Fußball

VfB hat den Aufstieg fast sicher Der HSV-Alptraum kommt in Minute 95

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Nicolas Gonzalez und sein VfB Stuttgart legten eine Show auf den Rasen beim 1. FC Nürnberg hin.

(Foto: imago images/Pressefoto Baumann)

Stuttgart hat den Aufstieg ins Oberhaus nach einem Torfestival quasi sicher - weil Hamburg in der letzten Minute noch gegen Heidenheim verliert. Der HSV wird damit von Platz drei der 2. Liga verdrängt und kann aus eigener Kraft selbst den Relegationsplatz am letzten Spieltag nicht mehr erreichen.

1. FC Nürnberg - VfB Stuttgart 0:6 (0:3)

Zweitligist VfB Stuttgart ist die Rückkehr in die Fußball-Bundesliga kaum noch zu nehmen. Die Schwaben behaupteten dank eines 6:0 (3:0) beim fehlerhaften 1. FC Nürnberg den zweiten Tabellenplatz und können im Saisonfinale nur noch theoretisch auf den dritten Platz zurückfallen. Der 1. FC Heidenheim auf Rang drei hat drei Punkte weniger auf dem Konto und besitzt ein um elf Treffer schwächeres Torverhältnis.

Silas Wamangituka (11.), Atakan Karazor (26., 64.), Sasa Kalajdzic (41.) und Nicolas Gonzalez (52., 76.) besserten die Tordifferenz der Gäste-Mannschaft von Trainer Pellegrino Matarazzo deutlich auf. Bundesliga-Absteiger Nürnberg droht auf Platz 15 damit weiter der ungebremste Absturz in die 3. Liga: Vor dem 34. Spieltag ist die Mannschaft von Jens Keller noch nicht gerettet.

Beide Teams hatten zuletzt Kantersiege eingefahren - Nürnberg siegte 6:0 bei Wehen Wiesbaden, der VfB 5:1 gegen den SV Sandhausen. Und auch die Partie im Max-Morlock-Stadion startete furios: Georg Margreitter verlor in der Nürnberger Innenverteidigung den Ball gegen den störenden Wamangituka, der FCN-Schlussmann Christian Mathenia keine Chance ließ.

Der VfB, der zunächst ohne die Ex-Nationalspieler Mario Gomez und Holger Badstuber angetreten war, kontrollierte anschließend die Begegnung. Im Anschluss an eine Ecke nahm Karazor die nächste Einladung der Gäste an und stocherte den Ball nach einer Ecke aus kürzester Distanz über die Linie.

Es blieb ein einseitiges Spiel. Die Nürnberger setzten kaum Nadelstiche und produzierten selbst schlimme individuelle Fehler. Die Gäste nutzten diese eiskalt.

1. FC Heidenheim - Hamburger SV 2:1 (0:0)

Drama bis zum Schluss: Der Hamburger SV hat sich im Aufstiegsrennen auf unglaubliche Weise wieder selbst ein Bein gestellt und muss sogar um die Relegation noch zittern. Der HSV verlor beim 1. FC Heidenheim durch zwei späte Gegentore 1:2 (0:0) und musste den Rivalen auf Platz drei vorbeiziehen lassen. Der direkte Aufstieg ist für die Hamburger somit nicht mehr möglich.

Joel Pohjanpalo brachte die Hamburger mit seinem Blitztor 20 Sekunden nach der Halbzeitpause verdient in Führung. Wie im Vorjahr die "Deppen von der Elbe" (Trainer Dieter Hecking) zu sein, wollte der HSV um jeden Preis verhindern. Allerdings gelang Heidenheim durch ein Eigentor von Jordan Beyer (80.) der Ausgleich, Konstantin Kerschbaumer setzte den K.o.-Schlag (90.+5.).

Der HSV machte Druck - erst recht nach der Kunde der frühen Führung für die Stuttgarter in Karlsruhe. Gideon Jung verlängerte einen Eckball per Kopf, der Ball prallte gegen den Pfosten. Martin Harnik und Beyer standen daneben, waren aber zu überrascht, um ihn ins Tor zu schieben (8.). Heidenheim ordnete sich nach 20 Minuten und kam besser ins Spiel. Allerdings blieb der HSV die bessere und auch gefährlichere Mannschaft. Heidenheim tat lange sehr wenig dafür, die Ansage seines Trainers Frank Schmidt ("Wir wollen unbedingt siegen") umzusetzen.

Pohjanpalos Treffer war für die überlegenen Gäste dennoch eine Erlösung. Der Finne ließ zwei schläfrige Gegenspieler stehen und tunnelte FCH-Torhüter Kevin Müller. Kurz darauf schien Heidenheim der Ausgleich geglückt zu sein, im Vorfeld aber gab es ein Handspiel. Erst Beyer traf dann doch noch - auf der falschen Seite. Das Drama nahm seinen Lauf. Zum Abschluss tritt der HSV am Sonntag beim SV Sandhausen an und muss einen Punkt auf den FCH aufholen, den ein kniffliges Spiel beim Zweitligameister Arminia Bielefeld erwartet.

FC Erzgebirge Aue - Hannover 96 2:1 (1:0)

Erzgebirge Aue hat sein letztes Heimspiel gewonnen und im vierten Aufeinandertreffen den ersten Sieg gegen Hannover 96 gefeiert. Die Mannschaft von Trainer Dirk Schuster setzte sich am 33. Spieltag 2:1 (1:0) durch, mit jetzt 44 Punkten liegt der FCE in der Tabelle knapp hinter den Niedersachsen (45).

Pascal Testroet (23.) und Clemens Fandrich (67.) trafen zum Sieg für die Gastgeber, die zuletzt zwei Niederlagen in Folge erlitten hatten. Marvin Ducksch (79.) erzielte das Tor für Hannover. Schon vor dem Spiel stand fest, dass beide Klubs nichts mehr mit dem Auf- oder Abstieg zu tun haben.

Aue kam der Führung Mitte der ersten Hälfte ganz nah, eine Hereingabe von Calogero Rizzuto rutschte ab und landete an der Latte (21.). Kurz darauf konterte Aue nach einem Ballverlust der Gäste, Florian Krüger bediente Testroet, der den Ball mühelos einschob. Im zweiten Durchgang traf auch Fandrich nach einem Konter und stellte die Weichen auf Sieg, 96-Stürmer Ducksch machte es noch einmal spannend.

VfL Bochum - SpVgg Greuther Fürth 2:2 (1:1)

Der VfL Bochum hat seine starke Serie auch im letzten Heimspiel der Saison fortgesetzt. Das Team von Coach Thomas Reis holte gegen die SpVgg Greuther Fürth nach Rückstand ein 2:2 (1:1) und blieb zum elften Mal in Folge unbesiegt. Robert Tesche (43.) und Jordi Osei-Tutu (52.) trafen zum zwischenzeitlichen 2:1 für den VfL, nachdem Branimir Hrgota die Gäste bereits in der 7. Minute in Führung gebracht hatte. Sebastian Ernst (79.) besorgte dann das 2:2. Dass der langjährige Erstligist Bochum trotz seiner Serie nichts mehr mit dem Aufstieg zu tun hat, hängt mit der mäßigen Hinrundenausbeute von 20 Punkten zusammen. Fürth bleibt im Jahr 2020 ohne Auswärtsniederlage.

Die Fürther begannen äußerst druckvoll und wurden schnell belohnt: Nach einem Doppelpass mit Daniel Keita-Ruel schloss Hrgota aus 18 Metern ab, für den Schweden war es das zehnte Saisontor. Kurz vor der Pause glich Tesche jedoch nach einem Eckball per Kopf aus, ehe Osei-Tutu sogar die Führung der Bochumer erzielte. Zum Sieg reichte es dennoch nicht.

Vor dem Spiel verabschiedete der VfL zehn Spieler, darunter Patrick Fabian, der nach 20 Jahren in Bochum seine Karriere beendet. "Patti wird mich zukünftig als Assistent der Geschäftsführung/Sport unterstützen", sagte Geschäftsführer Sebastian Schindzielorz.

Quelle: ntv.de, dbe/sid