Fußball

Was, wenn Bürki wieder fit ist? BVB droht heikle Torwart-Diskussion

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Duell um die Nummer eins.

(Foto: imago images/Kirchner-Media)

Bei Borussia Dortmund steht offenbar ein dauerhafter Wechsel auf der Torwart-Position bevor. Marwin Hitz winkt die Beförderung zur Nummer eins, Stammspieler Roman Bürki muss nach seiner Genesung wahrscheinlich auf die Bank. Das könnte unangenehm werden.

Noch ist die Lage für Edin Terzic komfortabel. Noch kann sich der Trainer von Borussia Dortmund bei der Torwart-Frage bequem auf die Krankenakte von Roman Bürki stützen. Dass der Schweizer aktuell nämlich nicht spielt, liegt daran, dass er momentan nicht spielen kann. Bürki hat Probleme mit der Schulter und diese Probleme werden ihn wohl noch knapp zwei Wochen beschäftigen. Somit ist die Lage klar: Marwin Hitz hütet das Tor. Dafür ist so eine Nummer zwei in der Keeper-Hierarchie ja schließlich da.

Nun tut sich dieser Tage aber die Frage auf, ob die Keeper-Hierarchie beim BVB tatsächlich so klar ist, wie sie scheint. Eine Antwort darauf wird es geben, wenn Bürki keine Probleme mehr hat. Wenn er wieder fit ist, wenn er wieder seinen Stammplatz zwischen den Pfosten einnehmen könnte. Womöglich wird er aber genau das nicht tun. Denn mehreren Medienberichten zufolge plant Terzic, den Platz im Tor dauerhaft mit Hitz zu besetzen. Wobei dauerhaft vorerst mal den Rest der Saison meint. Was dann passiert, ist unklar. Das gilt sowohl für Terzic, als auch für Hitz.

Der Vertrag des Schweizers - ja, der BVB hat ein eidgenössisches Duo auf dieser Schlüsselposition - läuft aus. Bei der Entscheidung, ob er bleibt oder nicht (hängt selbstverständlich auch vom BVB ab), wird er sehr aufmerksam verfolgen, was derzeit berichtet wird. Und jene dürfte zumindest seine Ambitionen, Stammkeeper zu werden, konterkarieren. Denn diese Woche schrieb die "Bild"-Zeitung davon, dass die Borussen einen neuen Torwart suchen würden. Auf der Kandidatenliste sollen demnach Leipzigs Péter Gulácsi, der Kameruner André Onana von Ajax Amsterdam (Update 11.55 Uhr: Die Uefa hat ihn wegen Dopings für ein Jahr gesperrt, deswegen ist er mutmaßlich kein Kandidat mehr) sowie Oddyseas Vlachodimos von Benfica Lissabon stehen. Sie alle sind in ihren Klubs erste Wahl. Und würden diesen Status auch in Dortmund für sich einnehmen.

Dauerhafte Zweifel begleiten Bürki

Nun, aktuell muss es Hitz richten. Und dass er das solide bis gut macht, das hat er stets bewiesen. Zuletzt am Dienstagabend im Achtelfinale des DFB-Pokals gegen Zweitligist SC Paderborn. Mehrfach verhinderte er gute Abschlüsse der Ostwestfalen mit starken Paraden. Einen Aufsetzer von Dennis Srbeny lenkte er prächtig um den Pfosten. Gleiches gelang ihm gegen einen Schuss von Christopher Antwi-Adjej auf die lange Ecke, auch da wand sich der Ball schließlich erfolgreich ums Aluminium. Und in der 72. Minute war Hitz eben auch da, als Chris Führich wuchtig abgezogen hatte. Als nicht ganz geklärt sehen einige Experten dagegen die Schuldfrage beim 1:2 (Entstand 3:2 für den BVB nach Verlängerung). Da kullerte der Ball am Schweizer vorbei, seine Sicht war indes auch stark beeinträchtigt. Nun, im Zweifel für den Angeklagten.

In der Bundesliga kann Hitz nun am Samstag beim SC Freiburg weiter dafür werben, dass er die Nummer eins bleibt. Zumindest auf das Vertrauen des Trainers kann er vorerst auch öffentlich setzen. "Marwin hat gespielt, weil er gut ist und es sich verdient hatte. Wir waren mit seinen Leistungen sehr einverstanden", sagte Terzic. Gerade der Satzteil um das Wort "verdient", verdient Aufmerksamkeit. Denn es impliziert ja mehr als die Wahrheit, dass die Nummer zwei spielt, weil die Nummer eins verletzt ist. Neben den vielen Paraden war der Trainer aber noch von einem anderen Aspekt beeindruckt: "Er war sehr sicher am Ball, hat unser Spiel gut eröffnet und mit dem Ball am Fuß hinten heraus sehr mutig agiert."

Rückkehr "kaum vorstellbar", wenn ...

Lob, das muss man sich verdienen. Und was man sich damit verhindert, das scheint klar. Zumindest für die "Bild"-Zeitung. Dort heißt es nämlich, sollte Hitz in den kommenden beiden Partien (sie verpasst der Stammkeeper sicher) ohne Fehler bleiben, dann sei eine Rückkehr von Bürki ins Tor "kaum vorstellbar." Nicht jetzt. Nie mehr. Dem BVB drohe vor diesem Hintergrund "eine riesige Torwart-Diskussion." Im Zweifel eben gegen Bürki.

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Im Zweifel für Bürki, das gilt offenbar tatsächlich nicht mehr. So spektakulär er manchmal Bälle entschärft, so schwach tritt er in manch anderen Spielen auf. Immer wieder kosteten seine Patzer den BVB wichtige Punkte. Unser Taktik-Experte Constantin Eckner macht derweil ein anderes Problem als großes aus. "Er ist nicht der Torwart, der positiv zum Spielaufbau beiträgt. Das bedeutet, dass die Dortmunder nun nicht den spielmachenden Keeper haben, den sie manchmal bräuchten, um Überzahlsituationen zu schaffen. Er ist nicht aktiver Part der Spielgestaltung, des Passspiels. So wie beispielsweise ein Manuel Neuer." Gleiches gelte übrigens in der Gesamtbetrachtung auch für Hitz, urteilt unser Experte.

Fast seine gesamte Zeit bei der Borussia wird Bürki von der Frage begleitet, ob er wirklich der Topmann ist, den die Dortmunder für ihre großen Ansprüche brauchen. Die Antwort darauf, sie ist bis heute nicht gefunden. Terzic wird sie liefern, er muss sie liefern. Wenn Bürki wieder fit ist.

Quelle: ntv.de

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