Fußball

Aufsichtsrat stürzt Vorstandschef Beiersdorfer ist nicht mehr HSV-Boss

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Glücklos, überfordert, abgesetzt: Dietmar Beiersdorfer, Ex-Vorstandsboss des HSV.

(Foto: dpa)

Zwei Siege in Folge, Sprung auf Relegationsrang 16: Sportlich berappelt sich der Hamburger SV in der Fußball-Bundesliga. Hinter den Kulissen rumort es weiter. Konsequenz: HSV-Boss Dietmar Beiersdorfer muss gehen, für ihn kommt Heribert Bruchhagen.

Bruchhagen für Beiersdorfer - der Führungswechsel beim wankenden Bundesliga-Dino Hamburger SV ist vollzogen. Der Tabellen-16. bestätigte, dass er sich nach dem bislang unbefriedigenden Saisonverlauf von seinem Vorstandsvorsitzenden Dietmar Beiersdorfer getrennt hat. Das teilte der Verein auf seiner Homepage mit.

Nachfolger des 53-Jährigen, dessen Abberufung laut HSV vom Aufsichtsrat einstimmig beschlossen wurde, wird Heribert Bruchhagen. Er soll sein Amt bereits am kommenden Mittwoch antreten und erhält laut Medienberichten einen Vertrag bis 2019. Der langjährige Manager von Eintracht Frankfurt war bereits von 1992 bis 1995 für den Hamburger SV tätig, damals als Manager.

"Der Aufsichtsrat hat sich bereits seit längerem mit der Frage beschäftigt, wie die Führungsstruktur der HSV Fußball AG aufgestellt sein muss", wurde Aufsichtsratschef Karl Gernandt in der Mitteilung zitiert. "Das letzte halbe Jahr hat uns gezeigt, dass wir noch nicht Auf dem Level angekommen sind, das wir uns als Ziel gesetzt haben."

Auch die beiden Siege in Darmstadt und am Samstag gegen den FC Augsburg konnten an der Entscheidung des Kontrollgremiums gegen Beiersdorfer nichts mehr ändern. Die jüngste sportliche Trendwende dürfe "den Blick für die unzufrieden stellende Gesamtsituation nicht verstellen", sagte Gernandt. 

Andauernde Spekulationen

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Über den vorzeitigen Abschied von Beiersdorfer, der im Juli 2014 zum Chef der neu gebildeten Fußball-AG des HSV berufen worden war und noch einen Vertrag bis 2018 hatte, war schon länger spekuliert worden. Der frühere Leverkusener Manager Reiner Calmund hatte schon kurz vor der offiziellen Mitteilung durch den HSV die Entmachtung von Beiersdorfer im Bezahlsender Sky bestätigt. Dabei berief er sich auf Informationen aus der HSV-Führung und ein Telefonat mit Beiersdorfer. Calmund war zuletzt auch als Berater von HSV-Teilhaber Klaus-Michael Kühne aufgetreten.

Überraschend kommt der Schritt nicht mehr: Die Doppelbelastung als Klubchef und Sportdirektor schien den 53-Jährigen zuletzt sichtlich zu überfordern. Den vorherigen Sportdirektor Peter Knäbel entließ Beiersdorfer am 9. Mai dieses Jahres, seitdem hatte er beide Funktionen inne. Laut HSV-Mitteilung ist Beiersdorfer "natürlich sehr enttäuscht" über seine Abberufung.

Neuer Sportdirektor als Prio 1

Sein Nachfolger Bruchhagen war 13 Jahre lang Manager bei Eintracht Frankfurt, zuletzt war er beim Pay-TV-Sender Sky als Experte für die Bundesliga tätig. Gemeinsam mit Finanzvorstand Frank Wettstein soll Bruchhagen die operative Führung des Klubs übernehmen. Eine seiner ersten Aufgaben dürfte die Verpflichtung eines neuen Sportdirektors sein. Als ein Kandidat wird der Ex-Schalker Horst Heldt genannt.

Die gescheiterten Bemühungen Beiersdorfers um einen neuen Sportdirektor und seine gleichzeitigen Beteuerungen, es gebe kein Vakuum beim HSV, dürften zu seiner Demission beigetragen haben. Denn der HSV-Aufsichtsrat um Gernandt anders.  Der Vertraute des mächtigen HSV-Geldgebers Klaus-Michael Kühne hatte erst Mitte November auf die Verpflichtung eines neuen Sportchefs gedrängt. Doch den Worten folgten keine Verpflichtung eines Sportdirektors. Es platzten Verhandlungen mit aussichtsreichen Kandidaten wie Christian Hochstätter (Bochum). Der Dino wurde teilweise sogar zum Gespött. Jetzt soll Bruchhagen für Ordnung sorgen.

Quelle: n-tv.de, cwo/sid/dpa

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