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Michel Platini (rechts) kämpft gegen jede Form von Rassismus.
Michel Platini (rechts) kämpft gegen jede Form von Rassismus.(Foto: dapd)
Montag, 18. Juni 2012

"Arschlöcher" im Stadion: Platini spricht klare Worte

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Uefa-Präsident Michel Platini beschwert sich über das Verhalten einiger kroatischer Fußballanhänger. Auch der deutsche Nationalspieler Mesut Özil hat Ärger. Über ein falsches Twitter-Profil hatten Unbekannte den Mittelfeldspieler mit türkischen Wurzeln rassistisch beleidigt. Özil setzt sich nun juristisch zur Wehr.

Uefa-Präsident Michel Platini hat rassistische Fans in Fußball-Stadien als "Arschlöcher" bezeichnet. Im Zusammenhang mit den Ermittlungen des Verbandes wegen des Fehlverhaltens kroatischer Fans während der Fußball-EM in Polen und der Ukraine sagte der Franzose in Warschau: "Ich war vor einem Jahr in Kroatien, und ich bin nicht glücklich über Kroatien. Sie haben ein Team, das guten Fußball spielt, aber wenn du ein paar hundert Arschlöcher im Stadion hast - das ist nicht akzeptabel."

Kroatische Fans hatten im zweiten Gruppenspiel am Donnerstag in Posen gegen Italien den dunkelhäutigen Angreifer Mario Balotelli beleidigt. Der nationale Verband muss nun eine schwere Strafe fürchten. Das Uefa-Disziplinarkomitee will am Dienstag ein Urteil fällen.

"Jede Form des Rassismus ist ein Problem. Ein Fall ist schon einer zuviel", sagte Platini. Grundsätzlich sei er mit der Atmosphäre in den EM-Stadien "sehr, sehr zufrieden", sie sei "zu 99 Prozent" in Ordnung.

Özil stellt Strafanzeige

Auch Fußball-Nationalspieler Mesut Özil setzt sich gegen rassistischen Anfeindungen gegen seine Person im Internet juristisch zur Wehr. "Wir haben Strafanzeige gegen Unbekannt erstattet. Nach unserer Auffassung darf man so etwas nicht einfach stehen lassen. Wir wollen, dass der oder die Täter ermittelt werden. Schließlich soll so etwas nicht zur Nachahmung anregen", sagte Özils Düsseldorfer Rechtsanwalt Sascha Beumer in Absprache mit Özils Vater Mustafa dem Kölner Express.

Über ein falsches Twitter-Profil hatten Unbekannte den Mittelfeldspieler mit türkischen Wurzeln während des letzten EM-Gruppenspiels der deutschen Fußball-Nationalmannschaft am Sonntag in Lwiw gegen Dänemark (2:1) rassistisch beleidigt. Unter dem Deckmantel der Piratenpartei waren 3000 Einträge aufgeführt, in denen gegen den Mittelfeldspieler von Real Madrid gehetzt wurde. Diese rassistischen Äußerungen wurden von einem Twitter-Profil abgesetzt, das sich (at)PiratenOnline nannte und mit der tatsächlichen Piratenpartei nichts zu tun hatte.

Das Profil wurde gesperrt, weil viele User die Seite an Twitter gemeldet hatten. Julia Schramm, die Bundesvorsitzende der Piratenpartei, distanzierte sich umgehend von den Verunglimpfungen und bezeichnete das Profil als "rassistische Kackscheiße". Bei der Kommunikations-Plattform Twitter wird von den Betreibern nicht überprüft, ob die Personen, die ihre sogenannten Tweets absetzen, auch wirklich die sind, die sie vorgeben zu sein. Gerade mit den Namen von Prominenten wird immer wieder Schindluder getrieben.

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Quelle: n-tv.de