Formel1

Teamchef Steiner ist genervt Schumacher crasht hart, zieht Zorn auf sich

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Schumacher muss unfreiwillig aussteigen.

(Foto: imago images/Motorsport Images)

Mick Schumacher kommt beim Crash im dritten Freien Training in Ungarn mit dem Schrecken davon. Nicht so gut gehalten hat sich allerdings sein Bolide. Der kann nicht rechtzeitig repariert werden, der Haas-Pilot verpasst das Qualifying. Teamchef Steiner ist weniger besorgt als viel mehr genervt.

Der nächste Unfall und ein "genervter" Chef: Die zuletzt kostspieligen Crashs von Mick Schumacher werden allmählich zum Problem für seinen Formel-1-Rennstall Haas. "Man plant immer mit Unfällen, vor allem bei Rookies", sagte Teamchef Günther Steiner im Rahmen des Großen Preises von Ungarn: "Wir haben aber einen Punkt erreicht, an dem man daran arbeiten muss, weniger Unfälle zu bauen."

Schumacher habe "die letzten Rennen größere Unfälle" gehabt: "Dreher sind kein Problem, aber diese Unfälle kosten eine Menge Geld." Im dritten freien Training am Samstag hatte der 22-Jährige in der Highspeed-Kurve 11 die Kontrolle über seinen Rennwagen verloren und schlug seitlich in den Reifenstapel ein. Die Haas-Mechaniker konnten das beschädigte Getriebe nicht rechtzeitig auswechseln, Schumacher verpasste damit das Qualifying. Ins Rennen geht er ab 15 Uhr (im ntv.de-Liveticker) als letzter der 20 Fahrer.

"Die Unfälle werden etwas häufiger und heftiger, wir machen zu viele Fehler", sagte Steiner, der dabei Schumachers viel gescholtenen Teamkollegen Nikita Mazepin ausdrücklich von der Kritik ausnahm: "Wir sprechen nicht im Plural. Nikita hat sich gut verhalten, er hatte zuletzt keine Schäden. Aber Mick hatte die letzten Rennen einige Unfälle."

"Keinen Grund, ein Risiko einzugehen"

Besonders ärgerlich sei ein solcher Vorfall im freien Training, "es gab keinen Grund, ein Risiko einzugehen. Man muss den jungen Fahrern erklären, wann es wert ist, ein Risiko einzugehen und wann nicht", so Steiner. "Ich glaube, sie wissen das jetzt. Hoffentlich hilft ihnen diese Erklärung."

Doch Schumacher will offenbar nicht alle Kritik annehmen: "Ich gebe immer mein Bestes, versuche kleine Dinge hier und da zu finden, weil wir eben hinten liegen." Er erklärte: "Das Auto reagiert sehr stark auf Wind und eine veränderte Oberflächentemperatur der Reifen. Ich habe nicht kommen sehen, dass das Heck in der Kurve ausbricht." Rückendeckung bekommt er auch von seinem Teamkollegen Mazepin: "Diese Autos sind so kompliziert zu fahren." Er sagte weiter: "Wir operieren bei Höchstgeschwindigkeit und sind nicht perfekt. Jeder macht mal einen Fehler. Das ist völlig normal."

Steiner sei direkt im Anschluss an den Unfall "richtig genervt" gewesen, "zehn von zehn" auf einer Skala, sagte der Südtiroler am Samstag. Bis zum Abend habe es sich auf "fünf von zehn" heruntergekühlt. Er habe bei derartigen Vorfällen stets die finanzielle Situation des Hinterbänklerteams im Kopf: "Wir haben ein Budget, und damit müssen wir klarkommen. Wir müssen sehen, was wir dann machen."

Schumacher war im dritten Freien Training mit 31g, also dem 31-fachen seines Körpergewichts in den Reifenstapel gekracht. Gut, dass nichts Schlimmeres passiert ist. Schumacher bekannte: "Das ist nichts, worauf ich stolz bin, aber es war der härteste Crash meiner Formel-1-Karriere."

Quelle: ntv.de, ara/sid

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