Fußball

Nicht im CL-Kader und doch dabei Bayern streicht Lewandowski-Backup Zirkzee

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Zirkzee (mitte) durfte in der Bundesliga schon des Öfteren mit Lewandowski, Gnabry und Co. jubeln.

(Foto: imago images/Sven Simon)

Der vom FC Bayern München für die Champions-League-Spiele gemeldete Kader überrascht manchen Experten: Joshua Zirkzee fehlt - das Jungtalent, das in dieser Saison ein effektiver Backup für Robert Lewandowski war. Aber das Ganze ist ein Trick der Münchner, den sie vom BVB gelernt haben könnten.

Vor der Corona-Zwangspause gehört Joshua Zirkzee zum Aufgebot des deutschen Fußball-Rekordmeisters für die Champions League - nun nicht mehr, der FC Bayern München hat den 19-jährigen Niederländer aus der Liste gestrichen, obwohl er in der abgelaufenen Saison zum Stellvertreter von Superstar Robert Lewandowski aufgestiegen war und bereits vier Bundesliga-Tore erzielte. Die Spieler auf der Meldeliste mussten bereits seit dem 3. Februar beim Verein gemeldet und auf nationaler Ebene spielberechtigt sein. Die Neuzugänge um Leroy Sané sind also ebenfalls nicht dabei.

Dass die Münchner Zirkzee streichen, hat jedoch nichts mit Geringschätzigkeit zu tun. Cheftrainer Hansi Flick bediente sich lediglich eines einfachen Kniffs und setzte Zirkzee gemeinsam mit Nachwuchstalent Oliver Batista-Meier auf die sogenannte B-Liste. Auf dieser befindet sich zudem Keeper Ron-Thorben Hoffmann. Die vermeintliche Degradierung ermöglicht es den Münchnern, Verteidiger Bright Arrey-Mbi (17), Torwart Christian Früchtl (20) sowie die Mittelfeld-Youngster Jamal Musiala (17) und Malik Tillman (18) neu ins Aufgebot zu befördern.

Bayern trickst wie der BVB mit Sancho

Hintergrund der Maßnahme: Die Spieler der B-Liste sind weiterhin spielberechtigt, gemeldet werden dürfen jedoch nur Akteure, die am oder nach dem 01. Januar 1998 geboren wurden und nach ihrem 15. Lebensjahr mindestens zwei aufeinanderfolgende Jahre für ihren Verein gespielt haben. Dies trifft auf die Nachrücker nicht zu, dafür aber auf Zirkzee und die anderen Nachwuchstalente. Von der B-Liste kann Flick die Spieler dann beliebig in den Kader für die jeweilige Partie berufen. Der FC Bayern hat mit dem Zirkzee-Kniff seine Kader-Möglichkeiten für die kommenden Partien in der Champions League also erweitert, denn die A-Liste ist auf 25 Spieler begrenzt. Lediglich Sarpreet Singh wurde komplett aus dem CL-Kader entfernt.

Selbst ausgedacht haben die Münchner sich den Trick allerdings nicht, ungewöhnlich ist das Vorgehen auch nicht. Der BVB meldete in den zurückliegenden Spielzeiten der Königsklasse sogar Jadon Sancho zeitweise über die B-Liste.

Nach einem freien Sonntag und einer Trainingseinheit via Video-Schalte am Montag ließ Trainer Hansi Flick den Doublesieger wieder auf dem Platz schwitzen. Mit dabei war natürlich auch Zirkzee. Die Gruppe der nicht für die Königsklasse spielberechtigten Akteure trainierte der neue Assistent Miroslav Klose. Das Achtelfinal-Rückspiel gegen den FC Chelsea findet am Samstag (21 Uhr im Liveticker auf ntv.de) in der Allianz-Arena statt. Die Bayern haben nach einem 3:0 im Hinspiel vor der Corona-Pause beste Chancen auf das Ticket für das Finalturnier vom 12. bis 23. August in Lissabon. Dort wäre im Viertelfinale der FC Barcelona oder der SSC Neapel der Gegner.

Quelle: ntv.de, dbe