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Rund 20 Jahre war Kaltenborn für den Sauber-Rennstall tätig - nun trennen sich die beiden einvernehmlich.
Rund 20 Jahre war Kaltenborn für den Sauber-Rennstall tätig - nun trennen sich die beiden einvernehmlich.(Foto: imago/Thomas Melzer)
Donnerstag, 22. Juni 2017

Zwist über Formel-1-Piloten?: Sauber sägt Teamchefin Kaltenborn ab

Über 20 Jahre ist die erste Teamchefin der Formel-1-Geschichte für Sauber tätig - nun bestätigt der Rennstall überraschend die Trennung von Monisha Kaltenborn. Das Gerücht, der deutsche Sauber-Pilot Wehrlein habe etwas damit zu tun, hält sich hartnäckig.

Der Formel-1-Rennstall Sauber und Teamchefin Monisha Kaltenborn gehen künftig getrennte Wege. Wie das Schweizer Team in der Nacht offiziell mitteilte, endet die rund 20-jährige Zusammenarbeit mit sofortiger Wirkung. Kaltenborn leitete die Geschäfte von Sauber seit 2012 und war damals die erste Frau an der Spitze eines Formel-1-Teams. Grund für die Trennung ist offenbar ein Richtungsstreit.

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"Unterschiedliche Sichtweisen führten zu einer sofortigen Beendigung der Zusammenarbeit in beidseitigem Einvernehmen. Wir danken Monisha Kaltenborn für die vielen Jahre, in denen sie das Sauber F1 Team mit starker Führung und grossartiger Leidenschaft lenkte", erklärte Pascal Picci, der Chef der Sauber Holding AG. Vor ihrer Berufung zur Teamchefin als Nachfolgerin von Gründer Peter Sauber war die Österreicherin Kaltenborn seit 1998 in verschiedenen Funktionen für die Schweizer tätig.

Pisci dementiert Streit um Wehrlein

Pisci bestritt derweil, dass es bei dem Zwist mit Kaltenborn um eine Vorzugsbehandlung für einen der beiden Fahrer Marcus Ericsson und Pascal Wehrlein ging. "Das ist nicht nur offensichtlich unwahr, sondern steht auch ganz im Gegensatz zur seit langer Zeit bestehenden, uneingeschränkten Verpflichtung des Teams zum fairen Wettbewerb", wurde Picci in einer weiteren Mitteilung des Teams zitiert.

Zuvor hatte es Spekulationen gegeben, dass schwedische Geldgeber des Teams auf eine Sonderrolle des Schweden Ericsson gegenüber dem Deutschen Wehrlein drängten und Kaltenborn dies abgelehnt habe. Laut Medienberichten war auf der Fia-Sport-Konferenz in Genf aus verschiedenen Quellen zu hören, dass die ehemalige Sauber-Chefin sich für die Gleichberechtigung beider Piloten eingesetzt habe, was letztlich der Grund für die Trennung gewesen sein soll. Schon Wehrlein-Vorgänger Felipe Nasr soll in seiner Zeit bei Sauber daran gezweifelt haben, dass er dieselbe Unterstützung erhalte wie sein Teamkollege Ericsson.

Personalie für Baku geklärt

Die Trennung erfolgt nun kurz vor dem Großen Preis von Aserbaidschan in Baku am Sonntag (15.00 Uhr/RTL und im n-tv.de Liveticker). Unklar ist, wie eine Nachfolgeregelung aussehen wird. Dazu sagte Picci: "Demnächst wird bekannt gegeben, wer ihre Funktionen übernehmen wird. In der Zwischenzeit wünschen wir dem Team viel Glück in Aserbaidschan."

Die Verantwortlichkeiten für das Rennen in Baku sind derweil geregelt. Teammanager Beat Zehnder sagte der Schweizer Tageszeitung "Blick": "Der technische Direktor Jörg Zander und ich wurden vom Eigentümer des Teams damit beauftragt, die operative Führung beim Grand Prix hier in Baku zu übernehmen."

Sauber hat seit Jahren mit finanziellen Schwierigkeiten zu kämpfen und geht in der laufenden Saison mit den günstigeren Vorjahresmotoren von Ferrari an den Start. Pascal Wehrlein holte durch seinen achten Platz beim Großen Preis von Spanien in Barcelona bisher die einzigen vier WM-Punkte in den ersten sieben Rennen. Teamkollege Marcus Ericsson (Schweden) schaffte es noch nicht in die Punkte.

Quelle: n-tv.de

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