Fußball

Bayern-Partner will 50+1 kippen Adidas-Chef beklagt schwache Bundesliga

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Kasper Rorsted

(Foto: picture alliance/dpa)

Adidas ist als Großsponsor am FC Bayern München beteiligt und möchte mit dem Rekordmeister natürlich gerne internationale Titel gewinnen. Aktuell klappt das nicht, weil die Bayern unter einer schwachen Bundesliga leiden, glaubt Unternehmenschef Rorsted.

Kasper Rorsted, Vorstandsvorsitzender von Adidas, ist dafür, die sogenannte 50+1-Regel aufzuheben. Damit könnten Investoren Mehrheitsbeteiligungen an Fußballklubs erwerben und deutsche Vereine bei der Verpflichtung teurer Stars mit der internationalen Konkurrenz aus England und Spanien mithalten, glaubt der Däne. "Das wäre ein besserer Weg, um einen finanziellen Ausgleich zu schaffen", sagte er der "Welt am Sonntag".

Adidas ist Großsponsor des FC Bayern München. Der deutsche Rekordmeister leide unter einer schwächeren Bundesliga. "Das hat man in der vergangenen Saison gesehen, die deutschen Klubs haben international deutlich schlechter abgeschnitten als in der Vergangenheit." Deshalb sei es im Interesse von Adidas, dass die Bundesliga so stark wie möglich werde. "Dadurch wird unser Verein auch besser."

Sollte die 50+1-Regel kippen, würde Adidas keinen Fußballclub kaufen. "Wir sind ein Sponsor, kein Fußballverein. Als Firma ist es wichtig zu wissen, was unsere Kernkompetenz ist", sagte Rorsted. Er traue sich nicht zu, einen Fußballverein gut zu führen.

Drohende Fußball-Übersättigung

Der Adidas-Chef warnt gleichzeitig vor einer Übersättigung der Fußball-Fans. "Ich bin Fußballliebhaber, aber nach einer sehr langen Saison hat man irgendwann einen Punkt erreicht, an dem man sich eine Pause wünscht", sagte Rorsted

So habe er sich das Finale der Nations League nicht angesehen. "Irgendwann ist man übersättigt. Das geht vielen Fußballfans so." Es wäre besser für den Sport, wenn mehr Handball, Biathlon oder Tennis im Fernsehen übertragen würde als Spiele der dritten Fußballliga. "Auch wenn es für unser Geschäft umgekehrt vielleicht sogar besser wäre", meinte der 57-Jährige.

Quelle: n-tv.de, chr/dpa

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