Formel1

Startplatzrücken bei Formel 1 in Suzuka Rennleitung lässt Vettel die Pole

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Sebastian Vettel geht als Nummer 1 ins Rennen.

(Foto: dapd)

Sebastian Vettels Aufholjagd in der Formel-1-Gesamtwertung wird beinahe gestoppt - weil er den WM-Führenden Fernando Alonso behindert haben soll, muss er zur Rennleitung. Die belässt es bei einer Verwarnung. Vettel startet in Suzuka damit von der Pole Position. Andere Fahrer werden hingegen bestraft. Die Folge ist eifriges Startplätzerücken.

Sebastian Vettel musste drei Stunden zittern, Michael Schumacher zu Beginn seiner Abschiedstournee eine weitere bittere Pille schlucken: Der Weltmeister fuhr im Qualifying zum Großen Preis von Japan (Sonntag, 8 Uhr MESZ/RTL und n-tv.de-Liveticker) in seinem Red Bull einmal mehr der Konkurrenz davon und zauberte die schnellste Zeit auf den Asphalt - doch danach begann bei dem 25-Jährigen das Bibbern um seine vierte Pole-Position in Serie in Japan.

Weil er den WM-Führenden Fernando Alonso auf der Schlussrunde behindert haben sollte, wurde er von der Rennleitung zum Rapport bestellt. Doch um 18.18 Uhr Ortszeit gab es Entwarnung: Vettel wurde von den Stewards lediglich verwarnt und darf als Erster ins Rennen gehen.

"Das war ein fast perfektes Qualifying", hatte Vettel, der seine Aufholjagd im Kampf um den dritten Titel in Folge auf Ferrari-Pilot Alonso fortsetzen will, unmittelbar nach dem Rennen gesagt. "Das Auto hat sich fantastisch angefühlt. Hoffentlich läuft es im Rennen auch so gut." Bereits das ganze Wochenende hatte sich Vettel auf seiner Lieblingsstrecke, auf der er im vergangenen Jahr seinen zweiten Titel perfekt gemacht hatte, extrem selbstbewusst gegeben.

Vettel dominant

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Die Bestzeit fuhr Vettel mit neuem Frontfügel ein.

(Foto: AP)

Vettel zeigte eine fehlerfreie Vorstellung und dominierte die Qualifikation fast nach Belieben, nachdem ihm über Nacht ein neuer Frontflügel am Wagen montiert worden war. Sein Teamkollege Mark Webber (Australien) landete auf Platz zwei. Dritter wurde Jenson Button. Der McLaren-Pilot wird wegen eines unerlaubten Getriebewechsels aber um fünf Plätze strafversetzt. Auf den dritten Platz rückt Lokalmatador Kamui Kobayashi vor. 

Schumacher erlebte in seinem Silberpfeil dagegen wieder einen Rückschlag. Im ersten Qualifying nach der Ankündigung seines Karriereendes nach der Saison landete er im Mercedes auf Rang 13. Allerdings geht der 43-Jährige nur als Vorletzter ins Rennen, weil er wegen eines in Singapur verursachten Unfalls mit Jean-Eric Vergne um zehn Plätze strafversetzt wird. "Ich habe insgeheim mit den Top 10 gerechnet, aber das Auto war einfach nicht schnell genug", sagte Schumacher, "und dann hatte ich auch noch ein bisschen Verkehr. Dass ich dann auch noch strafversetzt werde, ist natürlich schade."

Für Nico Rosberg im zweiten Mercedes lief es auch nicht viel besser. Der 27-Jährige landete nur auf Rang 15, darf aber wegen mehrerer Strafen für die Konkurrenten von Platz 13 ins Rennen gehen. "Das ist nicht das, was wir uns vorgestellt haben", sagte Rosberg. Nico Hülkenberg (Force-India) belegte Platz zehn, muss wegen eines unerlaubten Getriebewechsels aber von Platz 15 starten. Timo Glock geht im Marussia von Position 18 ins Rennen.

Alonso von Rang sieben

Während Vettel seine vierte Pole in diesem Jahr einfuhr, erlebten die schärfsten Konkurrenten des Heppenheimers um den Titel auf dem 5,807 km langen Kurs einen schwarzen Tag. Der WM-Führende Alonso im Ferrari fuhr nur auf Platz sieben, startet aber wegen der Strafe für Button von Platz sechs. Kimi Räikkonen (Lotus) geht als Siebter, Lewis Hamilton im McLaren sogar nur von Position neun ins Rennen.

"Es wird ein wirklich schwieriger Sonntag für uns, denn wir haben nicht die Pace. Uns fehlt eine Sekunde", sagte ein angefressener Alonso, "wir kämpfen momentan mit Autos, deren Leistung wir nicht erreichen können." In der Gesamtwertung führt Alonso (194 Punkte) sechs Rennen vor dem großen Finale in Brasilien vor Vettel (165) und Räikkönen (149). Hamilton träumt als Vierter (142) ebenfalls noch vom WM-Titel.

Startplatz eins bedeutet für Vettel gleichzeitig die 34. Pole seiner Karriere. Damit standen bisher nur noch sein einstiges Idol Schumacher mit 68 und der legendäre Brasilianer Ayrton Senna mit 65 öfter auf der Pole. Aber die Jagd nach diesem Rekord interessiert Vettel nicht. "Es ist nicht so, dass ich an solche Dinge denke, wenn ich in den Wagen springe", sagte Vettel, "und die beiden sind ja auch noch ein ganzes Stück voraus." Viel wichtiger ist ihm der Sieg im Rennen - es wäre Triumph Nummer 24.

Quelle: n-tv.de, sid

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