Fußball

FC Bayern gegen Barça-FrauenDas Duell der Teams, die zu gut für ihre Ligen sind

25.04.2026, 07:29 Uhr Bild-AnjaVon Anja Rau
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Die Deutschen Meisterinnen kommen mal wieder vom FC Bayern. (Foto: picture alliance / contrastphoto)

In der Liga weit enteilt, warten die echten Aufgaben nur international auf den FC Bayern. Das gilt sowohl für die Männer als auch für die Frauen. Die bekommen es nach der vorzeitigen Meisterschaft in der Champions League mit einer Übermacht zu tun. Eine 1:7-Packung gab es bereits in der Ligaphase.

Der FC Bayern ist Deutscher Meister. Der FC Bayern steht im Finale des DFB-Pokals. Der FC Bayern tritt im Halbfinale der Champions League an. Alle drei Aussagen stimmen - für gleich zwei Teams. Für die Männer-Mannschaft von Trainer Vincent Kompany. Und für das Frauen-Team von Trainer José Barcala.

Sie sind die beiden Bundesliga-Überteams dieser Saison. Den Konkurrenten weit enteilt. Die Frauen stellten mit ihrem Titelgewinn am Montag beim 3:2-Sieg bei den Aufsteigerinnen des 1. FC Union Berlin sogar den Bundesliga-Rekord ein: Vier Spieltage vor Schluss stehen die Bayern als Meisterinnen fest, so früh war bislang nur in der Saison 1999/2999 der FCR Duisburg mit dem Feiern dran. Für die Münchnerinnen ist sogar noch eine Spielzeit ohne Niederlage drin. Nur einmal holten sie bislang keinen Sieg, im September gab es ein Unentschieden gegen Carl-Zeiss Jena. 64 von 66 möglichen Punkten und das bei einem sagenhaften Torverhältnis von 84:8.

Noch eines haben die Frauen mit den Männern gemeinsam: Sie feierten den Titel nicht überschwänglich, obwohl es die siebte Meisterschaft seit Gründung der Frauen-Bundesliga 1990 ist. Denn die harten Aufgaben kommen schnell. Als Nächstes kämpfen beide um den Einzug ins Finale der Königsklasse. Die Frauen müssen vorlegen - gegen niemand Geringeren als den FC Barcelona. Für das Hinspiel öffnet der Klub ausnahmsweise die Tore zur Allianz Arena (18.15 Uhr/ZDF, Disney+ und im ntv.de-Liveticker), mehr als 25.000 Tickets sind verkauft. Eine ungewohnte Kulisse für die Bayern-Frauen, die sonst auf dem Bayern-Campus vor 2500 Fans spielen.

Üble Klatsche in der Ligaphase

Dem Campus sind sie längst entwachsen, der Klub hat daher kürzlich den Sportpark Unterhaching gekauft, vor den Toren Münchens werden die Frauen bald vor 15.000 Fans spielen können. Die Euphorie vor dem Duell mit Barça ist groß bei den Münchnerinnen, aber auch die Demut.

Denn während sie selbst die Überperformer in Deutschland sind, ist das genauso der FC Barcelona in Spanien. Auch deren Dominanz in der Liga ist erdrückend, 25 Siege in 26 Spielen, die Torbilanz sogar noch krasser als beim FC Bayern: 116:7. Während die Bayern 15 Punkte Vorsprung auf den Tabellenzweiten VfL Wolfsburg haben, sind es in Spanien 16 Punkte auf Real Madrid.

Ein Duell auf Augenhöhe also? Nun ja, die Ansetzung FC Bayern gegen FC Barcelona hatte es bereits zum Auftakt der Ligaphase dieser Champions-League-Saison gegeben. Das Ergebnis im Herbst: 1:7-Klatsche für die Münchnerinnen. "Wir haben die Rolle des Underdogs", sagte Giulia Gwinn vor dem erneuten Aufeinandertreffen.

Verein zwang Barcelona-Frauen zum Sparen

Überhaupt erst zum dritten Mal haben es die Bayern nun unter die Top vier im europäischen Vereinsfußball geschafft - noch nie ins Finale. 2019 war im Halbfinale eben jener FC Barcelona zu stark, 2021 der FC Chelsea. Der FC Barcelona dagegen gewann den Titel schon dreimal 2020/21, 2022/23 und 2023/24, stand zuletzt fünfmal hintereinander im Finale. In der Vorsaison unterlagen sie dort dem FC Arsenal knapp mit 0:1. Die Londonerinnen duellieren sich im zweiten Halbfinale mit den Rekordsiegerinnen von OL Lyon.

Die Katalaninnen trumpfen auf mit ihren Stars um Alexia Putellas, Weltfußballerin 2021 und 2022. Dass Aitana Bonmati - Weltfußballerin 2023, 2024 und 2025 - seit November wegen eines Wadenbeinbruchs ausfällt, kommt den Bayern vermutlich zupass. Doch davon, dass die Katalaninnen auseinanderbrechen, wie es vor der Saison befürchtet worden war, davon ist nichts zu spüren.

Die Sorgen waren groß gewesen, der Klub hatte mehrere Stars verkauft - weil die Financial-Fairplay-Probleme des Männerteams von Trainer Hansi Flick den Klub zu einem drastischen Sparkurs nötigten. Die Frauen mussten dafür büßen, obwohl das Frauen-Team mit einem Budget von rund 15 Millionen Euro laut Berichten die einzige selbsttragende Abteilung des FC Barcelona ist. Dennoch musste laut der spanischen Journalistin Laia Bonals eine Summe von etwa einer Million Euro aufgebracht werden, um die Bilanz auszugleichen. Im Fußball der Frauen noch immer viel Geld, der Kader wurde verkleinert.

Popp genervt von Bayern-Übermacht

Aber die Barça-Frauen sind weiterhin eine Macht. Das bekamen die Münchnerinnen im Oktober gehörig zu spüren. "Wichtig ist, dass wir daraus gelernt haben", sagte Klara Bühl. "Daher wird es uns in den nächsten beiden Spielen leichter fallen." Sie forderte: "In gewissen Punkten im Kopf schneller sein, nochmal giftiger in den Zweikämpfen und von Anfang an da sein." Es soll doch endlich mit dem Einzug ins erste Königsklassen-Finale klappen (Rückspiel am 3. Mai, 16.30 Uhr/ZDF, Disney+ und im ntv.de-Liveticker).

Deutlich wahrscheinlicher ist allerdings das nationale Double. Am 14. Mai (16 Uhr/ZDF und im ntv.de-Liveticker) steht das DFB-Pokal-Finale gegen den ehemaligen Seriensieger VfL Wolfsburg an. Lange die Aushängeschilder der Liga (und des europäischen Fußballs), sind die Niedersächsinnen von den Bayern überholt worden. Die Benchmark bildet sportlich und wirtschaftlich München.

Was die langjährige DFB-Kapitänin Alexandra Popp mächtig nervt. Sie wird - vorausgesetzt sie kuriert ihre Verletzung schnell genug aus - im Finale ihr letztes großes Spiel für Wolfsburg absolvieren, ehe sie zu Borussia Dortmund wechselt. "Natürlich habe ich kritisch verfolgt, wie sich die Dinge beim VfL in den letzten Jahren entwickelt haben. Insbesondere was unsere Infrastruktur betrifft, hätten die Schritte größer sein können, wenn wir mit Bayern oder auch der europäischen Spitze hätten mithalten wollen", sagte sie zu "11 Freunde".

Die Konkurrenz schaut dem FC Bayern hinterher, genauso wie die spanischen Teams dem FC Barcelona. Bayern-Trainer Barcala hat den Job erst im Sommer übernommen. Der Spanier war angetreten mit großem Selbstbewusstsein: "Ich bin sehr sicher, dass Bayern München sehr bald die Champions League gewinnen wird." Erst einmal ist alles bereitet für ein Halbfinale zweier Teams, die zu gut für ihre Ligen sind.

Quelle: ntv.de

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