Fußball-EM

Locker mit Locatelli-Doppelpack Gnadenloses Italien bucht EM-Achtelfinale

Souverän absolviert Italien das Eröffnungsspiel der Fußball-EM gegen die Türkei. Genauso souverän läuft es nun gegen die Schweiz. Das Team von Trainer Roberto Mancini bucht den Einzug ins Achtelfinale. Ein Doppelpack macht früh alles klar, dann trifft auch noch ein Ex-Bundesliga-Profi.

Das Achtelfinale im Eiltempo erreicht, die Superserie ausgebaut: Italien ist nach einer weiteren magischen Nacht auf dem Weg zum ersten EM-Titel seit 53 Jahren offenbar nicht zu bremsen. Dank des gefeierten Doppeltorschützen Manuel Locatelli gewann der viermalige Weltmeister in Rom auch gegen die Schweiz mit mitreißendem Offensivfußball 3:0 (1:0) und feierte den zehnten Sieg in Folge ohne Gegentor.

Als Tabellenführer der Gruppe A sind die Azzurri, seit 29 Spielen ungeschlagen, als erstes Team der EM bereits für die K.-o.-Runde qualifiziert. Die "goldene Generation" der Eidgenossen, die bieder und harmlos auf ganzer Linie enttäuschte, muss dagegen um ihr Minimalziel zittern und steht im Vorrundenfinale am Sonntag gegen die Türkei enorm unter Druck. Nach dem enttäuschenden 1:1 gegen Wales ist das Achtelfinale in Gefahr.

Für die Italiener, die die WM 2018 noch sensationell verpasst hatten, geht es im letzten Gruppenspiel gegen die Waliser nur noch um Platz eins. Der 23-jährige Locatelli von US Sassuolo (26./52.) traf doppelt für den drückend überlegenen Europameister von 1968, der seit 965 Minuten ohne Gegentor ist. Der Ex-Dortmunder Ciro Immobile (89.) legte den dritten Treffer nach.

Für Italiens Trainer Roberto Mancini war der imponierende Erfolg seines Teams ein Sieg des Willens. "Wir wollten um jeden Preis gewinnen", sagte der Coach im italienischen Fernsehen und kokettierte auch schon ein wenig mit der Favoritenrolle seiner Mannschaft: "Wir spielen immer, um zu gewinnen - und setzen uns keine Grenzen." Der Doppeltorschütze sagte: "Es war ein fantastisches Spiel."

Neue Frisuren verhelfen nicht zum Schweizer Glück

Fünf Tage nach dem 3:0 gegen die Türkei fehlte Italiens Mittelfeldchef Marco Verratti erneut. Der 28-Jährige von Paris St. Germain, der seit einigen Tagen wieder mit der Mannschaft trainiert, hatte sich Anfang Mai eine Bänderverletzung im Knie zugezogen und war seitdem ausgefallen.

Während Trainer Roberto Mancini mit Giovanni Di Lorenzo für den verletzten Alessandro Florenzi eine Umstellung vornahm, bot Vladimir Petkovic eine unveränderte Startelf mit fünf Bundesliga-Profis auf. Die allerdings teilweise anders aussah: Granit Xhaka und Manuel Akanji liefen mit frisch blondierten Haaren, Nico Elvedi mit Strähnchen auf, um "ein Zeichen" im "ewigen" Duell der Nachbarn zu setzen.

Trotz der lauten "Hopp-Schwiiz"-Rufe ihrer 3700 Landsleute unter den 16.000 Zuschauern im Olympiastadion agierten die Eidgenossen regelrecht ängstlich, verloren immer wieder früh den Ball. Die zielstrebigeren Aktionen hatten die Italiener - vor allem über Linksverteidiger Leonardo Spinazzola. Nach dessen Flanke köpfte Immobile über das Tor (10.).

Der Chef muss früh runter

Neun Minuten später jubelten die Tifosi, als Giorgio Chiellini nach einer Ecke von Lorenzo Insigne den Ball ins Tor drosch - doch zu früh: Der Videoassistent Bastian Dankert annullierte den Treffer, weil der Ball dem Kapitän zuvor an die Hand gesprungen war. Der Abwehrchef musste fünf Minuten später schon verletzt vom Feld - ausgerechnet in seinem 14. EM-Spiel, Rekord für Italien.

Kaum hatte Chiellini draußen Platz genommen, fiel das 1:0 - Locatelli schloss einen perfekten Angriff über Jorginho und Domenico Berardi völlig frei vor dem Tor erfolgreich ab. Die Dominanz der Azzurri war erdrückend, doch mit ihren Chancen gingen sie schludrig um.

Die Schweizer begannen nach der Pause mit aggressivem Anlaufen, machten es den Italienern etwas schwerer im Spielaufbau - ließen aber dafür vor dem eigenen Tor riesige Lücken: Locatelli durfte sich beim 2:0 die Ecke aussuchen. Es dauerte bis zur 64. Minute, ehe Gianluigi Donnarumma im italienischen Tor erstmals bei einem Schuss des eingewechselten Frankfurters Steven Zuber eingreifen musste.

Quelle: ntv.de, ara/sid

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