Fußball

Die Rückkehr des Titans Darum ist Kahn die Zukunft des FC Bayern

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Oliver Kahn wird ab dem neuen Jahr ein Mitglied des Vorstandes des FC Bayern München, um ihn 2022 zu übernehmen.

(Foto: imago/Sven Simon)

Der Umbruch in der Klubführung von Bayern München geht weiter: Ab 2020 bereitet sich Oliver Kahn auf die Rolle als Nachfolger von Karl-Heinz Rummenigge vor. Beim Rekordmeister macht ihn besonders sein FCB-Stallgeruch beliebt - für Gespräche mit Leroy Sané bringt er aber noch mehr mit.

Als sein Name fiel, brandete spontan Jubel auf. Oliver Kahn dürfte in diesem Moment bewusst geworden sein, wie groß die Sympathien sind, die er bei Bayern München noch immer genießt, zugleich wurde an diesem 17. November in der Münchner Olympiahalle deutlich, wie groß die Erwartungen an ihn sind. "Da hast Du viel Arbeit, um diese Vorschusslorbeeren zu rechtfertigen", sagte der scheidende Präsident Uli Hoeneß mit Genuss und einem Schmunzeln von der Bühne herab.

Hoeneß hatte an diesem Abend nichts weiter getan, als Kahn als "künftigen Vorstandsvorsitzenden" zu begrüßen, allein das reichte aus, um die Mitglieder zu verzücken. Am kommenden Mittwoch wird der "Titan" offiziell seine Arbeit beim deutschen Rekordmeister aufnehmen, zunächst als einfaches Mitglied des Vorstandes, in zwei Jahren dann, ab dem 1. Januar 2022, soll er als Klubchef und damit Nachfolger von Karl-Heinz Rummenigge maßgeblich die Zukunft gestalten.

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Uli Hoeneß hat den Plan in die Wege geleitet, Kahn zum neuen starken Mann beim FC Bayern zu machen.

(Foto: imago/Sven Simon)

Dass Kahn der starke Mann beim FC Bayern werden sollte, war die Idee von Hoeneß. Wie so vieles bei der Neuaufstellung des Klubs die Idee von Hoeneß war. Er setzte sich für Herbert Hainer als Vereinspräsident und Aufsichtsratsvorsitzender ein, er sorgte dafür, dass Sportdirektor Hasan Salihamidzic zum Sportvorstand befördert wird. Und während einer Plauderei über Gott und die Welt mit Kahn habe es "irgendwann bei mir Klick gemacht", verriet Hoeneß. Klick, Kahn, Klubchef.

"Trägt die DNA des FC Bayern in sich"

Hoeneß hat sich geradezu in Schwärmereien ergangen über Kahn, der vor allem zwei wichtige Einstellungskriterien erfüllt: Er bringt aus seinen 14 Jahren beim FC Bayern, die er sportlich mit dem Gewinn der Champions League 2001 krönte, den unbedingt gewünschten Stallgeruch mit; mehr noch: Wie wohl kein zweiter Spieler hat der ehemalige Nationaltorhüter das "Mia san mia" vorgelebt. "Oliver kennt den Fußball, er kennt die Wirtschaft, und er trägt die DNA des FC Bayern in sich", sagte Hoeneß.

Kahn hat gleich einen Vertrag über fünf Jahre bekommen, die ersten beiden werden dabei Lehrjahre sein. "Ich halte meinen Nachfolger Oliver Kahn für fähig", sagte Klubchef Rummenigge im Interview mit dem SID, er habe sich auch "Gedanken gemacht, wie das sogenannte 'Onboarding' ablaufen könnte. Das werde ich mit ihm abstimmen und ihn ab Januar dabei unterstützen". Und nein, versicherte Rummenigge: "Ich habe kein Problem damit, meinen Platz nach Ablauf meines Vertrages zu räumen."

Wenn Kahn mit Leroy Sané diskutiert

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Den FC Bayern kennt Kahn als langjähriger Torwart des Rekordmeisters nur zu gut.

(Foto: imago images / Team 2)

Kahn ist sich der Herausforderungen bewusst, die in zwei Jahren als Klubchef auf ihn zukommen. "Das ist keine Position, die man einfach von heute auf morgen bekleiden kann, indem man sagt: 'Servus, hier bin ich, wo ist mein Schreibtisch und jetzt fange ich an'", betonte er im ZDF. "Er muss ins kalte Wasser springen", sagt Rummenigge. Wichtig sei ein funktionierendes Netzwerk, das sich Kahn "in kürzester Zeit" aufbauen müsse. "Aber", betont der Klubchef, "ich traue ihm das zu. Er ist ausgeschlafen - und er ist viel entspannter als früher."

An der Säbener Straße erzählen sie sich, dass sich Kahn mit Akribie auf seinen Arbeitsbeginn vorbereitet hat. Und er bringt neben Stallgeruch und der Bayern-DNA eine weitere wichtige Komponente mit. "Wir brauchen in der Führungsposition einen, der ehemaliger Fußballspieler war", betonte Hoeneß, das sei schon "sehr hilfreich, wenn du mit einem Joshua Kimmich, mit einem Robert Lewandowski, mit einem Leroy Sané diskutierst." Zeit für derartige Gespräche gibt es bereits in der kommenden Woche. Am Samstag tritt Kahn gleich seine erste Dienstreise an: Er fliegt mit ins Trainingslager nach Katar.

Quelle: ntv.de, Thomas Häberlein, dpa