Vorbild Borussia DortmundBundesliga-Boss will Impfungen im Stadion

Ärmel hochkrempeln und mit den Spritzen "zack, zack, zack". Eintracht-Frankfurt-Präsident Peter Fischer will die Impfkampagne zu den Fans tragen. Borussia Dortmund ist bereits einen Schritt weiter. Dort ist in den vergangenen Wochen ein Impfzentrum entstanden.
Präsident Peter Fischer von Eintracht Frankfurt will am Rande der Bundesliga-Spiele vor den Stadien im großen Stil gegen das Coronavirus impfen lassen. Sein "Aufruf an die neuen Entscheider in Berlin" lautet demnach: "Bindet jeden Bundesligaverein in eure Impfkampagne ein. Jeder Klub kann jedes Wochenende, wenn Zehntausende in die Stadien strömen, jeden impfen", sagte Fischer in einem Interview mit der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung": "Das ist kein Problem."
Jeder Klub bekomme "das organisatorisch ohne Schwierigkeiten auf die Reihe, denn wir sind es gewohnt, Massenveranstaltungen in geordnete Bahnen zu lenken", sagte Fischer: "Wir bei der Eintracht können auf den Flächen vor dem Stadion Zelte errichten und Impfstraßen aufbauen, sodass wir im Eiltempo die Leute mit den Vakzinen versorgen können. Dann geht es jeden Samstag oder Sonntag mit den Spritzen zack, zack, zack! Gebt uns den Impfstoff, dann legen wir alle sofort los."
Fischer glaubt, mit seinem Vorschlag "mit Sicherheit eine ganze Menge Menschen" zu erreichen, "denen wir, die 18 Bundesligavereine, ein Impfangebot unterbreiten könnten, um so einen Beitrag zu leisten, Corona in den Griff zu bekommen."
Vorbild Borussia Dortmund
Wie man es machen kann, zeigt bereits seit längerer Zeit der Bundesligist Borussia Dortmund. Dort in Westfalen hat man ohne große Worte und ohne große PR ein Impfzentrum im eigenen Stadion aus dem Boden gestampft. Nicht, um sich Erleichterungen im Kampf um die Zuschauerzahlen zu erschleichen, sondern um auf die Anfang Dezember eskalierenden Infektionszahlen mit schnellen und unkomplizierten Impfmöglichkeiten zu reagieren.
Das Dortmunder Stadion ist somit bereits zum zweiten Mal auch ein Impfzentrum. Eines, in dem seit der Wiederaufnahme des Impfbetriebs nach ntv.de-Informationen bereits weit über 6000 Leute geimpft wurden. Rund zehn Prozent davon sind Erstimpfungen. Eines, das von NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst als Beispiel für ein "einfaches und gut zugängliches Angebot" gelobt wird und eines, von dem die, die dort waren, begeistert sind.
"Das wuppen ausschließlich nette und freundliche Mitarbeiter", sagt Tobias Michels im Gespräch mit ntv.de. Michels ist Anhänger des lokalen Vereins, doch im Kampf gegen Corona trägt im Ruhrgebiet niemand eine Vereinsbrille: "Ein einfacher, reibungsloser Ablauf. Super organisiert. Das kann ich auch Schalkern weiterempfehlen. Und das habe ich. Und auch von denen habe ich nur positives Feedback bekommen."
Bereits im Juli hatten die Dortmunder im Stadion ein Impfzentrum aufgebaut. "Es geht uns in erster Linie um die gesellschaftliche Verantwortung, die wir als Fußballverein haben. Nicht nur für unsere Fans, sondern für die gesamte Gemeinschaft", sagte Björn Hegemann, Leiter der Abteilung Fanangelegenheiten beim BVB, damals im Gespräch mit ntv.de.