Formel1

"Immer Herr meiner Entscheidung" Vettel weiß, wie seine Karriere nicht endet

imago0049478660h.jpg

Der Titel mit Ferrari war das Ziel, erreicht hat es Sebastian Vettel nicht.

(Foto: HOCH ZWEI/Pool/COLOMBO IMAGES)

So komplett verarbeitet hat Sebastian Vettel seinen erzwungenen Abgang von Ferrari noch nicht. Der Formel-1-Pilot hadert aber nicht mit der Entscheidung, sondern blickt auf eine neue Aufgabe. Und deutet an, wie lange er noch in der Königsklasse fahren möchte.

Mit 40 Jahren sieht sich der viermalige Weltmeister Sebastian Vettel nicht mehr in der Formel 1. "In diesen Dingen bin ich sehr rational", sagte der 33-Jährige dem Fachmagazin "Racer": "Ich werde das noch ein paar Jahre machen, aber wir reden da sicher nicht von zehn Jahren oder mehr." Nach seiner Entlassung bei Ferrari habe er durchaus eine Weile darüber nachgedacht, "was ich als Nächstes tun möchte. Wir wissen ja alle, was dabei herausgekommen ist, und jetzt sehen wir mal weiter." Vettel fährt künftig für Aston Martin, das Nachfolgeteam von Racing Point.

Dass Vettel seit 2009 nur für zwei Teams - 113 Rennen für Red Bull, 118 für Ferrari - gefahren ist und sich mit dem Wechsel zu Aston Martin noch einmal auf ganz neue Gegebenheiten einstellen muss, sieht der dreifache Familienvater nicht als Problem. "Ich war immer Herr meiner Entscheidungen und musste nie gehätschelt werden", versicherte er: "Ich brauche niemanden, der mir die Hand hält und mir sagt, was ich tun soll."

Sein Wechsel zu Ferrari sei 2015 mit dem klaren Ziel erfolgt, Weltmeister zu werden. "Der Titel war das große Ding", sagte Vettel, "deshalb muss man ganz klar sagen, dass im Rückblick natürlich etwas fehlt". Dennoch seien die Jahre bei Ferrari keine verlorenen gewesen: "Ich habe viel gelernt, das wird mir in der Formel 1 und auch im täglichen Leben immer weiterhelfen. Ich gehe reicher, als ich gekommen bin, und das meine ich nicht in finanzieller Hinsicht."

Ferraris Entscheidung, sich nach sechs gemeinsamen Jahren von Vettel zu trennen, hat dieser zwar nicht richtig verstanden, "aber um ehrlich zu sein: Das muss ich auch nicht, und es würde auch nichts ändern". Er habe nie darum gekämpft, bleiben zu dürfen, weil "ich immer der Meinung war, wenn sich eine Tür schließt, geht eine andere auf".

Quelle: ntv.de, tsi/sid