Fußball

13 Millionen Euro netto Coutinho sprengt Bayerns Gehaltsstruktur

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Tendenz Topverdiener: Philippe Coutinho.

(Foto: imago images / ZUMA Press)

Superstar-Schnäppchen oder doch ein Leihgeschäft, das den FC Bayern sehr viel Geld kostet? Sagen wir es so: Billig ist der brasilianische Fußballprofi Philippe Coutinho nicht. Denn da ist ja noch die Sache mit seinem Gehalt beim FC Barcelona, das die Münchner nun übernehmen müssen.

Um die 20 Millionen Euro - so viel zahlt der deutsche Fußballmeister FC Bayern München als Saison-Leihgebühr für Philippe Coutinho an den FC Barcelona, wie spanische Medien berichten. Eine stattliche Summe, die laut "Bild"-Zeitung und Bezahlsender Sky aber nicht stimmt. Die alleinige Leihgebühr für den offensiven Mittelfeldspieler soll sich vielmehr auf acht Millionen Euro belaufen. Ist der Brasilianer also ein Superstar-Schnäppchen, wie die "Bild" jubiliert? Das nun auch wieder nicht.

Denn zu den acht Millionen Euro Leihgebühr kommen laut Sky noch die Beraterkommission plus Coutinhos komplettes Gehalt beim spanischen Meister hinzu. Und das alleine soll sich auf 13 Millionen Euro netto belaufen - womit der 27 Jahre alte Spielmacher mit Abstand der Topverdiener in München wäre. Bislang sind Angreifer Robert Lewandowski, Torwart Manuel Neuer und Mittelfeldspieler Thomas Müller die bestverdienenden Bayern-Profis mit einem geschätzten Jahresgehalt von jeweils 15 Millionen Euro. Brutto wohlgemerkt, nicht netto.

Schlanke 120 Millionen Euro

Falls Münchner und Coutinho gegenseitig Gefallen aneinander finden und Trainer Niko Kovac den Brasilianer auch in sein Taktiksystem einbauen kann, sollen die Bayern im Sommer kommenden Jahres über eine Kaufoption verfügen: für schlanke 120 Millionen Euro. Erst einmal aber freut sich selbst die Konkurrenz über diesem Transfer. "Ich bin ein Riesen-Fan von ihm. Ich finde, er ist eine Bereicherung für die Bundesliga", sagte der deutsche Nationalspieler Julian Brandt vom Münchner Titelrivalen Borussia Dortmund.

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Schwärmer: Niko Kovac.

(Foto: dpa)

"Die Bayern haben in Coutinho einen tollen Spieler verpflichtet, der der gesamten Bundesliga gut tut", urteilte Fortuna Düsseldorfs Trainer Friedhelm Funkel beim Fernsehsender Sport1. Coutinho traf an diesem Sonntag in München ein. Nach einem Medizincheck sollte er seinen Vertrag unterschreiben. Die "komplette Bundesliga" könne sich auf den Brasilianer freuen, schwärmte Bayerns Trainer Kovac. Und Manager Hasan Salihamidzic hatte nach dem mageren 2:2 gegen Hertha BSC zum Saisonauftakt der Bundesliga gesagt: "Wir bieten unseren Fans was Spektakuläres."

Marko Grujic, der am Freitag das zwischenzeitliche 2:1 für die Berliner erzielt hatte, kennt Coutinho sehr gut: Er spielte einst beim FC Liverpool mit dem brasilianischen Spielmacher zusammen. Seine Prognose: "Das ist eine große Sache für die ganze Bundesliga, dass wir jetzt die Möglichkeit haben, Coutinho zu sehen. Er ist ein besonderer, ein aufregender Spieler, macht verrückte Sachen." Coutinho werde "bei Weitem der beste Fußballer Deutschlands sein".

Die Schluss-Offensive der Münchner bei ihren zuvor lange belächelten Transferbemühungen bereitet der Konkurrenz wie Mönchengladbachs Sportdirektor Max Eberl inzwischen Sorgen: "Der FC Bayern hat einen großartigen Kader und wenn ich sehe, wer jetzt noch so kommt, da wird mir langsam angst und bange, was die noch alles aufrüsten."

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Quelle: n-tv.de, cwo/sgi/dpa/sid

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