Fußball

Schulz fix, mehr Stars im Anflug BVB jagt FC Bayern mit Millionenpuzzle

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Nico Schulz lässt sich der BVB angeblich 27 Millionen Euro kosten.

(Foto: imago images / Chai v.d. Laage)

Mit einer Transferoffensive und einer neuen Kommunikationsstrategie will Borussia Dortmund das Meister-Abo des FC Bayern beenden. Erstes Millionenteil im Titel-Puzzle ist Nationalverteidiger Nico Schulz. Doch weitere Hochkaräter sollen folgen - und ein Ur-Borusse wohl gehen.

Ganz intensiv plauderte Thorgan Hazard nach dem Bundesliga-Saisonfinale mit Axel Witsel. Der Belgier von Borussia Mönchengladbach dürfte sich dabei bei seinem Landsmann schon einmal über die Vorzüge der Gladbacher Namenscousine aus Dortmund informiert haben. Dass der Offensivspieler zum Vizemeister wechseln wird, ist sicher. Ebenso, dass Hazard beim geplanten Dortmunder Angriff auf Dauermeister FC Bayern nicht die einzige hochkarätige Verstärkung bleiben wird.

Offiziell fix ist bereits die Verpflichtung von Nationalspieler Nico Schulz, wie die Dortmunder bestätigten. Für den Linksverteidiger, der einen Fünfjahresvertrag erhält, überweist der BVB laut "Kicker" rund 27 Millionen an die TSG Hoffenheim. Empfangen wurde der sechsfache Nationalspieler, der von einer Ausstiegsklausel Gebrauch machte, mit Lobesworten von Sportdirektor Michael Zorc auf der Vereinshomepage: "Genau wie die deutsche Fußball-Nationalmannschaft werden wir von seiner Physis, seinem Tempo und seiner extremen Dynamik sehr profitieren. Ein Spieler wie er mit seinem Kampfgeist und seiner Erfolgsgier tut jeder Mannschaft gut."

"Können Großes erreichen"

Schulz hat große Ambitionen in Dortmund: "Ich glaube, dass ich dem Team mit meiner Art zu spielen, helfen kann. Gemeinsam können wir Großes erreichen." Der Defensivspieler trainierte in seiner kurzen und von einer schweren Verletzung geprägten Zeit bei Borussia Mönchengladbach bereits unter BVB-Coach Lucien Favre. Schulz könnte in Dortmund auf der Linksverteidigerposition eine Lücke schließen, weil weder Marcel Schmelzer noch der aktuell zu Celtic Glasgow verliehene Jeremy Toljan in den Planungen von Favre eine Rolle spielen.

Während die Profis um Kapitän Marco Reus die verpasste Meisterchance im Urlaub verarbeiten, geht für die BVB-Verantwortlichen die Arbeit richtig los. "Die Saison ist eine Verpflichtung und Motivation, im nächsten Jahr wieder anzugreifen und eine noch bessere Mannschaft aufzustellen", sagte Zorc. Offensivspieler Hazard wird für rund 30 Millionen Euro zum achtmaligen deutschen Meister wechseln, mit Gladbach sind nur Details zu klären. Man werde aber "die letzten kleinen Kieselsteine aus dem Weg räumen", bestätigte der Gladbacher Sportdirektor Max Eberl.

Königstransfer aus Leverkusen?

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In der neuen Saison wohl nicht nur in der DFB-Elf, sondern auch beim BVB Teamkollegen: Julian Brandt und Marco Reus.

(Foto: imago images / DeFodi)

Zum Dortmunder Königstransfer könnte aber Julian Brandt avancieren. Der Nationalspieler besitzt bei Bayer Leverkusen eine Ausstiegsklausel über 25 Millionen Euro. Der flexibel einsetzbare Offensivspieler würde sehr gut ins System von Trainer Lucien Favre passen. Der BVB wollte diese Personalie aber (noch) nicht kommentieren, auch Brandt vermied zuletzt Aussagen über seine Zukunft. Nach einer Vollzugsmeldung der "Bild" vom Dienstagabend bestätigte Bayer dem Sport-Informationsdienst sid, dass Brandt zum BVB wechseln werde. Demnach sollen im Laufe der Woche nach dem obligatorischen Medizincheck weitere Details bekanntgegeben werden.

Welche Korrekturen am Kader beim Dortmunder Millionenpuzzle ansonsten noch vorgenommen werden müssen, werden Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke, Zorc, Lizenzspieler-Abteilungsleiter Sebastian Kehl, Favre und Berater Matthias Sammer bei ihrer abschließenden Saisonanalyse an diesem Dienstag klären. Vorab kündigte Watzke bereits eine neue, offensivere Kommunikationsstrategie an: "Es ist an der Zeit, etwas ambitionierter aufzutreten. Wir werden mit der klaren Maßgabe in die neue Saison gehen, dass wir wieder versuchen werden, um die deutsche Meisterschaft mitzuspielen." Allerdings betonte er, dass den BVB "von den Bayern finanziell noch Welten" trennen würden: "Wir sind nicht so blöd zu sagen, wir müssen jetzt unbedingt deutscher Meister werden. Aber dran bleiben wäre schon ganz gut."

Einen ganz großen Umbruch im Team wird es nicht geben. Kehl bescheinigte der Mannschaft "großes Potenzial". Borussia Dortmund sei ein Verein, "der Titel gewinnen kann". Dafür muss aber am Defensivverhalten gearbeitet werden. 44 Gegentore in der abgelaufenen Saison waren einfach zu viel. "Wir haben dieses Jahr einen großen Schritt gemacht. Wir haben uns spielerisch weiterentwickelt. Wir haben aber zu viele Gegentore bekommen", sagte Kapitän Reus.

Halbes Dutzend vor Abschied

Einige Spieler werden den BVB aber auch verlassen. Die ausgeliehenen Sebastian Rode, Andre Schürrle, Shinji Kagawa, Jeremy Toljan und Alexander Isak kehren zwar im Sommer zurück. Es scheint aber allenfalls eine Weiterbeschäftigung von Isak vorstellbar. Der 19-jährige Schwede überzeugte in der niederländischen Eredivisie mit 13 Toren in 16 Spielen für Willem II.

Auch die BVB-Zukunft von Maximilian Philipp scheint offen, durch die Offensivzugänge Hazard und Brandt dürften seine Einsatzzeiten weiter sinken. Zuletzt zeigte der VfB Stuttgart Interesse an dem 25-Jährigen, der in 18 Ligaeinsätzen für den BVB lediglich auf ein Tor und eine Vorlage kam. Ebenfalls offen ist die Zukunft von Ex-Kapitän Marcel Schmelzer. Der dienstälteste Borusse im Kader spielte unter Favre in der Rückrunde keine Rolle mehr - und könnte von Linksverteidiger Schulz eins zu eins ersetzt werden.

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Quelle: n-tv.de, cwo/sid

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