VfL Wolfsburg schämt sich sehrChaos und Eleganz: Monströses Duo macht den FC Bayern verrückt

Der FC Bayern beginnt das neue Jahr so dominant, wie er das alte beendet hat. Vincent Kompany bekommt im 50. Ligaspiel als Coach ein Torfest geschenkt. Zwei Spieler der Münchner wecken große Erinnerungen.
Nach dem beeindruckenden Torfest zum Jahresauftakt jubelten die Dauersieger des FC Bayern schon wieder ausgelassen vor ihren Fans - und Vincent Kompany freute sich über ein perfektes Jubiläum als Münchner Trainer. Das 8:1 (2:1) gegen Lieblingsgegner VfL Wolfsburg im 50. Bundesligaspiel unter Kompany war eine erneute Machtdemonstration des souveränen Spitzenreiters, der von seiner Dominanz auch über die Weihnachtspause nichts eingebüßt hat.
"Das schmeckt gut, muss ich sagen. Das haben wir uns auch vorgenommen, uns hier zu Hause an so einem kalten Januartag so ein bisschen in die Herzen wieder reinzuspielen", sagte Bayerns Torwart Manuel Neuer bei DAZN, "und wir sind alle sehr zufrieden". Der Vorsprung auf den Tabellenzweiten Borussia Dortmund erhöhte sich auf elf Punkte, von Bayern-Jägern kann in der Bundesliga keine Rede mehr sein. Wolfsburgs Eigentorschütze Kilian Fischer monierte, dass sein Team nach der Halbzeitpause eingebrochen sei: "Das 8:1 ist schon wirklich peinlich." VfL-Sportdirektor Pirmin Schwegler sprach gar von einem "Komplettausfall" nach dem Seitenwechsel.
Einfach unersättlich
Die Offensive der Münchner war an diesem Abend wieder einmal gnadenlos und hatte bei Fans und Verantwortlichen für Staunen gesorgt. Nach 16 Spieltagen haben die Bayern nun bereits unglaubliche 63 Tore erzielt – und damit vier mehr als die ersten "Verfolger" Dortmund und Leipzig zusammen.
"Es steht 5:1, 6:1, wir wechseln, bringen junge Spieler und schießen trotzdem noch zwei, drei Tore. Das ist gerade genau unsere Mentalität", schwärmte Sportvorstand Max Eberl: "Wir haben immer Spieler, die etwas Besonderes machen können, und das ist dann schon schön und macht Spaß." Auch Kompany hob die "individuelle Qualität" seiner Spieler hervor: "Das ist eine unserer Stärken, dass viele Jungs Tore machen können."
Zwei "Jungs" stechen aber momentan besonders hervor: Michael Olise und Luis Díaz. Sie wecken Erinnerungen an die glorreichen Münchner Außenstürmer Arjen Robben und Franck Ribéry, die den deutschen Fußball-Rekordmeister im Sommer 2019 verließen. "Wir haben gerade in der Kabine darüber gesprochen. Olise ist ein Stück weit der neue Robben, den wir haben. Und mit Lucho auf der anderen Seite den Typ Ribéry", sagte Sportvorstand Max Eberl. "Also wir haben den filigranen, den eleganten, kreativen, mit Michael – und wir haben ein bisschen den kreativen Chaos-Maker mit Lucho."
Geprägt durch englische Wettkampfhärte
Wie einst "Robbery", die ein Jahrzehnt für den FC Bayern zauberten, beeindrucken der Franzose Olise und der Kolumbianer Díaz die 75.000 Zuschauer mit Technik, Tricks und Tordrang. Beide waren als Torschützen und Vorbereiter maßgeblich an der höchsten Niederlage des VfL Wolfsburg in der Fußball-Bundesliga beteiligt. "Ich würde das noch nicht vergleichen mit Robben und Ribéry. Dafür habe ich zu viel Respekt vor diesen Flügelspielern, gegen die ich gespielt habe", sagte Kompany. "Wenn irgendwann am Ende die großen Titel da sind, können wir vielleicht irgendwann über dieses Thema sprechen." Ribéry und Robben feierten mit dem FC Bayern Titel en masse – und das erste Triple im deutschen Fußball.
Was Olise und Díaz - wie auch Traumtorschütze Harry Kane - mitbringen, ist die Wettkampfhärte der Premier League. Dort gehe es alle drei Tage um "wirklich spielen, rennen, rammeln auch teilweise", sagte Eberl. Aber letztlich sei's egal: "Hauptsache, sie machen es so, wie sie es machen. "Kane führt die Torschützenliste der Bundesliga mit 20 Treffern an. Olise und Díaz belegen mit jeweils neun Treffern den geteilten zweiten Platz.
"Sie harmonieren hervorragend und sind brandgefährlich", sagte Kane. "Robben und Ribéry haben das natürlich länger geschafft, Michael und Lucho haben noch viele Jahre Zeit, um diese Leistung konstant abzurufen. Ich denke, genau das hat die beiden so großartig gemacht: Jahr für Jahr diese Leistung zu bringen und dabei so gefährlich zu sein. Sie sind auf dem richtigen Weg."