Acht Tore, aber nur sechs zählenHeidenheims Elfmeter als Höhepunkt eines kuriosen Spiels

Der 1. FC Heidenheim ist kaum noch vor dem Abstieg aus der Fußball-Bundesliga zu retten - obwohl sich der Klub gegen den VfB Stuttgart beeindruckend wehrt. Am Ende reichen drei eigene Tore nur für einen Punkt.
Pokalsieger VfB Stuttgart ist im Rennen um die Königsklasse überraschend gestolpert. In der Fußball-Bundesliga kamen die Stuttgarter drei Tage nach ihrem starken Auftritt bei Celtic Glasgow in der Europa League bei Schlusslicht 1. FC Heidenheim in einem unterhaltsamen Spiel zu einem 3:3 (2:2). Auf Tabellenplatz vier stehen die Schwaben nun noch immer zwei Zähler vor Verfolger RB Leipzig, der am Samstagabend 2:2 gegen Borussia Dortmund gespielt hatte.
Chris Führich (5.) brachte den Favoriten früh auf Kurs, Eren Dinkci (20.) und Arijon Ibrahimovic (34.) mit einem kuriosen Foulelfmeter nach Videobeweis den Europa-League-Teilnehmer aber ins Wanken. Maximilian Mittelstädt (44., Foulelfmeter) glich aus. Das 3:2 durch Sirlord Conteh (82.) konterte Deniz Undav (88.).
Der VfB kassierte nach der famosen Vorstellung im Hinspiel der Europa-League-Zwischenrunde in Glasgow (4:1) einen Dämpfer. Heidenheim hingegen fuhr nach vier Niederlagen wieder einen Punkt ein, zu Relegationsplatz 16 fehlen aber immer noch deren sechs.
Den Erfolg von Donnerstag hatte Trainer Sebastian Hoeneß vor Anpfiff in den Hintergrund gerückt. "Es ist ein neues Spiel, es fängt von vorne an", sagte er bei DAZN, seine Spieler müssten "bereit sein und die Bedingungen annehmen. Für Heidenheim geht es um alles - und für uns auch um viel."
Der Favorit erwischte einen Start nach Maß: Nicht einmal fünf Minuten dauerte es, bis Führich einen Rückpass von Jan Schöppner stahl und allein vor Torhüter Diant Ramaj ganz cool blieb. Die Heidenheimer wirkten zunächst überfordert, die Stuttgarter spielfreudig, ehe sich das Blatt wendete.
Erst traf Dinkci, dann half der VAR dem Außenseiter doppelt. Dinkci kam im Strafraum zu Fall, bekam aber zunächst keinen Strafstoß. Stattdessen erzielte Ermedin Demirovic (30.) im Gegenzug das vermeintliche 2:1 für Stuttgart. Nach Ansicht der Bilder kehrte Sascha Stegemann die Entscheidung aber um, gab den Elfmeter - und Ibrahimovic verwandelte.
Demirovic trifft doppelt umsonst
Die Heidenheimer rieben sich auf, doch die Klasse der Stuttgarter blitzte immer wieder durch. So auch kurz vor der Pause, als Chema Andrés auf seinem klugen Laufweg im Strafraum von Christian Conteh gefoult wurde. Stegemann zeigte diesmal gleich auf den Punkt und Mittelstädt rückte seinen Fehler gerade. Doch es blieb unterhaltsam, vor der Pause traf Patrick Mainka beinahe per Kopf zur erneuten Führung für den FCH (45.+2).
Mitte der zweiten Hälfte erzielte Demirovic schließlich sein zweites Tor des Abends - und wieder wurde es nach Intervention des VAR kassiert, diesmal wegen Abseits. Heidenheim mischte weiter munter mit, spielte auf Sieg - und ging tatsächlich in Führung. Doch der VfB hatte eine schnelle Antwort parat.