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Sport
"Wir geben nicht zwei Tage frei, damit einer nach Mallorca fliegt": Dennis Aogo.
"Wir geben nicht zwei Tage frei, damit einer nach Mallorca fliegt": Dennis Aogo.(Foto: imago sportfotodienst)
Mittwoch, 21. August 2013

Hamburgs Trainer Fink macht auf Populismus: Aogo fliegt nach Mallorca - und raus

Von Stefan Giannakoulis

Beim Hamburger SV übertreffen sie sich selbst. Und sorgen dafür, dass alle vom Chaos-Klub reden. Erst dilettieren sie gegen Hoffenheim, dann jettet Dennis Aogo nach Mallorca - und Trainer Thorsten Fink schmeißt ihn aus dem Kader.

Wenn Uwe Seeler sich meldet, ist das ein untrügliches Zeichen dafür, dass es beim Hamburger SV nicht rund läuft. Der 76 Jahre alte ehemalige Spieler und Präsident hat sich auf Lebenszeit den Status als Idol gesichert. Und sagt als solcher gerne öffentlich, dass er sich Sorgen um seinen HSV macht. Zum Beispiel zu Beginn der Woche, nachdem die Hamburger am Samstag im eigenen Stadion gegen die TSG Hoffenheim untergegangen waren. "Natürlich bin ich bedröppelt und niedergeschlagen. Mit dem 1:5 habe ich in meinen kühnsten Träumen nicht gerechnet." Ansonsten aber mahnte er zur Ruhe: "Das ist so im Fußball, jetzt muss man aufstehen und neu angreifen." Die HSV-Pofis bekamen erst einmal zwei Tage frei.

Prompt gab es neuen Ärger. Dennis Aogo, 26 Jahre alt, linker Außenverteidiger mit immerhin zwölf Länderspielen für die deutsche Nationalmannschaft, nutzte die Gunst der Stunde zu einem Kurzurlaub auf Mallorca. Angeblich, um seinen Berater Gordon Stipic nach dessen Hochzeit zu besuchen. Wie auch immer, bei seinem Trainer Thorsten Fink kam das nicht gut an. Er strich den Spieler, den er gegen Hoffenheim erst nach 76 Minuten und beim Stand von 1:4 eingewechselt hatte, aus dem Kader für das Bundesligaspiel bei Hertha BSC am kommenden Samstag. "Aogo schadet sich selbst damit. Er verliert Kredit bei der Mannschaft." Natürlich könne jeder seine freien Tage frei gestalten - müsse dann aber auch die Konsequenzen tragen. "Wir geben nicht zwei Tage frei, damit einer nach Mallorca fliegt, sondern damit jeder überlegt, wie er besser werden kann."

"Schlechter geht es nicht"

Vereinschef Carl Jarchow sieht das genauso: "Zwei freie Tage sind nicht dazu gedacht, Party zu machen, sondern sich Gedanken zu machen. Schlechter geht es nicht." Auch Aogos Kollege Tomas Rincon war auf die Urlaubsinsel geflogen. Angeblich, um seine Schwester zu besuchen. Er fliegt ebenfalls raus. "Sie haben jegliche Sensibilität für die Situation vermissen lassen und zeigen, dass sie nicht verstanden haben, was so eine Niederlage für den Verein bedeutet", sagte Jarchow.

Die Frage ist, was es bedeutet, wenn Fußballprofis einen freien Tag haben. Und was es bedeutet, wenn Fußballtrainer einen freien Tag haben. Thorsten Fink zum Beispiel. Er arbeitet in Hamburg, seine Frau Silke und die beiden Kinder, sechs und acht Jahre alt, wohnen seit diesem Sommer wieder in München. Gut 800 Kilometer oder knapp anderthalb Flugstunden entfernt. "Meiner Frau fehlen die Freunde und das soziale Umfeld, dass sie aus München gewohnt war. Sie hat der Stadt hier 18 Monate eine Chance gegeben, hat versucht, sich mit Hamburg anzufreunden", hatte Fink Anfang Juni der "Bild"-Zeitung erklärt. Der Direktflug nach Palma de Mallorca dauert zwei Stunden und 45 Minuten.

Was sagt uns das jetzt? Dass ein Arbeitnehmer in seiner Freizeit machen darf, was er will. Ob er nun auf die Balearen jettet oder zu seinen Liebsten nach Bayern. Vielleicht war es nicht die schlauste Idee, nach Mallorca zu fliegen. Aber Dennis Aogo zu suspendieren ist Populismus. Und wer weiß - vielleicht hat er die Zeit am Strand ja gar genutzt, um über sich und den HSV nachzudenken. Im Gegensatz zu Hans-Ulrich Klüver. Der Aufsichtsrat hatte sich am Dienstagabend auf dem Parkplatz vor dem Stadion mit einem Ordner gerangelt, weil der ihn nicht aufs Trainingsgelände lassen wollte. Was für die nächsten Schlagzeilen über den Chaos-Klub Hamburger SV sorgte. Uwe Seeler muss sich wirklich Sorgen machen.

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Quelle: n-tv.de