Formel1

"Brutale Watsch'n" bei Mercedes Hamilton geht mit Wut auf Vettel-Jagd

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Wer seinen Mercedes liebt, der schiebt.

(Foto: dpa)

Lewis Hamilton muss auf dem Hockenheimring mal wieder eine Aufholjagd von hinten starten. Es wäre nicht das erste Mal, dass er mit viel Wut nach vorne prescht. Aber der Brite ist derzeit nicht im Reinen mit seinem Team und gibt die Formel-1-Diva.

Lewis Hamilton nimmt seinen Helm nach dem desaströsen Qualifying auf dem Hockenheimring erst im Fahrerlager ab. Wie es darunter aussieht, können Beobachter, Fans und Experten nur erahnen. Kurz zuvor hatte Hamilton seinen F1 W09 noch verzweifelt in Richtung Box geschoben, ehe er verzweifelt feststellen musste, dass eine Mühen zwecklos sind. "Es ist hart zu akzeptieren, wenn man in so einem engen Kampf ist", sagte der Weltmeister. Auf die Frage eines RTL-Reporters, warum er sich neben seinen Wagen gekniet habe, erklärt er schmallippig: "War halt so." Die Gemütslage des Briten ist klar: Stocksauer.

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Im Rennen ist Hamilton damit zu seiner nächsten Aufholjagd verdammt. Von Platz 14 muss er versuchen, Sebastian Vettel einzuholen, seinen großen Konkurrenten um den WM-Titel. Der steht mit seinem Ferrari auf der Pole Position und kann seine Führung in der Fahrerwertung damit weiter ausbauen. Acht Punkte liegt der Heppenheimer derzeit vor Hamilton.

Wie schon beim Heim-Grand-Prix des Briten vor zwei Wochen in Silverstone drohen Vettel und Ferrari ihm auch am Hockenheimring also die Show zu stehlen. Das wurmt Hamilton. Den Ärger quittiert er zum wiederholten Male mit divenhaftem Verhalten und Stänkereien gegen das eigene Team. Auch wenn er später auf Twitter zurückrudert und den Zusammenhalt der Mercedes-Crew beschwört.

Die derzeitige Tendenz allerdings sollte die Silberpfeile beunruhigen. Vettel führt nicht nur die Fahrerwertung an, auch in der Konstrukteurwertung liegt das Ferrari-Team aus Maranello an der Spitze. Im Qualifying scheinen die Italiener den Rückstand auf Mercedes ebenfalls aufgeholt zu haben.

Toto Wolff hat keine Antwort

Grund für Optimismus gibt es derzeit also kaum bei Hamilton und seinem Team. Positiv bleibt nur festzuhalten, dass dem Briten Aufholjagden liegen, das hat er bereits in Silverstone gezeigt. Beim Heimrennen in England hatte Vettels Ferrari-Kollege Kimi Räikkönen Hamilton in der ersten Runde umgedreht. Vom letzten Platz aus vom Hamilton die Verfolgung aufnehmen. Am Ende kam er auf dem zweiten Platz ins Ziel.

"Wir kriegen schon brutal Watsch'n im Moment", konstatierte Toto Wolff von Mercedes: "Das ist schon charakterbildend." Auf den stark verbesserten Ferrari-Motor haben die Silberpfeile noch keine die passende Antwort gefunden. Fünf Zehntelsekunden sei der Wagen schneller, meinte Wolff und sprach von einer ernsthaften Warnung für Mercedes. Und für gewöhnlich läuft der Ferrari im Rennen noch etwas besser als im Qualifying. Daran erinnerte auch Vettel nach seiner Pole Position.

Trost kann Hamilton so nur einer Statistik ziehen, die auch Vettels "Fluch von Hockenheim" bekannt ist. Denn der Ferrari-Pilot konnte auf dem 4,574 Kilometer langen Kurs in der Königsklasse noch nie gewinnen. 2010 stand er schon einmal auf der Pole Position, wurde am Ende aber nur Dritter. "Ich habe eine etwas gemischte Beziehung zu dieser Strecke", gab auch Vettel zu.

Vielleicht kann Mercedes also doch ein Wort um den Sieg mitreden, denn mit Valtterie Bottas steht der zweite Mercedes neben Vettel in der ersten Startreihe und schon in Silverstone hatte der Finne dem Deutschen das Leben an der Spitze lange Zeit schwer gemacht. Lewis Hamilton würde es freuen.

Quelle: n-tv.de, sgu/chr/dpa

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