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Sensationsretter soll Ära prägen Bremen verlängert mit "CL-Coach" Kohfeldt

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Seit Florian Kohfeldt Werder-Trainer ist, holten nur zwei Teams mehr Punkte als die Bremer.

(Foto: imago/Nordphoto)

Als Florian Kohfeldt am 11. Bundesliga-Spieltag zum Trainer von Werder Bremen befördert wird, ist der Klub siegloser Vorletzter. Mit dem Trainerwechsel beginnt der Aufschwung, in der Kohfeldt-Tabelle stünde Werder auf Rang drei. Das zahlt sich für den Coach jetzt aus.

Werder Bremen will mit Florian Kohfeldt eine neue Ära einleiten und mit dem 35-Jährigen wieder an erfolgreiche Zeiten anknüpfen. Deshalb verlängerten die Grün-Weißen nun den Vertrag mit ihrem Trainer vorzeitig bis 2021 und setzten damit ein deutliches Zeichen für die Zukunft. "Florian hat mit seiner kommunikativen, transparenten und kritisch-konstruktiven Art großen Anteil am Entwicklungsprozess unserer Mannschaft. Er hat das Team mit klaren Vorstellungen und einer erkennbaren Philosophie aus einer schwierigen Situation herausgeführt. Wir sind davon überzeugt, dass er mit seinem Trainerteam in Zukunft diesen positiven Weg fortführen wird", sagte Werder-Geschäftsführer Frank Baumann.

Kohfeldt bedankte sich für das in ihn gesetzte Vertrauen: "Ich empfinde diese Entscheidung als hohe Wertschätzung meinem gesamten Trainerteam gegenüber und freue mich, dass wir auch in den kommenden Jahren die Zukunft des SV Werder Bremen mitgestalten können. Die vergangenen Monate haben mich in der Ansicht bestärkt, dass in der Mannschaft das Potential steckt, die positive Entwicklung fortzusetzen. Wir wollen gemeinsam eine Kultur in dieser Mannschaft und in dem Verein festigen, zu jeder Zeit auf hohem Niveau das Beste aus uns herauszuholen."

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Seine Bundesliga-Bilanz lieferte Kohfeldt beste Argumente. Als er Bremen nach dem 10. Spieltag vom gefeuerten Alexander Nouri übernahm, war die Mannschaft sieglos und Tabellenvorletzter. Mit Kohfeldt begann ein erstaunlicher Aufschwung. Würde man nur die 18 Spiele berücksichtigen, in denen der 35-Jährige im Amt war, wäre Bremen Tabellendritter und stünde damit auf einem direkten Champions-League-Platz - wie die Kohfeldt-Tabelle zeigt.

Daheim unschlagbar

Bereits am Sonntag hatte er nach dem 2:1 gegen Eintracht Frankfurt betont, dass er unbedingt weiter bei Werder bleiben will, nachdem er zuvor einen Klubrekord eingestellt hatte. Denn auch im neunten Heimspiel unter seiner Regie war Werder ungeschlagen geblieben. Neun Bundesliga-Heimspiele ohne Niederlage zum Beginn einer Traineramtszeit waren in Bremen zuvor nur Sepp Piontek und Otto Rehhagel geglückt.

Am Wochenende hatte vor allem der 14-malige Nationalspieler Max Kruse seinen Trainer in den höchsten Tönen gelobt: "Er hat uns nicht einfach einen Plan vorgegeben und gesagt, dass wir das jetzt so und so machen müssen. Er wollte, dass wir von seiner Idee überzeugt sind. Er hat uns auf seinem Weg mitgenommen. Unser Spiel zeigt, dass da ein Plan existiert."

"Mannschaft auf links gedreht"

Eintracht-Kollege Niko Kovac sagte zudem über Kohfeldt: "Florian hat die Mannschaft auf links gedreht und es geschafft, den Fußball spielen zu lassen, der Werder groß gemacht hat: attraktiv, dynamisch, erfolgsorientiert und diszipliniert." Die Werder-Bosse werden beide Aussagen registriert haben. Bei Kohfeldts Vorstellung im vergangenen Herbst hatte Baumann noch von einer 1b-Lösung gesprochen.

Kohfeldt hatte Ende Oktober vergangenen Jahres zunächst auf Interimsbasis das Amt des Cheftrainers bei Werder von Alexander Nouri übernommen. In 18 Spielen unter seiner Regie holte Werder 31 Punkte in der Bundesliga, rangiert aktuell auf Platz zwölf und steht kurz vor dem Klassenerhalt.

Auch die Arbeitspapiere der Co-Trainer Tim Borowski und Thomas Horsch, von Torwarttrainer Christian Vander, den Athletik-Spezialisten Axel Dörrfuß und Günter Stoxreiter sowie den Analysten Mario Baric und Pascal Schichtel wurden am Dienstag entsprechend ausgedehnt.

Vor Ostern hatte Bremen bereits die Verträge mit den Werder-Urgesteinen Philipp Bargfrede und Fin Bartels verlängert, zudem unterschrieb Toptalent Thore Jacobsen seinen ersten Profikontrakt. In Kürze soll dann noch der ehemalige Erfolgstrainer Thomas Schaaf als Technischer Direktor vorgestellt werden.

Quelle: n-tv.de, cwo/sid

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