Fußball

Sturmlauf ins CL-Halbfinale Ajax schockt Juve und beendet Ronaldo-Serie

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Cristiano Ronaldo traf zwar gegen Ajax, aber Amsterdam traf in Turin zweimal - und kam deshalb weiter.

(Foto: REUTERS)

Der Siegeszug von Ajax Amsterdam in der Champions League geht immer weiter. Nach dem Achtelfinal-Coup gegen Titelverteidiger Real Madrid düpiert Ajax im Viertelfinale auch Juventus Turin in dessen Stadion. Für Juve-Star Cristiano Ronaldo endet damit eine Superserie.

Die jungen Wilden schocken auch die "Alte Dame": Ajax Amsterdam hat mit der nächsten Sensation gegen Cristiano Ronaldo und Juventus Turin erstmals seit 22 Jahren das Halbfinale der Champions League erreicht. Im Rückspiel beim italienischen Rekordmeister feierte der rotzfreche Real-Madrid-Bezwinger einen verdienten 2:1 (1:1)-Erfolg, der nach dem 1:1 der Vorwoche das Weiterkommen bedeutete.

Juv. Turin - Ajax Amsterdam 1:2 (1:1)

Tore: 1:0 Ronaldo (28.), 1:1 van de Beek (34.), 1:2 de Ligt (67.)

Turin: Szczesny - De Sciglio (64. Joao Cancelo),  Rugani, Bonucci, Alex Sandro - Pjanic - Can, Matuidi - Bernardeschi  (80. Bentancur), Dybala (46. Kean), Ronaldo. - Trainer: Allegri

Amsterdam: Onana - Veltman, de Ligt, Blind, Mazraoui (11.  Sinkgraven, 82. Magallan) - Schöne, de Jong - van de Beek - Ziyech  (88. Huntelaar), Tadic, Neres. - Trainer: ten Hag

Zuschauer: 41.445 Referee: Turpin (Frankreich)

Torschüsse: 13:15
Ecken: 4:6
Zweikämpfe: 106:96

Die Turiner Führung durch Ronaldo (28.) egalisierte Donny van de Beek (34.) noch vor der Pause. Kapitän Matthijs de Ligt (67.) köpfte den Underdog schließlich in die Vorschlussrunde, wo es in zwei Wochen zum Duell mit dem Sieger der Begegnung zwischen Manchester City und Tottenham Hotspur (Hinspiel 0:1) kommt. Für Ronaldo platzte hingegen der Traum vom vierten Gewinn des "Henkelpotts" in Folge. Zudem verpasste er erstmals seit 2011 den Einzug ins Halbfinale der Champions League.

Bei den Gastgebern stand der deutsche Nationalspieler Emre Can nach einer Knöchelblessur in der Startelf, 2014er-Weltmeister Sami Khedira saß auf der Bank. Beim niederländischen Rekordmeister konnte Spielmacher Frenkie de Jong nach überstandenen Oberschenkelproblemen von Beginn an mitwirken.
Doch Turin, in der Liga dicht vor der achten Meisterschaft in Folge, nahm das Heft des Handelns in die Hand und begann aggressiv mit frühem Pressing. Der berüchtigte Ajax-Hochgeschwindigkeitsfußball kam so zunächst kaum zur Entfaltung. Dann wurde es turbulent. Erst schlug CR7 zu: Nach einer Ecke behinderten sich die Ajax-Profis im Strafraum gegenseitig, sodass der Portugiese aus acht Metern unbehelligt zu seinem 126. Treffer in der Königsklasse einköpfen konnte.

Juve führt - und fällt in Sekundenschlaf

Doch die Führung währte nur kurz. Denn auf der Gegenseite nutzte van de Beek einen Sekundenschlaf der Juve-Defensive eiskalt zum wertvollen Auswärtstor für den frechen Underdog. Nach der Pause brachte Juve-Coach Massimiliano Allegri den formstarken Youngster Moise Kean für den angeschlagenen Paulo Dybala. Es entwickelte sich ein heißer Schlagabtausch - mit Vorteilen für die Gäste. Keeper Wojciech Szczesny verhinderte unter anderem mit einem starken Reflex gegen Hakim Ziyech (53.) den Rückstand für die Turiner.

Zur Veredelung der Drangphase brauchte es einen Eckball. Der erst 19-jährige de Ligt setzte sich im Luftduell gegen gleich zwei Gegenspieler durch und versetzte die mitgereisten Ajax-Fans mit seinem Aufsetzer-Kopfball endgültig in Ekstase. Das vermeintliche 3:1 durch Ziyech (81.) ließ Schiedsrichter Clement Turpin (Frankreich) wegen einer Abseitsstellung nicht gelten - eine korrekte Entscheidung.

Quelle: n-tv.de, Jana Lange, sid