Foto: imago images/eu-images)

Weiter wurde der Zwangsurlaub der zehn Teams von 35 auf 63 Tage verlängert, wie das Fachmagazin "Auto Motor und Sport" berichtete. Die Motorenhersteller Mercedes, Ferrari, Renault und Honda müssen laut dem Bericht ihre Fabriken statt 35 nun 49 Tage geschlossen halten. Das soll weitere Kosten sparen.

Zur Überbrückung erhalten angeschlagene Teams von Vermarkter Liberty Media eine vorgezogene Zahlung aus dem Geldtopf der Motorsport-Königsklasse. Das bestätigte Liberty-Chef Greg Maffei. Man wolle sicherstellen, "dass die Teams zahlungsfähig sind. Denn sie sind Teil dessen, was wir brauchen, um 2020, 2021 und darüber hinaus erfolgreich zu sein", sagte Maffei. "Wir haben Szenarien für null Rennen, für irgendwas zwischen 15 und 18 Rennen, für Rennen ohne Zuschauer und nur mit den Teams", erklärte der US-Amerikaner weiter.

Quelle: ntv.de, ara/sid