Fußball

HSV gut drauf? "Das heißt nichts" Bruchhagen bastelt an der Wagenburg

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"Alles muss dem Ziel untergeordnet werden, die Klasse zu halten": Heribert Bruchhagen.

imago/Oliver Ruhnke

Für die Mannschaft des Hamburger SV geht es in Dubai um Fitness und Zusammengehörigkeit, für den neuen Sportchef Jens Todt waren die Tage stressig. Er sucht dringend neue Abwehrspieler. Ansonsten gilt es traditionell, nicht doch mal abzusteigen.

Zeit zum Reinschnuppern hat Jens Todt nicht. Der neue sportliche Leiter des Hamburger SV jettete zum Arbeitsantritt ins Trainingslager nach Dubai und versuchte von dort aus, Spieler für die Defensive zu verpflichten. Dem HSV fehlen gute Leute in der Verteidigung und im defensiven Mittelfeld - dieses Problem des Tabellensechzehnten der Fußball-Bundesliga hatte Trainer Markus Gisdol schon vor Wochen angesprochen. "Es waren sehr intensive Tage, sehr viele neue Leute, sehr viele neue Themen", erzählt Todt, der seit einer Woche im Amt ist. "Es war sehr schön, wenn auch recht anstrengend."

Bis zur Rückkehr nach Hamburg wird sich daran wenig ändern, zumal der Klub mit Mergim Mavraj, der für 1,8 Millionen Euro vom 1. FC Köln kam, nur einen Neuen verpflichtet hat. Dagegen sind die beiden Innenverteidiger Emir Spahic, den der HSV freigestellt hat, und der Brasilianer Cléber (FC Santos) gegangen, Nabil Bahoui erhielt zudem die Freigabe. "Wir wollen uns aber nicht unter Druck setzen lassen", sagt Todt. "Bis zum 31. Januar ist noch ausreichend Zeit." Dass die Hamburger sich intensiv um Kyrgiakos Papadopoulos von RB Leipzig und den Dortmunder Neven Subotic bemühen, ist kein Geheimnis. Zumindest einer der beiden soll auf Leihbasis kommen.

Mathenia wohl in Wolfsburg im Tor

Eine personelle Vorentscheidung könnte in Dubai dagegen schon gefallen sein. Torwart René Adler musste einige Teile des Trainings sausen lassen. Nach seiner Ellbogen-Operation vor sechs Wochen zwickt es Adler nun auch an den Adduktoren. Keine große Sache, so heißt es, aber zum Pflichtspielstart am 21. Januar beim VfL Wolfsburg dürfte Konkurrent Christian Mathenia die Nase vorn haben. Auf anderen Positionen kann es ebenso noch Veränderungen geben. Alen Halilovic (nach Spanien) und Aaron Hunt (in die Türkei) haben Kontakte zu ausländischen Vereinen.

"Alles muss dem Ziel untergeordnet werden, die Klasse zu halten", sagt Heribert Bruchhagen. Der neue Klubchef unterstützt die Bildung einer Wagenburg rund um das Team. "Wir werden bis zum 34. Spieltag gegen den Abstieg kämpfen." Sein Eindruck von Team sei sehr gut, aber das heiße nichts. "Das lese ich in der Vorbereitung bei allen 18 Bundesligavereinen." Neben teamfördernden Maßnahmen standen die neun Tage am Persischen Golf vor allem für die neuen Chefs unter dem Motto des Kennenlernens. Zum Abschluss wurde den Profis ein besonderes Spektakel geboten. Auf der Pferderennbahn ihres 5-Sterne-Luxus-Hotels wurden acht Galopprennen veranstaltet - tausende Zuschauer waren dabei.

"Es ist schon gewaltig, was hier alles aus dem Boden gestampft wurde", sagt Mathenia. Der Keeper hatte, wie viele seiner Kollegen, vorher beim Ausflug auf die künstliche Insel "The Palm" gestaunt. Am Samstag fliegt der HSV-Tross mit 50 Personen und 1,2 Tonnen Gepäck zurück. Anschließend wird das Team zwei freie Tage bekommen, um in die letzte Trainingswoche zu starten. Im nächsten Jahr möchte der HSV gern zurückkehren nach Dubai. "Die Bedingungen und Fazilitäten hier sind ideal", sagt Bruchhagen.

Quelle: n-tv.de, Reinhard Neumann, dpa

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