Newcastle erleidet "Genickbruch"Alte Männer Flick und Lewandowski zaubern in Königsklasse

Gegen Newcastle spielt der FC Barcelona nach der Pause befreit und entfesselt auf, Trainer Hansi Flick ist nach dem Spiel erleichtert. Der Supertrainer freut sich besonders für einen Stürmer, der längst auf der Zielgeraden seiner Karriere ist.
Der FC Barcelona träumt nach der Torgala gegen Newcastle United vom ersten Champions-League-Triumph seit elf Jahren, doch Trainer Hansi Flick tritt auf die Euphoriebremse. "Die nächste Runde", betonte der ehemalige Bundestrainer mit Blick auf das spanische Duell mit Atlético Madrid, werde "sehr schwierig". Wenn man die Königsklasse erstmals seit 2015 gewinnen wolle, "müssen wir Schritt für Schritt vorgehen, Spiel für Spiel. So haben wir es letzte Saison gemacht und so werden wir es auch diese Saison versuchen."
Der spanische Meister hatte am Mittwochabend das Achtelfinal-Rückspiel gegen Newcastle mit 7:2 (3:2) gewonnen, dabei entfachten die defensiv nicht immer sattelfesten Katalanen ein Offensivfeuerwerk. "Es ist fantastisch zu sehen, wie sich die Spieler verbessern und unseren Plan befolgen", sagte Flick, der nach dem 1:1 in England "ein verrücktes Spiel" sah. In der ersten Halbzeit sei sein Team aber "nicht konzentriert genug" gewesen. Dann aber zauberte der 61-jährige Trainer, der nach seiner Zeit in Barcelona seine Karriere beenden wird, eine Kabinenansprache hervor und Robert Lewandowski beendete seinen Torfluch. Dazu später mehr. Vorher hatte es lange nicht danach ausgesehen.
Als Newcastle United zerbrach
Zwar hatten Raphinha (6.) und Marc Bernal (18.) getroffen, doch zweimal war Newcastle United durch Anthony Elanga (15./28.) der Ausgleich gelungen. Lange sah es nach einem 2:2 nach 45 Minuten aus, dann traf Lamine Yamal in der siebten Minute der Nachspielzeit der ersten Halbzeit per Elfmeter. Kieran Trippier hatte Raphinha gefoult.
"Das war wichtig", sagte Flick, "nach der Pause wollten wir dann den Ball besser kontrollieren und tiefer verteidigen." Das gelang ihnen. Ganz anders als Newcastle. Der Klub aus Englands industriellem Norden war in Auflösung begriffen. Yamals Treffer hatte ihnen das Genick gebrochen.
"Davon haben wir uns nicht mehr erholt", sagte Newcastle-Trainer Eddie Howe nach dem Spiel. "In der zweiten Halbzeit hatten wir nicht mehr diese Energie. Und als das Spiel quasi schon entschieden war, haben wir nicht gut reagiert. Wir haben das Timing des Schlags nicht verkraftet. Es sollte eigentlich 2:2 stehen. Dann gehen wir mit einem guten Gefühl in die Pause, so war alles negativ."
Nach der Pause wurde es nicht besser. Nach kaum mehr als einer Viertelstunde in der zweiten Halbzeit stand es 6:2 für Barcelona. Alles war vorbei. Erst hatte Fermín López (51.) getroffen, dann der ewige Robert Lewandowski (56./61.) mit einem Doppelpack geglänzt, später traf noch einmal Raphinha (72.). Barcelonas Offensivquartett hatte wieder einmal gewirbelt. "Wir wollen immer attackieren und nach vorn spielen", sagte Flick.
Flicks Lob für Lewandowski
Besonderes Lob gab es für den mittlerweile 37-jährigen Lewandowski. Der Pole steht nun bei insgesamt 16 Saisontoren in 36 Einsätzen. In der vergangenen Saison waren es noch 42 Tore in 52 Spielen, im Jahr davor 26 Tore in 49 Spielen. In seinen letzten drei Spielen war er ganz ohne Treffer geblieben. Aktuell steuert er auf seine schlechteste Ausbeute seit 2010/2011, seiner ersten Bundesliga-Saison für Borussia Dortmund, zu. Damals erzielte er als 22-Jähriger neun Treffer in 43 Einsätzen.
Noch ist Zeit und Flick glaubt an Lewandowski, der nun bei 109 Toren in der Champions League steht. Nur die beiden Giganten Cristiano Ronaldo und Lionel Messi haben mehr Treffer erzielt. Der Argentinier ist mit seinen 129 Toren sogar in entfernter Reichweite. "Ich freue mich sehr für Lewy", sagte Flick. "In diesen Spielen ist er unglaublich. Er ist im Strafraum einer der besten Angreifer der Welt." Das muss er nun im kommenden Monat erneut zeigen, um Barcelonas Traum vom ersten Titel in der Königsklasse seit 2015 am Leben zu halten.
Die Viertelfinals gegen den Ligarivalen Atlético werden am 7./8. April und 14./15. April ausgetragen. In der vergangenen Saison hatte Barça nach zwei denkwürdigen Halbfinals gegen Inter Mailand (3:3, 3:4 n.V.) den Einzug ins Endspiel der Champions League verpasst.