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Wolfsburg begräbt Triple-Träume Bayern feiern "Gemischtes Double"

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Auf dem Balkon dann mit den Bayern-Männern: Frauen des FCB sind auch Meister.

(Foto: picture alliance / dpa)

16 Siege und ungeschlagen: Eigentlich sind das beste Voraussetzungen für den Meistertitel. Doch in einem spannenden Saison-Finale reicht auch der 17. Spielgewinn nicht zur absoluten Sicherheit. Dazu braucht es Schützenhilfe.

Historisches Meister-Double für den FC Bayern: Zwei Wochen nach den Profis um Philipp Lahm haben sich die Münchner Fußballerinnen im Herzschlag-Finale der Frauen-Bundesliga ebenfalls den Titel gesichert. Das Team um Spielführerin Melanie Behringer sprang mit einem 2:0 (2:0)-Heimsieg gegen die SGS Essen am 22. und letzten Spieltag noch auf Platz eins. Beim zweiten Meistertitel neben 1976 profitierten die Bayern-Frauen am Sonntag vom 1:1 im direkten Duell der Titel-Konkurrenten FFC Frankfurt und VfL Wolfsburg. 

Nationalspielerin Melanie Leupolz (5. Minute) und Vivianne Miedema (30.) erzielten vor 5230 Zuschauern im Grünwalder Stadion - darunter Bayern Münchens Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge - die Tore für die drückend überlegenen Münchnerinnen. Am Ende machten sie den 17. Saisonsieg perfekt und blieben als einziges Team ungeschlagen. Nach dem Schlusspfiff in Frankfurt tanzten Behringer und Co. überglücklich auf dem Rasen und ließen sich von ihren Fans feiern.

Drei deutsche CL-Teilnehmer möglich

Als Zugabe durften Trainer Thomas Wörle und seine Meister-Spielerinnen den Einzug in die Champions League feiern. Auch Wolfsburg erreichte Europas Königsklasse als Tabellenzweiter. Frankfurt folgt auf Rang drei, kann sich aber mit einem Sieg am Donnerstag im Finale der Königsklasse in Berlin gegen Paris St. Germain (18.00 Uhr) noch für die Champions-League-Saison 2015/2016 qualifizieren.

Als erster Verein im deutschen Fußball konnte der FC Bayern das gemischte Titel-Double feiern. Überragend nannte Bayern-Chef Rummenigge diesen Erfolg, der am Pfingstsonntag (24. Mai) mit einer gemeinsamen Meisterparty der Profis und der Frauen auf dem Münchner Rathausbalkon gebührend gefeiert werden soll. "Das haben die Damen von uns ganz toll gemacht", lobte Rummenigge bei "Eurosport".

Müller trifft im letzten Liga-Spiel der Karriere

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Frankfurts Ana-Maria Crnogorcevic (l) und Wolfsburgs Martina Müller. Am Ende teilen sich beide die Punkte.

(Foto: picture alliance / dpa)

Mit einem Punkt Rückstand auf Pokalsieger Wolfsburg waren die Bayern-Frauen in den Dreikampf um den Titel gegangen. Die Weichen für ihren erwarteten Pflichtsieg gegen Essen stellten sie frühzeitig. Leupolz erzielte mit einem strammen Distanzschuss gleich mit der ersten Torchance das 1:0. Die Holländerin Miedema sorgte nach einer halben Stunde für eine Vorentscheidung. Bei zahlreichen weiteren Münchner Großchancen hatte Nationalspielerin Lena Lotzen Pech mit einem Lattenschuss (39.). Zittern mussten die Bayern-Frauen bis zum Schluss, weil Wolfsburg in Frankfurt nur ein Tor fehlte.

Dort sahen 5180 Zuschauer - darunter DFB-Präsident Wolfgang Niersbach und Bundestrainerin Silvia Neid - eine intensive Begegnung, in der die Spanierin Veronica Boquete (6.) dem FFC mit Unterstützung der schläfrigen VfL-Abwehr die frühe Führung bescherte. Torjägerin Martina Müller (54.) erzielte in ihrem letzten Spiel nach einem Konter den Ausgleich. Die zweimalige Welt- und Europameisterin hängt ihre Fußballschuhe nach zehn Jahren in Diensten des VfL an den Nagel.

Wolfsburg wurde nach dem Ausgleich zusehends selbstbewusster und gefährlicher. Einen strammen Schuss der Norwegerin Caroline Hansen  (67.) lenkte FFC-Torhüterin Desiree Schumann über die Querlatte. Am Ende reichte es aber nicht zum Titel-Hattrick.

Quelle: n-tv.de, jwu/dpa/sid

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