Formel1

Weniger Hurrastil, mehr Hirn Verstappen reift zu einem WM-Anwärter

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Max Verstappen reift in der Formel 1 immer mehr zu einem Titelanwärter.

(Foto: imago images / Motorsport Images)

Crash, Chaos und Max Verstappen - in den vergangenen Jahren passte das gut zusammen. Doch der Niederländer mausert sich in seiner fünften Formel-1-Saison zu einem reifen Fahrer. In der WM-Wertung ist er erster Herausforderer von Champion Lewis Hamilton - auch dank Honda.

Max Verstappen hat eine ziemlich genaue Vorstellung, wie er den Sonntag in Baku verbringen möchte. "Am liebsten wäre mir ein stinklangweiliges Rennen, bei dem ich mit einer Minute in Führung liege", sagte der Red-Bull-Pilot vor dem Großen Preis von Aserbaidschan (14.10 Uhr bei RTL und Sky) und fand seinen Scherz recht gelungen. Nun weiß Verstappen aber auch, dass ein "erneut verrückter" Tag mit ordentlich Chaos und einigen Safety-Car-Phasen in den Straßen von Baku "wahrscheinlicher ist", als ein Start-Ziel-Sieg des 21-Jährigen.

Doch für ordentlich Karbon-Schrott - wie noch im Vorjahr - wird Verstappen diesmal wohl kaum sorgen. Der Hitzkopf von einst hat seine Emotionen in diesem Jahr deutlich besser unter Kontrolle - weniger Hurrastil, mehr Hirn. Und so mausert sich dieser Verstappen 2.0 langsam zu einem echten Anwärter auf den WM-Titel. "Er ist dieses Jahr drei reife Rennen gefahren", sagte sein Teamchef Christian Horner über Verstappens Entwicklung, und habe so "die Punkte maximiert". Als WM-Dritter mit 29 Zählern Rückstand auf Lewis Hamilton ist Verstappen Mercedes-Jäger Nummer eins in Baku und liegt somit in der WM auch vor Ferrari-Star Sebastian Vettel.

"Bei jedem Resultat das Maximum erreichen"

Verstappen, der am Freitag im Training als Vierter einen guten Eindruck hinterließ, scheint in seiner fünften Formel-1-Saison ein kompletterer Rennfahrer geworden zu sein. Der Ehrgeizling kann jetzt auch zurückstecken, wenn es nötig wird. Er fährt vielleicht nicht mehr ganz so spektakulär, aber dafür holt er Punkte. Und könnte so eine echte Gefahr für Hamilton und Vettel werden. "Wenn du nicht schnell genug bist, musst du einfach Punkte mitnehmen", sagte Verstappen über sein neues Motto. In der Vorsaison lag der Niederländer zum gleichen Zeitpunkt nur auf WM-Rang acht, erst nach dem siebten Rennen hatte er mehr Punkte gesammelt als jetzt bereits nach drei Grands Prix. "Für uns ist es im Moment wirklich wichtig, bei jedem Resultat das Maximum zu erreichen", sagte Verstappen.

Auf seinem Weg an die Spitze baut Verstappen auch auf den neuen Motorenlieferanten Honda. "Ich bin wirklich froh, denn sie pushen echt hart und bringen Updates. Das ist immer gut", sagte Verstappen, der von den Japanern in Baku einen neuen Verbrennungsmotor in die Antriebseinheit gebaut bekommt. Damit sind allerdings auch Startplatzstrafen im Laufe der Saison vorprogrammiert. Auf seiner Mission sieht Verstappen darin aber kein Problem. "Ich bin glücklicher, wenn wir am Ende der Saison sagen können, dass wir die Lücke zu Mercedes und Ferrari wirklich geschlossen haben, weil wir ein paar mehr Motoren eingesetzt haben", sagte er: "Das ist für mich in Ordnung."

Noch kann Verstappen aus eigener Kraft wohl nicht gewinnen, so sehr er sich das auch wünscht. Trotzdem ist er für das Rennen vorsichtig optimistisch. Wenn er mit seinen Ingenieuren "ein gutes Setup" findet, "dann ist hier alles möglich."

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Quelle: n-tv.de, Kristof Stühm, sid

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