Formel1

"Bin überglücklich" Mick Schumacher feiert sein Formel-1-Debüt

Der erste Einsatz von Mick Schumacher in der Formel 1 steht nun doch unmittelbar bevor: Beim Heimrennen am Nürburgring wird der Sohn von Rekord-Weltmeister Michael Schumacher in einen Alfa Romeo steigen und das 1. Freie Training in der Königsklasse bestreiten.

Mick Schumacher steht unmittelbar vor seinem Debüt in der Königsklasse des Motorsports: Der Ferrari-Nachwuchspilot wird am kommenden Rennwochenende am Nürburgring in einen Alfa Romeo steigen und für den Rennstall das 1. Freie Training bestreiten, wie Ferrari mitteilte. Damit wird er für seine starken Leistungen in der Formel 2 belohnt, deren Gesamtwertung er anführt. Auch sein Formel-2-Fahrerkollege Callum Ilott, wie Schumacher Teil des Ferrari-Nachwuchsprogramms, wird am Nürburgring in einem aktuellen Formel-1-Boliden sitzen. Die Formel 2 pausiert in der Eifel, wodurch sich die jungen Piloten voll auf ihren Ausflug in die Formel 1 konzentrieren können.

Schumacher wird den Wagen von Alfa-Stammpilot Antonio Giovinazzi übernehmen. "Ich bin überglücklich, diese Chance im Freien Training zu bekommen", sagte Schumacher. Dass er vor Heimpublikum fahren dürfe, mache es noch spezieller. Der Sohn von Formel-1-Rekordweltmeister Michael Schumacher gilt als Anwärter auf ein Cockpit bei Alfa auch ab der kommenden Saison. Das Team bezieht von Ferrari die Motoren - und kennt Mick Schumacher bereits gut.

"Es besteht kein Zweifel daran, dass Mick eines der großen Talente ist", kommentierte Alfa-Teamchef Fred Vasseur die Nachricht aus dem Ferrari-Hauptquartier in Maranello. "Und seine jüngsten Ergebnisse haben das gezeigt. Er ist offensichtlich schnell, aber er ist auch hinter dem Lenkrad beständig und reif - alles Kennzeichen eines kommenden Champions." 2019 saß Schumacher bereits für Testfahrten im Alfa und blieb den Verantwortlichen mit seiner Akribie und Arbeitseinstellung positiv im Gedächtnis: "Wir freuen uns auf eine erneute Zusammenarbeit mit ihm auf dem Nürburgring."

"Auto ist viel komplizierter"

Einen Formel-1-Boliden hatte Schumacher zuletzt im Rahmen eines des Ferrari-Heim-Grand-Prix in Mugello gefahren. Dort drehte er im Ferrari F2004 einige Runden, mit dem sein Vater Michael Schumacher 2004 seinen siebten WM-Titel in der Königsklasse errungen hatte.

Die Chancen auf einen langfristigen Aufstieg stehen wahrlich nicht schlecht: Scuderia-Teamchef Mattia Binotto lobte Mick jüngst für seine grandiosen Leistungen in der Formel 2 und orakelte: "Ich denke, dass Mick große Chancen hat, möglicherweise nächstes Jahr in der Formel 1 zu fahren." Dafür werde er noch diese Saison seine Trainingszeit bekommen, verkündete der 50-Jährige. Nun ist es schon so weit.

Ferrari-Sportchef Laurent Mekies hat klare Vorgaben für seine Nachwuchspiloten: "Es wird eine Chance sein, sich mit einem Formel-1-Auto vertraut zu machen, das viel komplizierter ist als das Auto, das sie derzeit zu fahren gewohnt sind." In den nächsten zehn Tagen, so Schumacher, werde er sich "gründlich vorbereiten, um den bestmöglichen Job für das Team zu erledigen und so viele Daten wie möglich zu liefern."

Zur Vorbereitung auf ihr Formel-1-Debüt wird Schumacher am Mittwoch auf der Rennstrecke von Fiorano am Steuer eines SF71H testen, dem Formel-1-Auto, mit dem die Scuderia Ferrari in der Saison 2018 angetreten war. Ferrari habe den Test für seine Nachwuchsfahrer organisiert, damit "unsere besten Junioren so gut wie möglich vorbereitet sind auf diesen besonderen Moment".

Dass Schumacher eine gute Figur machen wird, ist unter Beobachtern der Formel 1 weitestgehend unumstritten. Der Ferrari-Junior "ist definitiv bereit für die Formel 1", sagte ntv-Motorsport-Experte Felix Görner jüngst. "Zu Saisonbeginn war man sich noch nicht sicher, ob er so weit ist - aber jetzt zweifelt keiner mehr daran."

Quelle: ntv.de, ter/dpa