Fußball

Nazi-Vergleich war "ein Fehler" DFB-Boss schließt Rücktritt trotz Eklat aus

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Koch und Keller sind sich nicht wohlgesinnt.

(Foto: imago images/Revierfoto)

Dieser verbale Angriff ist äußerst daneben: DFB-Präsident Fritz Keller vergleicht seinen Vize Rainer Koch mit dem Nazi-Richter Roland Freisler. Er entschuldigt sich prompt. Mehr aber nicht, einen Rücktritt schließt er aus.

DFB-Präsident Fritz Keller hat nach seiner verbalen Entgleisung einen Rücktritt ausgeschlossen. "Einen Rücktritt schließe ich aus. Ich habe einen Fehler gemacht, aber ich werde die Aufräumarbeiten, für die ich zum DFB geholt und mit 100 Prozent der Stimmen auf dem Bundestag gewählt wurde, zu Ende führen", sagte Keller der "Bild"-Zeitung.

Keller hatte zuvor seinen Vizepräsidenten Rainer Koch nach Medienberichten mit Nazi-Richter Roland Freisler verglichen, sich aber sofort dafür entschuldigt. Der DFB äußerte sich nicht zu Einzelheiten, bestätigte aber eine Entschuldigung des 64-jährigen Keller.

Koch äußere sich nicht zum gesamten Vorgang, er könne nur bestätigen, dass Keller ihn schriftlich um Entschuldigung gebeten habe, hieß es auf Anfrage vom Bayerischen Fußball-Verband (BFV). "Rainer Koch hat die Entschuldigung bislang nicht angenommen, weil er den gesamten Vorgang mit zeitlichem Abstand zunächst in einem persönlichen Gespräch mit Fritz Keller aufarbeiten möchte." Keller hatte hingegen erklärt, dass er sich schriftlich bei Koch entschuldigt und dieser "die Größe" gehabt habe, "die Entschuldigung anzunehmen".

"Manchmal fallen in Kontroversen Worte, die nicht fallen sollen und nicht fallen dürfen. Dafür habe ich mich in aller Form persönlich im Gespräch wie auch schriftlich bei Rainer Koch entschuldigt", wurde Keller im "Spiegel" zitiert. "Er hat die Größe, die Entschuldigung anzunehmen, wofür ich ihm dankbar bin", sagte Keller - im Gegensatz zum BFV. "Insbesondere auch im Hinblick auf die Opfer des Nationalsozialismus war der Vergleich gänzlich unangebracht. Ich bedauere dies sehr und werde meine Worte künftig weiser wählen."

Freisler war als Teilnehmer an der Wannseekonferenz einer der Verantwortlichen für die Organisation des Holocaust und später Präsident des berüchtigten Volksgerichtshofes, wo er etwa 2600 Todesurteile verhängte. Darunter auch gegen die Widerstandsgruppe "Weiße Rose". Er starb 1945.

"Das ist mir so peinlich wie noch nie etwas im Leben", sagte Keller der "Bild"-Zeitung. "Ich bin mit der Erinnerungs-Kultur familiär verwachsen, meine Großmutter hatte jüdische Stammtische veranstaltet. Seit meiner Kindheit liegt mir jüdisches Leben in Deutschland und Israel sehr am Herzen", fügte er hinzu.

Quelle: ntv.de, ara/dpa

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