Fußball

Bei PSG nicht unumstritten Der FC Bayern redet wieder über Tuchel

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Tuchel galt schon vor der Verpflichtung von Niko Kovac als Wunschkandidat von FCB-Vorstandschef Rummenigge.

(Foto: imago images/PanoramiC)

Niko Kovac ist weg, Hansi Flick übernimmt. Aber nicht auf Dauer. In drei Wochen soll der neue Cheftrainer des FC Bayern München feststehen. Sagt Präsident Uli Hoeneß. Ein Kandidat soll Thomas Tuchel sein - der legt seinen Fokus jedoch erstmal auf Paris.

Der FC Bayern sucht den Nachfolger des Nachfolgers. Zwar beförderten sie beim Fußball-Bundesligisten in München gerade erst Hansi Flick zum Chef, doch eine Dauerlösung soll der vormalige Co-Trainer des entlassenen Niko Kovac nicht sein. Das zumindest sagte Präsident Uli Hoeneß am Montagabend: "Ich denke, dass wir bis zum nächsten Auswärtsspiel in Düsseldorf in drei Wochen wissen, wie es in der Trainerfrage weitergeht." Ein Kandidat an der Säbener Straße ist nun offenbar Thomas Tuchel. Wieder einmal.

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Bereits im Frühjahr 2018 wollte Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge Tuchel verpflichten, der allerdings ging nicht deutschen Fußball-Rekordmeister, sondern in die französische Hauptstadt. Das Arbeitspapier des 46-Jährigen bei Paris St. Germain läuft noch bis 2021, wie er am Dienstag sagte:  "Ich habe einen Vertrag und denke nicht an einen anderen Club." In der Champions League steht PSG mit drei Siegen aus drei Spielen bereits so gut wie sicher im Achtelfinale, und mit acht Siegen aus zehn Ligaspielen ist das Starensemble früh in der Saison auf Kurs in Richtung zur siebten Meisterschaft in acht Jahren.

Kommt Tuchel, nachdem Hoeneß weg ist?

Trotzdem ist Tuchel in Paris nicht unumstritten – nicht erst seit der 1:2-Niederlage gegen Schlusslicht Dijon am Wochenende. Die französische Sportzeitung "L'Equipe" berichtete, Tuchel habe sich den Unmut seiner Spieler zugezogen, als er ihnen nach dem 4:0 gegen Olympique Marseille eine Woche zuvor mangelnden Einsatz vorgeworfen habe.

Atmosphärische Störungen also zwischen Trainer und Team, über die auch in Tuchels Zeit bei Borussia Dortmund regelmäßig berichtet worden war. Dort musste der Übungsleiter nach der Saison 2016/17 gehen, obwohl er mit 2,09 Punkten pro Bundesliga-Spiel einen herausragenden Schnitt ablieferte. Wobei für die katarischen Eigentümer von PSG der Titel in der Ligue 1 ohnehin nur müßige Pflicht ist. Das Ziel ist die Champions-League-Trophäe. Zuletzt war dort allerdings dreimal in Folge im Achtelfinale Schluss. Mit dem Abschneiden in Europa steht und fällt, ob Tuchel im Amt bleibt. Oder für den FC Bayern zum ernsthaften Thema wird. Wobei er selbst erklärte: "Ich bin nicht interessiert, weil ich Trainer von Paris Saint-Germain bin."

Offen ist allerdings, ob dieses Nicht-Interesse bestehen bliebe, wenn seine Zeit bei PSG frühzeitig enden sollte. Dabei hilft es auch, dass Münchens schärfster Tuchel-Kritiker - Uli Hoeneß -  sich am 15. November aus dem Verein zurückzieht. Danach blieben immerhin noch acht Tage bis zur Frist, die Hoeneß selbst gesetzt hat.

Quelle: n-tv.de, tsi