Formel1

Formel 1 in der Halbzeitbilanz Nur der Papa rettet Vettels Teamkollegen

Sebastian Vettel (l) und Lance Stroll bei der Vorstelltung des neuen Rennwagens von Aston Martin.

Wenn Papa und Teamchef Lawrence Stroll nicht die schützende Hand über ihn halten würde, wäre Sohn Lance sein Cockpit wohl schon lange los.

(Foto: ---/Aston Martin Aramco Cognizan)

Halbzeit in der Formel 1! Nach 11 von 22 Rennen ist es Zeit für ein Zwischenfazit. Welcher Fahrer hat sich welche Note verdient? Wie schneiden Mick Schumacher und Sebastian Vettel nach einem Halbjahr mit Höhen und Tiefen ab? Heute mit Teil eins.

Nicholas Latifi (Williams/0 Punkte) - Note 6,0: Was bekommt man, wenn man den schlechtesten Wagen mit dem schlechtesten Fahrer im Feld paart? Richtig: null Punkte. Die Kombination FW44/Latifi hält ein Abo auf die Rote Laterne. Der Kanadier ist in nahezu keinem Rennen konkurrenzfähig. Selbst wenn es mal drunter und drüber geht und sich ein Fenster für ihn öffnet, knallt er mit seinem Kopf gegen den Rahmen. Kleiner Trost: Noch elf Rennen, dann ist seine F1-Karriere vorbei.

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Lance Stroll (Aston Martin/3 Punkte) - Note 5,5: Auch nach fünfeinhalb Jahren ist Stroll nicht in der Lage, mehr aus einem F1-Wagen rauszuholen als drin ist. Dabei wäre genau das nötig, um mit dem Aston Martin auch mal mehr als nur einen zehnten Platz herauszufahren. Drei Mal kroch der Kanadier mit Ach und Krach in die Punkte. Demgegenüber stehen acht Rennen ohne Zähler. Wenn Papa und Teamchef Lawrence nicht die schützende Hand über ihn halten würde, wäre er sein Cockpit wohl schon lange los.

Alex Albon (Williams/3 Punkte) - Note 2,0: Nach einem fantastischen Start und zwei überraschenden Top-10-Ergebnissen in den ersten fünf Rennen ist es zuletzt scheinbar etwas ruhiger um Albon geworden. Doch der Schein trügt. In Baku (12.), Montreal (13.) und Spielberg (12.) kratzte er trotz unterlegenem Auto an den Punkten. Der 26-Jährige ist einfach in jedem Rennen zur Stelle und ein wahrer Experte, wenn es darum geht, eine Strategie perfekt umzusetzen.

Guanyu Zhou (Alfa Romeo/5 Punkte) - Note 4,0: Zhous Ergebnisse stehen im krassen Gegensatz zu denen von Teamkollege Valtteri Bottas. Allerdings wird der Chinese auch ein wenig vom Pech verfolgt. Vier Ausfälle in den letzten sieben Rennen haben ihn einige Kilometer gekostet - für einen Rookie ist das besonders bitter. Beim hektischen Kanada-GP zeigte er mit Platz acht, zu was er imstande ist. Davon muss in der zweiten Saisonhälfte mehr kommen.

Yuki Tsunoda (AlphaTauri/11 Punkte) - Note 5,0: Tsunoda hat sich im Red-Bull-Lager zu einem kleinen Problemkind entwickelt - und das nicht nur, weil er am Funk regelmäßig wie ein Rohrspatz flucht. Dem AT03 fehlt es im Vergleich zum Vorgänger an Speed, entsprechend schwer tut sich der Japaner im Verkehr und am Ende der gefürchteten "DRS-Züge". Der 22-Jährige wirkt zunehmend frustriert und benötigt dringend einen Befreiungsschlag.

Mick Schumacher (Haas/12 Punkte) - Note 4,0: Verrückt, was zwei Rennen alles ändern können! Nach Kanada wurde Micks Zukunft in der Formel 1 noch angezweifelt. Dann fuhr er in Silverstone (P8) und Spielberg (P6) plötzlich so stark, dass Rufe nach einem Wechsel zu einem Top-Team laut wurden. Diese muss er aber ausblenden. Für ihn geht es jetzt darum, endlich Konstanz in seine Leistungen zu bringen. Erst dann sollte er über den nächsten Schritt nachdenken.

Sebastian Vettel (Aston Martin/15 Punkte) - Note 4,0: Das jüngste Upgrade hat den Aston Martin besser gemacht, gut genug ist der AMR22 aber noch lange nicht. Das bekommt Vettel zu spüren, wenn er bis zum Rennen nie weiß, ob er um Platz 14 oder Platz 8 fährt. Seb stinkt das. Er will um Punkte und Siege fahren. Das kann er. Doch die Zeit läuft ihm davon. Den Killerinstinkt aus seinen WM-Jahren hat der Heppenheimer verloren, in einem konkurrenzfähigen Auto wäre ihm aber noch einiges zuzutrauen.

Pierre Gasly (AlphaTauri/16 Punkte) - Note 4,5: Gaslys Zauber aus dem Vorjahr ist verflogen. Der Franzose leidet darunter, dass er nur noch selten angreifen und sich gleichzeitig nur schwer verteidigen kann. Der 26-Jährige kämpft wie sein Teamkollege mit stumpfen Waffen. Weder im Qualifying noch im Rennen hat der AT03 das gewünschte Tempo. Für den ambitionierten Gasly ist nur schwer zu akzeptieren, dass er es in acht von elf Rennen nicht in die Punkte schaffte.

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Daniel Ricciardo (McLaren/17 Punkte) - Note 6,0: Die Trostplätze acht und neun in Baku und Spielberg schönen Ricciardos Bilanz nur auf dem Papier. Der Australier wird mit dem McLaren einfach nicht warm. Von einem Fahrer seiner Klasse muss man eigentlich erwarten können, dass er seinen Stil anpasst und mindestens mit dem eigenen Teamkollegen auf Augenhöhe fährt. Doch das ist Ricciardo bis heute nicht gelungen - und das ist eine Riesenenttäuschung!

Kevin Magnussen (Haas/22 Punkte) - Note 3,5: Bei Haas knistert es! Seit Mick Schumacher den Schalter umgelegt hat, muss sich das Team nicht nur mit der Konkurrenz, sondern auch mit einem internen Wettkampf auseinandersetzen. Magnussen hat seinen Vorsprung auf Mick verloren. Das deutete sich schon in Barcelona an. Während Schumacher immer besser zurechtkommt, stagniert der Däne.

Quelle: ntv.de

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