Formel1

F1-Presse sorgt sich um Ferrari "Nur gut, dass die Saison zu Ende ist"

Weltmeister Lewis Hamilton dominiert die Formel 1 2019 nach Belieben. Im letzten Rennen der Saison ist das nicht anders. Die internationale Presse rühmt den Briten, aber besonders die italienischen Blätter machen sich große Sorgen um Ferrari. Zu viele Baustellen offenbarten sich schon vor dem Nachtrennen in Abu Dhabi, der Abschluss war aber noch einmal ein Abbild der Saison. In Maranello haben sie im Winter nun eine Menge zu tun - nicht nur am Auto.

England

"Guardian": "An diesem Sieg gab es wahrlich keinen Zweifel. Hamilton führte in jeder Runde, es war eine phänomenale Vorstellung. Lewis ist nicht nur ein unvergleichlicher Champion, er ist das Gesicht der Formel 1."

"Telegraph": "So groß ist die Macht des Lewis Hamilton, dass es  ihm freisteht, nach seinen ganz eigenen Regeln zu handeln. Er gab offen zu, dass er sich mit Ferrari-Boss John Elkann getroffen hat, um Möglichkeiten für 2021 auszuloten. Hamilton ist auf einem Level angekommen, auf dem er jedes Recht hat, die letzten Kapitel seiner Geschichte ganz alleine zu schreiben."

"Daily Mail": "Lewis Hamilton bleibt auch in der heraufziehenden Dämmerung seiner Karriere unvergleichlich brillant. Nach einer unglaublich beeindruckenden Leistung feiert er seinen elften Saisonsieg, den 84. seiner Karriere. Ob man ihn in dieser Form stoppen kann, wird die nächste Saison zeigen. Die jungen Leute sind jedenfalls jetzt am Zug, etwas zu beweisen."

Italien

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Noch kommen die Kronprinzen zum Gratulieren: Max Verstappen und Charles Leclerc werden Hamilton angreifen.

(Foto: imago images/Motorsport Images)

"Gazzetta dello Sport": "Der Menschenfresser Hamilton gewinnt auch das letzte Rennen der Saison und erteilt den jungen ambitionierten Piloten eine Lehre. Hamilton ist der König der Formel 1 inmitten  junger Thronanwärter. Die neue Generation schreitet voran, doch Hamilton bleibt ihr König. Zum Glück für Ferrari ist die Saison zu Ende."

"Corriere dello Sport": "Hamilton fährt ein für ihn unbedeutendes Rennen, als wäre es der wichtigste Grand Prix seiner Karriere. Das unterscheidet ihn von allen anderen, er gehört zu den größten Piloten aller Zeiten. Ferrari beendet die WM mit einer Reihe negativer Zwischenfälle. Maranello muss im Winter hart arbeiten, um Probleme mit der Aerodynamik und der Zuverlässigkeit des Autos sowie im Umgang mit den Piloten zu lösen."

"Tuttosport": "Hamilton beweist wieder einmal, wie fest er die Formel 1 im Griff hat. Ferrari war nie wirklich ein gefährlicher Konkurrent. Will Maranello wieder eine führende Rolle spielen, genügt es nicht, nur am Auto zu arbeiten. Es gibt sehr viel mehr zu tun."

"Corriere della Sera": "Für Ferrari ist es nur gut, dass die Saison endlich zu Ende ist. Angesichts der außerordentlichen Stärke von Mercedes und Lewis Hamilton und der stetigen Verbesserung von Red Bull und Honda muss Maranello sehr hart arbeiten. Für Teamchef Mattia Binotto dürfte der Winter noch anstrengender werden als die langen Monate an der Strecke."

"Repubblica": "Das angebliche Interesse Ferraris scheint Hamilton noch mehr zu inspirieren. Ferrari strengt sich an, der dritte Platz von Leclerc entspricht den aktuellen Machtverhältnissen innerhalb und außerhalb des Teams. Für Vettel endet die schlechteste Saison, seit er bei Ferrari ist."

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2020 wird Hamilton weitere Schumacher-Rekorde egalisieren.

(Foto: imago sportfotodienst)

"La Stampa": "Hamilton erteilt den jungen Piloten Fahrunterricht. Ferrari hat in Abu Dhabi bisher nie besonders viel Glück gehabt und setzt die Reihe schmerzhafter Fehler in diesem Jahr fort. Für Vettel  bleibt der einzig positive Aspekt in diesem schwarzen 2019 die Geburt seines dritten Kindes."

Frankreich

"L'Equipe": "Der 11. Saisonsieg für Lewis Hamilton, der 84. seiner Karriere, war weder der schwierigste noch der spektakulärste.  Unantastbar, unschlagbar, kompromisslos - wählen Sie selbst den Begriff, der Ihnen am besten gefällt. Von der ersten Kurve an entschied Hamilton den Verlauf dieses Rennens. Seine Gegner haben ihn nie wieder gesehen."

Österreich

"Kronen Zeitung": "Lewis Hamilton hat in Abu Dhabi den letzten WM-Lauf der Formel-1-Saison 2019 gewonnen und das Jahr seines sechsten WM-Titels mit dem 84. Grand-Prix-Sieg gekrönt. Hamilton  führte souverän von Beginn weg und fuhr ein einsames Jubiläums-Rennen."

Schweiz

"Blick": "Solo-Show von Lewis Hamilton. Er zieht beim Start davon und blickt nie mehr in den Rückspiegel."

Spanien

"Marca": "Hamilton haut beim letzten Rennen nochmal auf den Tisch  und untermauert seinen Status als König der Formel 1. Leclerc rettet die Ehre Ferraris mit dem dritten Platz, Vettel kommt über einen enttäuschenden fünften Platz nicht hinaus. Man darf gespannt sein,  ob Lewis Hamilton 2020 mit dem großen Michael Schumacher gleichziehen kann."

"AS": "Hamilton gewinnt locker in Abu Dhabi vor Verstappen und Leclerc. Niemand leistete Gegenwehr, Hamilton durfte sich richtig austoben, er sitzt im Olymp der Formel 1. Sebastian Vettel muss im neuen Jahr auf den Resetknopf drücken."

"Sport": "Hamilton verlängert die Regentschaft von Mercedes in Abu Dhabi. Er war ein Blitz, für jeden unerreichbar, niemand konnte ihn stoppen, er machte, was er wollte. Vettel hatte nie Optionen auf das Podium und wurde im Laufe des Rennens immer unbedeutender."

"El Mundo Deportivo": "Hamilton gewinnt ganz locker, er setzt sich ohne Wenn und Aber gegen Verstappen und Leclerc durch. Verstappen nutzt für sich das Desaster bei Ferrari. Für Sebastian Vettel gab es auch diesmal nichts zu holen, der fünfte Platz entspricht nicht seinen Ansprüchen."

Quelle: n-tv.de, ter/sid

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