Fußball

"Das tut natürlich brutal weh" Der HSV "versagt voll" beim Zweitliga-Debüt

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"Wir haben als Kollektiv voll versagt. Das darf uns nicht wieder passieren", sagt HSV-Kapitän Lewis Holtby.

(Foto: imago/Revierfoto)

Klatsche zum Debüt: Die Wiederaufstiegseuphorie beim Hamburger SV weicht nach den ersten 90 Zweitliga-Minuten der Klubgeschichte der totalen Ernüchterung. Nach dem "kollektiven Versagen" steht das gescholtene Team direkt wieder unter Druck.

Christian Titz saß auf seinem Stuhl und versuchte, den harten Aufprall des HSV in der Zweitliga-Realität zu erklären. Seine Mannschaft habe "zu viele Fehler gemacht", sagte Titz geknickt nach dem 0:3 (0:0) zum Saisonauftakt gegen Holstein Kiel und schickte einen verbalen Offenbarungseid hinterher. Die Kieler seien einfach "kerniger und griffiger in den Zweikämpfen" gewesen. Das erste Spiel der Vereinsgeschichte des einst großen HSV im Unterhaus sollte zum Beginn einer schönen Zweitliga-Party werden, es endete in einem kleinen Desaster.

Der Mitfavorit auf den Aufstieg fand nach gutem Auftakt keine Mittel gegen Kiel und bekam eine Ahnung davon, was für ein hartes Stück Arbeit das Rennen um die Rückkehr auf die große Fußball-Bühne wird. "Jetzt weiß jeder Bescheid", sagte Titz. Dabei hatten 57.000 Zuschauer im seit Wochen ausverkauften Volksparkstadion für eine erstklassige Atmosphäre gesorgt, der HSV begann auch ordentlich - vergab aber beste Möglichkeiten. Und wurde dann nervöser und nervöser. Kiel entpuppte sich in Person von Jonas Meffert (56.), David Kinsombi (78.) und Mathias Honsak (90.+3) als Partycrasher. 0:3 im ersten Zweitliga-Spiel des Klubs: Was für eine Abreibung für den HSV.

"Fehler schleunigst abstellen"

"Das tut jetzt natürlich brutal weh, zumal wir vorher ein gutes Gefühl hatten", sagte der neue Sportchef Ralf Becker, der in der Vorsaison noch in Kiel Manager war: "Wir müssen das Spiel analysieren, unsere Lehren daraus ziehen und schauen, dass wir es nächste Woche besser machen." Dann reist der HSV nach Sandhausen. Doch selbst in dieser 15.000-Seelen-Gemeinde dürfte es für den HSV in der Verfassung von Freitagabend schwierig werden. "Wir haben als Kollektiv voll versagt. Das darf uns nicht wieder passieren", sagte Lewis Holtby und forderte: "Wir müssen unsere Fehler schleunigst abstellen" und dann in Sandhausen "vernünftigen Fußball auf das Parkett zimmern".

Die Fehler gegen Kiel lagen neben dem Mangel an Killerinstinkt vor allem im Abwehrverhalten. Besonders Neuzugang David Bates leistete sich im Abwehrzentrum einige Aussetzer und machte deutlich, warum Becker nach den schweren Verletzungen von Gideon Jung und Kyriakos Papadopoulos noch mindestens einen Innenverteidiger sucht. Und so geht das Leiden des HSV auch in der 2. Liga weiter. Gedemütigt verließen die Hamburger das Volksparkstadion, und nun hoffen sie, dass der Albtraum-Start nur eine Art Betriebsunfall war. Angreifer Khaled Narey jedenfalls glaubt fest daran, dass "wir nächste Woche ein anderes Gesicht zeigen werden". Sonst könnte die Stimmung in Hamburg ganz schnell wieder ziemlich ungemütlich werden.

Quelle: ntv.de, Kristof Stühm, sid