Fußball

Bayern-Party ohne Verteidiger Boateng demonstriert pure Lustlosigkeit

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So richtig motiviert wirkt Boateng nicht.

(Foto: imago images / Revierfoto)

Der ganze FC Bayern feiert den DFB-Pokal. Nein, nicht der ganze, Verteidiger Jérôme Boateng hat nach dem Sieg gegen RB Leipzig keinen Bock auf Party und verschwindet lieber in den Katakomben des Berliner Olympiastadions. Einmal mehr ein deutliches Signal.

Das DFB-Pokalfinale ist stets ein besonderes Spiel für Jérôme Boateng. Es findet traditionell in seiner Geburtsstadt Berlin statt. Familie, Freunde und Bekannte fiebern fast jährlich - so häufig ist sein Klub FC Bayern vertreten - im Olympiastadion mit. Nach Berlin-Gastspielen gibt es regelmäßig Berichte über durchfeierte Nächte mit qualmenden Shisha-Pfeifen. Doch bei seinem sechsten Heim-Finale ist alles anders. Sein wahrscheinlicher Abschied überlagert alles.

Und der könnte ein unrühmlicher werden. Denn der 30-Jährige selbst lieferte am Samstagabend beim 3:0-Sieg seines FC Bayern über RB Leipzig den wohl deutlichsten Beweis für seinen Abgang aus München. Schon während des Spiels saß er teilnahmslos auf der Bank, er schien sich nicht einmal richtig über die Tore seiner Kollegen Robert Lewandowski und Kingsley Coman zu freuen.

Statt anschließend mit der Mannschaft das Double zu feiern, verschwand er wortlos in den Katakomben. Der "Merkur" will es ganz genau wissen, es war 22:22 Uhr, nur für das offizielle Foto posierte Boateng noch zusammen mit dem Team. Anschließend rannten seine Mannschaftskameraden ohne ihn mit dem Pokal über den Berliner Rasen, ließen sich ohne ihn fotografieren, feierten ohne ihn mit den Fans.

Bayern-Fans ärgern sich

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Bereits in der vergangenen Woche spielte Boateng bei der Meisterschaftsfeier lieber mit seinen Töchtern in der Münchner Allianz-Arena. Auch da hatten seine Kollegen ohne ihn Spaß. Bei der Feier am darauffolgenden Tag fehlte er gleich ganz - offiziell wegen der Hochzeit eines Freundes.

Den Bayern-Fans schmeckt das gar nicht, etwa bei Twitter machten sie ihrem Unmut Luft. "Was für ein schlechter Abschied eines eigentlich doch so verdienten Spielers", heißt es da oder "Der versaut sich doch auch selbst die Laune damit" und "Er tut mir extrem leid, aber das ist schon unprofessionell." Es gibt aber auch deutlich kritischere Kommentare: "Schwache Leistung, Herr Boateng, ich habe mal eine sehr großen Meinung von ihm gehabt", "Boateng nervt", "Mir fehlt so ziemlich das Verständnis für diese demonstrative Bockigkeit" oder "Extrem erbärmlich".

Boateng ist mit seinem Bankplatz in dieser Saison unzufrieden, er bekam von Trainer Niko Kovac nur 28 Einsätze, während seine Innenverteidiger-Kollegen Niklas Süle (42 Saisonspiele) und Mats Hummels (33) deutlich mehr spielten. "Als Fußballer wünscht du dir, dass du gerade in den wichtigen Spielen mehr spielst", hatte er dazu gesagt. Darauf wird er mutmaßlich bei einem neuen Klub setzen. Dem "Kicker" zufolge soll er bereits um eine Auflösung seines noch bis 2021 laufenden Vertrages gebeten haben.

Quelle: n-tv.de, ara

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