Fußball

Ex-DFB-Star hat keine Zukunft Borussia Dortmund gründet Trainingsgruppe Schulz

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Nico Schulz hat in Dortmund keine Zukunft mehr.

(Foto: IMAGO/Team 2)

Die vergangenen drei Jahre im Fußballer-Leben des Nico Schulz sind ein konstanter Sturzflug. Einst mit einem Marktwert von 25 Millionen Euro notiert, stürzt dieser in kürzester Zeit tiefer als der jeder Kryptowährung. Beim BVB hat er keine Zukunft mehr. Der Ex-Nationalspieler soll ausgesperrt werden.

Der Fußballer Nico Schulz war einst ein vielversprechender Nationalspieler. Der gebürtige Berliner kämpfte sich über die Stationen Hertha BSC, Borussia Mönchengladbach und TSG Hoffenheim ins Adlerdress. Für einen Moment sah es so aus, als ob er die ewige Lücke auf der linken Seite ausfüllen könnte. Doch dann wagte er 2019 mit seinem 25-Millionen-Euro-Wechsel zu Borussia Dortmund den Sprung aus dem beschaulichen Hoffenheim in die große Fußballwelt und scheiterte.

In drei Jahren brachte er es bislang auf lediglich 61 Pflichtspieleinsätze für den BVB, einen guten Eindruck vermittelte er in nur ganz wenigen dieser Spiele. Schon früh fand er sich wenige Wochen nach seiner Verpflichtung noch unter dem damaligen Trainer Lucien Favre auf der Bank wieder. Zurück kam er nie, das erst euphorische langgezogene "Schuuuuuuuulz" als Zeichen der Anerkennung der Tribünen schlug schnell in nervöse Raunen und Pfiffe um. Da half es nicht, dass ihm sein einziger Treffer im Dezember 2019 gelang, noch während seiner Debütsaison in Dortmund.

Hohes Gehalt, keine Zukunft

Mit rund sieben Millionen Euro ist Schulz trotzdem weiterhin einer der Topverdiener bei Borussia Dortmund, bei denen er noch bis 2024 unter Vertrag steht. Der ewige Vizemeister will den 29-Jährigen nur noch loswerden, doch so einfach ist das nicht. Es gibt keine nennenswerten Interessenten für den Linksverteidiger und so erhöht der BVB jetzt den Druck auf ihn, berichten die "Ruhr Nachrichten".

"Nico kennt seine Situation", sagte BVB-Trainer Edin Terzic am Montag und die Lokalzeitung erklärt, wie diese Situation genau aussieht. Der zwölffache Nationalspieler soll demnach nicht Teil des Dortmund-Kaders sein, der ab Freitag ins Trainingslager reisen wird. Stattdessen soll er in der Westfalenmetropole entweder individuell oder mit der zweiten Mannschaft trainieren. Noch liegt seitens des Vereins keine offizielle Bestätigung vor, aber auf weitere Einsätze von Schulz werden im Vereinsumfeld keine Wetten mehr angenommen.

Wurde Schulz 2020 noch von Manchester United umworben, so gibt es derzeit kaum weniger ernstzunehmende Optionen für den ehemaligen Nationalspieler, der letztmals im November 2020 das Deutschland-Trikot trug. Trotzdem ist aus dem Umfeld des BVB zu erfahren, dass der Linksverteidiger in den vergangenen Wochen einige Angebote aus dem In- und Ausland ausgeschlagen hatte.

Das Dortmunder Grundsatzproblem

Die runderneute Borussia will nach der enttäuschenden Vorsaison unter Ex-Trainer mit frischem Personal angreifen. Mit Sebastien Haller, Niklas Süle, Nico Schlotterbeck, Karim Adeyemi und Salih Öczan konnte der Klub unter der Führung des neuen Sportdirektors Sebastian Kehl und der als Trainer zurückgekehrten Vereinsikone Edin Terzic bereits zahlreiche Neuzugänge präsentieren.

Doch die Probleme mit Schulz stehen exemplarisch für eine in den letzten Jahren teilweise verfehlte Transferpolitik. Zahlreich hochkarätige und viel zu gut bezahlte Neuverpflichtungen stagnierten, nachdem sie sich das schwarzgelbe Trikot übergezogen hatten. Julian Brandt, Thorgan Hazard und auch der seit längerer Zeit aufgrund seiner Defensivschwäche umstrittene Raphael Guerreiro könnten bei entsprechenden Angeboten in diesem Sommer den Verein verlassen. Aber das enorme Gehaltsniveau und die wenig vielversprechenden Leistungen in den Vorjahren haben den Markt auch für dieses Quartett drastisch reduziert.

Kein Geld für Raum schafft Platz für Rothe

Somit lässt sich aktuell auch kaum der Wunschtransfer des Hoffenheimers David Raum finanzieren. Der Shootingstar der vergangenen Saison hat als Linksverteidiger gute Chancen auf einen Platz im WM-Kader von Hansi Flick. Er würde das Turnier in Katar jedoch Stand jetzt nicht als Dortmunder bestreiten.

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Schulz nicht mehr erwünscht, Guerreiro formschwankend und verletzungsanfällig und kein Geld für Raum, für den sich Hoffenheim 40 Millionen Euro verspricht - das öffnet auf der Linksverteidigerposition die Tür für zwei Jungstars, die sich Terzic in den nächsten Wochen genauer anschauen wird. "Auf der Position haben wir in Prince Aning und Tom Rothe zwei gute Nachwuchskräfte. Bei ihnen wollen wir die Vorbereitung nutzen, um zu sehen, wie weit sie sind", erklärte der Trainer beim öffentlichen Training am Montag.

Gerade Rothe ist ein vielversprechender Spieler. Bei seinem Profi-Debüt am 16. April beim 6:1 gegen den bemitleidenswerten Gast vom Mittellandkanal, den VfL Wolfsburg, benötigte der 17-Jährige gerade einmal 24 Minuten bis zu seinem ersten Treffer für den BVB. Ihm wird in Dortmund mehr zugetraut als Schulz. Was, mit Blick auf die Bilanz des Ex-Nationalspielers, wenig verwunderlich ist.

Quelle: ntv.de

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