Fußball

Atlético entzaubert Chelsea Champions-League-Finale wird Stadtderby

2014-04-30T202803Z_635100907_LR2EA4U1KUH9I_RTRMADP_3_SOCCER-CHAMPIONS.JPG248593349391204797.jpg

Arda Turan kann sein Glück nicht fassen.

(Foto: REUTERS)

Der große Außenseiter Atlético macht das Madrider Stadtduell um den Champions-League-Titel perfekt. Beim FC Chelsea in London gelingt den Spaniern wie dem großen Real beim FC Bayern ein klarer Sieg. Nun kann auch André Schürrle pünktlich zur DFB-Elf.

32893C0029D03C13.jpg5608487143966091041.jpg

Chelsea hatte sich mehr erwartet.

(Foto: AP)

Der Kampf um die Nachfolge des FC Bayern München auf Europas Fußball-Thron wird zum Madrider Lokalduell. Der große Außenseiter Atlético entzauberte am Mittwochabend beim 3:1 (1:1)-Sieg den FC Chelsea und Trainerfuchs José Mourinho und zog erstmals seit 40 Jahren in das Endspiel um die wichtigste Klub-Trophäe des Kontinents ein. Im Finale am 24. Mai in Lissabon geht es für das Team von Trainer Diego Simeone gegen den großen Lokalrivalen Real Madrid - ein Novum in der Europapokalgeschichte.

Hier das gesamte Spiel zum Nachlesen

Adrián López (44.), Diego Costa (60./Foulelfmeter) und Arda Turan (72.) erzielten an der Londoner Stamford Bridge nach dem 0:0 im Hinspiel die Tore für den Tabellenführer der spanischen Primera Division, der somit ungeschlagen das Finale erreichte. Chelsea war durch einen Treffer von Fernando Torres (36.) in Führung gegangen, scheiterte aber zum dritten Mal unter Mourinho im Champions-League-Halbfinale. Der Chelsea-Coach verzichtete auf André Schürrle in der Startelf. Erst rund eine Viertelstunde vor Schluss, als schon alles vorbei war, kam der deutsche Nationalspieler zum Einsatz. Zu viel Offensive wollte der Starcoach wie gewöhnlich ohnehin nicht riskieren. Kontrolle des Geschehens lautete die Maxime der Blues. Nach gerade einmal gut drei Minuten stand aber das Glück zur Seite. Eine mehr oder weniger verunglückte Flanke von Koke segelte über den verdutzten Routinier Marc Schwarzer im Chelsea-Tor und klatschte an Latte und Pfosten.

Kein hochklassiges Spiel

Intensiv war die Partie, hochklassig aber keineswegs. Beide Teams konzentrierten sich auf schnelle, aber risikoarme Ballstafetten. Auch Diego Maradona als Gast an der Stamford Bridge dürfte sich mehr Mut gewünscht haben. Der Brasilianer David Luiz (23. Minute) sorgte mit einem Fallrückzieher knapp neben das Tor für etwas Unterhaltungswert. Dass Mourinho attraktives Spiel nicht grundsätzlich untersagt hatte, bewies schließlich Willian, der sich per Hackentrick gegen zwei Gegenspieler an der Eckfahne durchsetzte - der Ball gelangte zu Torres, der flach einschoss. Fast schon entschuldigend hob der Torschütze die Arme - viele Jahre spielte er als Jungspund bei Atlético, wo er heute von den Fans noch verehrt wird.

Chelsea kann das Tor nicht nutzen

Ironie des Spiels: Das Tor tat Chelsea nicht gut. Die Londoner konzentrierten sich instinktiv wieder verstärkt auf die Defensive und wurden - während sich Schürrle an der Seitenlinie erstmals warm machte - bitter bestraft. Über Tiago und Juanfran kam der Ball zu López, der aus kurzer Distanz zum Ausgleich einschoss. Kurz nach der Pause rettete Schwarzer aus kurzer Distanz gegen Turan (47.). Thibaut Courtois - von Chelsea an Atlético ausgeliehener Torwart - reagierte bei einem Kopfball von John Terry (53.) ebenfalls glänzend. Mourinho hatte mittlerweile Samuel Eto'o für mehr Offensivkraft gebracht - doch der Kameruner verschuldete mit einem Foul an Diego Costa den Elfmeter, den der Atlético-Angreifer zum Führungstor verwandelte.

Spannend hätte es nochmals werden können, als David Luiz (64.) den Pfosten traf. Kurze Zeit später machte Turan aus kurzer Distanz alles klar. Trost und Vorteil für Kurzarbeiter Schürrle: Wie die im anderen Halbfinale gescheiterten Profis des FC Bayern kann auch der Wahl-Londoner nun pünktlich in die WM-Vorbereitung der deutschen Nationalmannschaft am 21. Mai in Südtirol einsteigen.

Quelle: ntv.de, dpa

ntv.de Dienste
Software
Social Networks
Newsletter
Ich möchte gerne Nachrichten und redaktionelle Artikel von der n-tv Nachrichtenfernsehen GmbH per E-Mail erhalten.
Nicht mehr anzeigen