Formel1

"Müssen Gründe dahinterstecken" Rosberg zweifelt Vettels "Schock"-Aus an

Die Trennung von Sebastian Vettel und Ferrari verläuft offenbar nicht so einvernehmlich, wie der Rennstall es verkündet. Das beklagt der deutsche Rennfahrer vor dem Formel-1-Saisonstart. Ex-Weltmeister Nico Rosberg spekuliert, dass hinter Vettels "Schock" mehr steckt als bekannt.

Sieben Monate hat die Formel 1 pausiert - unfreiwillig. Die Corona-Krise machte den geplanten Start der Saison im australischen Melbourne Ende März zunichte. Nun aber geht es endlich los: Im österreichischen Spielberg startet die Motorsport-Königsklasse in die verkürzte Saison 2020. Für Sebastian Vettel beginnt damit zugleich die letzte Saison bei Ferrari. Bei der Scuderia hat er keinen neuen Vertrag erhalten, der 32-Jährige wird im kommenden Jahr durch Carlos Sainz ersetzt.

Im Interview mit RTL/ntv hatte er am Donnerstag erklärt, dass das Aus für ihn "in erster Linie ein Schock" gewesen sei. "Es kam für mich genauso überraschend", sagte Vettel über die Entscheidung, die Experten, Beobachter und Fans gleichermaßen überrumpelt hatte. In den Verhandlungen über einen neuen Vertrag habe es "keinen Knackpunkt gegeben", denn: "Es gab keine Diskussionen, es lag kein Angebot auf dem Tisch." Stattdessen sei ihm Anfang Mai telefonisch mitgeteilt worden, "dass das Team nicht gewillt ist, weiterzumachen".

RTL-Experte Nico Rosberg mahnt nun jedoch zur Vorsicht bei der Bewertung von Vettels Kritik an seinem Arbeitgeber, schließlich kenne keiner die Hintergründe. "Ich kann mir einfach nicht vorstellen, dass Ferrari einen viermaligen Weltmeister einfach nicht mehr will, das macht keinen Sinn, weil er einer der besten Fahrer ist." Seiner Meinung nach "müssen noch andere Gründe dahinterstecken und das wissen wir alles nicht, daher ist das schwierig zu kommentieren".

"Richtig Feuer sehen"

Vettels Abschiedssaison bei der Scuderia werde sicherlich noch einmal spannend, sagt Rosberg der Mediengruppe weiter: "Ich glaube beim Sebastian werden wir dieses Jahr richtig Feuer sehen. Er will seinen Teamkollegen, Charles Leclerc, schlagen und er will auch noch mal ein Abschlussjahr feiern mit Ferrari." Vettel war 2015 zur Scuderia gekommen, hatte damals schon vier Titel mit Red Bull gewonnen. Ferrari sollte er nach mageren Jahren zurück an die Weltspitze führen - was nicht gelang. "Es war eine große Zeit bei Ferrari, leider blieb der Titel aus, aber nichtsdestotrotz waren viele Erfolge dabei", so Rosberg. "Ich denke, er wird uns deutschen Zuschauern noch sehr viel Freude bereiten."

Offen ist bislang, ob es Ende des Jahres den Abschied von Vettel aus der Formel 1 geben wird. Noch hat der Hesse keinen neuen Arbeitgeber. Rosberg macht ihm aber Mut: "Ich glaube schon, dass Sebastian der Formel 1 erhalten bleiben wird. Er hat noch ein paar Chancen in verschiedenen Teams. Wir hoffen es natürlich, weil er einen großen Teil der Formel 1 ausmacht und uns viel Freude bringt."

Wer in Spielberg als Favorit ins Rennen geht, vermag Rosberg nicht zu sagen. "Normalerweise müsste man sagen, Hamilton ist nach wie vor der große Favorit." Der Mercedes-Pilot könnte in dieser Saison mit Legende Michael Schumacher gleichziehen und ebenfalls seinen siebten WM-Titel holen. "Ich würde aber sagen, dass vielleicht jetzt die Pause so ein klein wenig der Jugend in die Karten spielen könnte, weil die auch ganz viel Simulator gefahren sind, und vielleicht ist das ein kleiner Vorteil für sie."

Quelle: ntv.de, ara