Fußball

"100-jähriger Vertrag" Beckenbauer will magischen Flick ewig halten

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Franz Beckenbauer würde Hansi Flick gerne ewig beim FC Bayern sehen. Helfen kann er da aber nicht: Der "Kaiser" hat keine Funktion mehr beim Rekordmeister.

(Foto: imago images / Sven Simon)

Der "Kaiser" hat Gefallen gefunden am "Zauberer": Franz Beckenbauer möchte Triple-Trainer Hansi Flick für immer beim FC Bayern sehen - und schreibt ihm sogar magische Fähigkeiten zu.

Franz Beckenbauer möchte "Zauberer" Hansi Flick bis in alle Ewigkeit an Bayern München binden. Man könne dem Triple-Trainer "bedenkenlos" einen Zehnjahresvertrag geben, sagte der Kaiser der "Bild"-Zeitung, "du kannst ihm auch einen 100-jährigen Vertrag geben". Flicks Arbeitspapier läuft bis 2023. Die Sorge, dass der Erfolgscoach dem Werben eines anderen internationalen Top-Klubs erliegen könnte, teilt Beckenbauer nicht. "Klar, es gibt Barcelona, Real Madrid und ein paar andere. Ich glaube aber, dass Hansi noch einige Jahre bei Bayern bleibt und dann sagt: 'Ich war lange genug da, lasst mich frei.'"

Zuletzt hatte Bundestrainer Joachim Löw eine weitere Job-Option für Flick ins Spiel gebracht: Als sein Nachfolger. "Dass ich ihm das zutraue, ist keine Frage. Ich habe acht Jahre mit ihm zusammengearbeitet. Da besteht eine Seelenverwandtschaft", sagte Löw. "Hansi hat eine sehr hohe Fachkompetenz. Er hat eine hohe Empathie. Er kann eine Mannschaft führen. Er kann eine Mannschaft weiterbringen", lobte Löw. "Er ist sehr konsequent und diszipliniert. Und er hat eine Art, der die Spieler folgen. Er hat die Erfahrung beim Verband und in anderen Bereichen, sodass er solch eine Aufgabe selbstverständlich meistern könnte."

"Da musst du schon ein Zauberer sein"

Auch Beckenbauer lobte Flicks Arbeit in höchsten Tönen. Der Coach habe die Mannschaft nach seinem Amtsantritt "wieder zum Leben erweckt". Das sei eine große Kunst gewesen, meinte der DFB-Teamchef beim WM-Triumph 1990: "Er hat die Mannschaft wieder zum Leben erweckt durch seine freundliche und verbindliche Art", meinte Beckenbauer. Sie sei für ihn gelaufen. "Um aus so einem Haufen eine Einheit zu machen, musst du schon ein Zauberer sein." Der 55-jährige Flick hatte die Mannschaft im November von Niko Kovac übernommen, dessen Assistent er zuvor war.

Nach dem Erfolg mit der Nationalmannschaft in Rom hatte Beckenbauer der DFB-Auswahl eine goldene Zukunft prophezeit. "Das Wort 'unschlagbar' nehme ich nicht mehr in den Mund", sagte er nun mit einem Schmunzeln über die Triple-Bayern. Aber: "Sagen wir mal so: Es wird nicht leicht für den Rest der Liga..."

Flick selbst verschwendet nach dem Triumph in der Champions League keinen Gedanken an einen möglichen Absturz. "Ich habe auch keine Angst vor dem, was kommt", sagte er der "Zeit". "Wir haben jetzt etwas Besonderes geschafft, etwas, was uns vielleicht nicht alle zugetraut haben. Aber ich weiß eben auch, dass das alles in dem Moment vorbei sein wird, in dem die neue Saison startet. Das entspricht ja dem Leben", ergänzte Flick.

Der Triple-Trainer weiß aber um die Größe der Herausforderung. "Es gibt einen schönen Satz: 'Erfolg ist kein Besitz. Er ist nur gemietet.' Und die Miete ist jeden Tag fällig", meinte er: "Klar könnte ich sagen: Jetzt habe ich viel erreicht. Jetzt lehne ich mich mal zurück. Aber das entspricht nicht dem Anspruch, den ich an mein Leben habe."

Quelle: ntv.de, ter/dpa