Fußball

Massives Chaos rund ums Stadion Champions-League-Finale startet 37 Minuten zu spät

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Zahlreiche Liverpool-Fans warten weit nach dem geplanten Anstoß noch vor dem Stadion auf Einlass.

(Foto: REUTERS)

Eigentlich sollen der FC Liverpool und Real Madrid seit 21 Uhr den neuen Champions-League-Sieger ausspielen. Das Finale aber beginnt mehr als eine halbe Stunde verspätet. Die UEFA spricht von "Sicherheitsgründen", während mehrere Berichte massive Probleme am Einlass schildern.

Wegen massiver Probleme beim Einlass hat sich der Anpfiff des Finals der Champions League zwischen Real Madrid und dem FC Liverpool am Samstag deutlich verzögert. Das Spiel im Stade de France bei Paris begann um 21.37 Uhr und damit 37 Minuten später als geplant. Zuvor war der Anpfiff von der Europäischen Fußball-Union UEFA zunächst um 15 Minuten und dann noch zwei weitere Male verzögert worden. Zunächst hatten die Veranstalter auf der Anzeigetafel Sicherheitsgründe angegeben, danach hieß es, dass es vorgeblich am "verspäteten Eintreffen von Fans" liege. Die übereinstimmenden Berichte von Reportern rund um das Stade de France bei Paris deuten jedoch darauf hin, dass es massive organisatorische Probleme beim Einlass in das Finalstadion gibt.

Die UEFA-Rechtfertigung erzürnte zahlreiche Liverpool-Anhänger, die in Sozialen Netzwerken berichteten, dass sie lange Zeit vor dem Stadion gewartet hätten. Bilder zeigen teils chaotische Szenen beim Einlass und lange Schlangen rund um die Arena. Die Polizei setzte übereinstimmenden Berichten zufolge Tränengas gegen Zuschauer ein.

"Ich bin nicht sicher, dass es möglich ist, ein Event schlechter zu organisieren, sogar falls man es versuchen würde. Absolut chaotisch und gefährlich", twitterte die englische Fußball-Legende Gary Lineker mit der UEFA als Adressat. Die Begründung der Verzögerung durch eine späte Ankunft der Fans bezeichnete er als "Bullshit".

"Die Organisation um und im Stadion ist nicht nur eines Champions-Leagues-Finales unwürdig", sagte der frühere Fußballprofi Marvin Matip, Bruder von Liverpools Joel Matip, bei Sky. "Tränengas in Bereichen mit Kindern und unbeteiligten Fans einzusetzen, ist gemeingefährlich." Rob Harris, Reporter der Nachrichtenagentur AP, twitterte: "Mitarbeiter der UEFA mussten einschreiten, um zu verhindern, dass die Security den Medienvertretern nachjagt." Demnach habe die Security so verhindern wollen, dass der Einsatz von Tränengas dokumentiert werde.

Die Pariser Polizei twitterte auf französisch, englisch und spanisch, dass Fans nicht versuchen sollten, sich den Zugang zu erzwingen. Die Nachrichtenagentur AP berichtete, dass es einige Zwischenfälle gegeben hätte, bei denen Fans offenbar ohne Tickets versucht hätten, sich Eintritt zu verschaffen.

Zahlreiche Anhänger des FC Liverpool befanden sich auch zum ursprünglich geplanten Anpfiff um 21.00 Uhr noch nicht auf den Rängen, beim Anpfiff mehr als eine halbe Stunde gab es noch einige Lücken. Die Fan-Bereiche von Real Madrid waren hingegen frühzeitig gut gefüllt. "Wir sind sehr enttäuscht von den Problemen beim Stadion-Einlass und dem Zusammenbruch des Sicherheitsbereichs, dem Liverpool-Fans heute Abend im Stade de France ausgesetzt waren", teilte der englische Fußballklub während der Partie mit. "Wir fordern eine offizielle Untersuchung zu den Gründen dieser inakzeptablen Probleme."

Die Mannschaften kamen kurz nach 21.00 Uhr wieder aus der Kabine und machten sich ein zweites Mal warm. Die Eröffnungsfeier startete um 21.23 Uhr begleitend von einem lauten Pfeifkonzert der Anhänger. Um 21.33 Uhr betraten die Mannschaften schließlich das Feld, kurz darauf erfolgte der Anpfiff.

Quelle: ntv.de, tsi/dpa

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