Fußball-EM

Rassistische Anfeindungen im Netz Özil wehrt sich gegen Hetze

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Bei der Euro noch steigerungsfähig: Mittelfeldmotor Mesut Özil.

(Foto: picture alliance / dpa)

Sie beleidigen den genialen Lenker der deutschen Nationalelf. Bei Twitter schreiben Unbekannte, Mesut Özil sei kein Deutscher. Auch ein Stück Papier ändere nicht seine Abstammung. Der deutsch-Türke lässt sich das nicht gefallen. Per Strafanzeige soll der Täter ermittelt werden.

Das Management von Mesut Özil hat wegen rassistischer Hetze gegen den Fußball-Nationalspieler im Internet Anzeige gegen Unbekannt erstattet. Der in Gelsenkirchen geborene Deutsch-Türke Özil will sich selbst bis zum EM-Viertelfinale der deutschen Mannschaft gegen Griechenland nicht zu dem Vorfall äußern. Mit der Stafanzeige wolle man vor allem Nachahmer und Trittbrettfahrer verhindern, sagte Özils Medienberater Roland Eitel. Mustafa Özil, Vater des Real-Stars, wolle, "dass der Täter ermittelt wird".

Während des letzten Gruppenspiels des DFB-Teams am Sonntag in Lwiw gegen Dänemark war über einen Twitterkanal die Nachricht verbreitet worden: "Özil ist garantiert kein Deutscher! Ein Stück Papier ändert nicht die Abstammung." In der Nationalmannschaft sollten nur noch Spieler mit deutschklingenden Namen eingesetzt werden, wurde zudem getwittert.

Nach übereinstimmenden Medieninformationen war das Twitter-Profil unter dem Namen "@PiratenOnline" angelegt worden. Julia Schramm, Bundesvorstandsmitglied der Piraten-Partei, hatte sich sofort von den Aussagen gegen den 23-jährigen Profi von Real Madrid distanziert und die Twitter-Nachricht als "rassistische Kackscheiße" bezeichnet.

Özils Vater und sein Management hätten lange überlegt, ob sie juristisch gegen die Internet-Hetze vorgehen sollen oder nicht, berichtete Eitel. Nach rund 3000 Tweets und zahlreichen Protesten hatte der Kurznachrichtendienst Twitter das Profil geschlossen.

Quelle: ntv.de, dpa