Fußball

Willkommen in der Krise! Basel düpiert den FC Bayern

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Benjamin Huggel im Zweikampf mit Bayerns Toni Kroos - nicht nur dieses Duell ging an die Schweizer.

(Foto: AP)

Zur großen Ratlosigkeit beim FC Bayern gesellt sich nun die Angst: Davor, dass der Traum vom Heimfinale in der Champions League schon gegen den FC Basel platzt. Der Außenseiter aus der Schweiz gewinnt das Achtelfinal-Hinspiel gegen verkrampfte Münchner nicht unverdient.

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Der kleine FCB aus Basel bezwang den großen aus München durch ein Tor von Valentin Stocker.

(Foto: AP)

Es läuft nicht mehr beim FC Bayern: Nach dem jüngsten Rückschlag im Bundesliga-Titelkampf verlor der Rekordmeister das Achtelfinal-Hinspiel in der Champions League beim FC Basel mit 0:1 (0:0). Valentin Stocker sorgte mit seinem Tor in der 86. Minute dafür, dass die Münchner im Rückspiel am 13. März vor einer äußerst heiklen Aufgabe stehen. "Es ist schon bedenklich, was hier passiert ist, weil Basel das Spiel verdient gewonnen hat", konstatierte Bayerns Ehrenpräsident Franz Beckenbauer ernüchtert: "Das ist kein gutes Ergebnis. Basel ist auch in der Lage, auswärts ein Tor zu schießen. Dann müsste man schon drei machen."

FCB-Präsident Uli Hoeneß übte sich hingegen in Zweckoptimismus: "Ich bin der Meinung, 1:0 ist ein Ergebnis, das uns alle Chancen öffnet. Ich mache mir überhaupt keine Sorgen, dass wir das im Rückspiel nicht schaffen können. Ich bin hundertprozentig überzeugt, dass wir das noch schaffen können." Trainer Jupp Heynckes ärgerte sich vor allem über das Zustandekommen des Gegentreffers: "Der steht da ganz blank, das darf überhaupt nicht passieren. Das lag am gesamten Abwehrverbund."

Trotz optischer Überlegenheit fehlte der Heynckes-Elf vor 36.000 Zuschauern im ausverkauften St. Jakob-Park einmal mehr die Durchschlagskraft im Angriff. Zudem erwies sich bei mehreren guten Chancen Basels Torhüter Yann Sommer als unbezwingbar. "Das ist ganz bitter. Wir hatten uns vorgenommen, zu Null zu spielen. Dass es nicht geklappt hat, haben wir uns selbst zuzuschreiben", resümierte Torhüter Manuel Neuer, der ein Gegentor schon vor der Pause mit seinen Paraden verhindert hatte.

Robben zurück in der Startelf

FC Basel - FC Bayern 1:0 (0:0)

Tor: 1:0 Stocker (86.)

Basel: Sommer - Steinhöfer, Abraham, Dragovic, Park - Huggel,  Xhaka - Shaqiri (83. Zoua), Fabian Frei (66. Stocker) - Alexander  Fabian Frei (90. Cabral), Streller

München: Neuer - Rafinha, Boateng, Badstuber, Lahm -  Timoschtschuk, Alaba - Robben, Kroos (89. Olic), Ribery (71. Müller) - Gomez

Referee: Rizzoli (Italien)  Zuschauer: 36.000
Schüsse: 8:20 Ecken: 6:5 Ballbesitz: 42:58

Mit der Rückkehr von Arjen Robben in die Startelf kam zunächst wieder Schwung in die beim 0:0 in Freiburg leblose Münchner Offensive. Doch der Niederländer baute mit zunehmender Spieldauer ab und stand im Schatten von Pendant Franck Ribéry. Der Dribbelkünstler aus Frankreich wirbelte wie in besten Tagen, zeigte allerdings im Abschluss zweimal Nerven. Überhaupt war die fehlende Zielstrebigkeit vor dem gegnerischen Tor nach nur vier Siegen in den letzten zwölf Auswärtsspielen auch in der Schweiz ein Manko bei den Münchnern.

Auf dem holprigen Geläuf des St. Jakob-Parks waren Wille und Entschlossenheit bei den Bayern von der ersten Sekunde an spürbar. Schon in der 3. Minute bot sich Ribéry nach Robbens Heber in den freien Raum die Riesenchance zur Führung, doch Basels Keeper Sommer verhinderte mit einem Reflex das drohende 0:1. Wenig später stand der Franzose auf Zuspiel von Kapitän Philipp Lahm erneut frei vor dem Torhüter (11.) und scheiterte wieder am großartig reagierenden Sommer.

Basel trifft - Latte und Pfosten

Die Bayern versuchten weiter zielstrebig nach vorne zu spielen, doch hinten wackelten sie schon bei den ersten Basler Vorstößen bedenklich. In der 16. Minute musste Nationaltowart Manuel Neuer gleich zweimal eingreifen: Erst rettete er gegen Streller, dann lenkte er den Kopfball von Alexander Dragovic reaktionsschnell an den Pfosten. Beim Lattenschuss des ebenfalls völlig freistehenden Alexander Frei (18.) wäre auch Neuer chancenlos gewesen.

Von der Offensivpower der Eidgenossen beeindruckt fielen die Bayern wieder in alte Muster zurück. Im Mittelfeld wurde ein Spieler vermisst, der den Aktionen Struktur hätte geben können. Erst bei einem Distanzschuss von David Alaba (29.) deuteten die Gäste noch einmal Torgefährlichkeit an. Bei den Schweizern, die in der Gruppenphase Englands Renommierclub Manchester United ausgeschaltet hatten, entpuppten sich Streller und der künftige Bayer Xherdan Shaqiri als effizientes Angriffsduo.

Mit Bayern-Dominanz, aber ohne ganz große Torgelegenheiten begannen die zweiten 45 Minuten. Sie reichten nicht mehr an die Klasse der ersten Hälfte heran. Robben und Ribéry versuchten weiter, das Spiel schnell zu machen, fanden aber nicht immer Abnehmer für ihre Anspiele. Mario Gomez bekam in der Spitze kaum verwertbare Bälle. Auch Toni Kroos und David Alaba blieben unter ihren Möglichkeiten. Allein ein Distanzschuss von Lahm (68.) sorgte noch einmal für Aufregung vor dem Gehäuse der Hausherren. Auch der für Ribéry ins Spiel gekommene Thomas Müller konnte das Blatt nach dem überraschenden Rückstand nicht mehr wenden.

Quelle: n-tv.de, dpa

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