Fußball

FC Bayern belohnt Choupo-Moting Der überraschend starke Mann hinter "Lewy"

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Yes!

(Foto: dpa)

Kurz bevor sich das Transferfenster der vergangenen Saison geschlossen hatte, packte der FC Bayern Eric Maxim Choupo-Moting aus. Der Stürmer sollte da sein, wenn Robert Lewandowski mal nicht spielen konnte. Und weil er das prima machte, darf er nun bleiben.

Für Fiete Arp ist es keine gute Nachricht. Für Joshua Zirkzee ebenfalls nicht. Nun ist nicht klar, ob die beiden Talente im Karrierestau sich tatsächlich Hoffnungen darauf gemacht hatten, in der kommenden Saison zum ersten Vertreter von Tor-Legende Robert Lewandowski aufzusteigen. Endgültig ernüchtert wurde jedes kleine Fitzelchen Optimismus auf einen Aufstieg im Stürmer-Ranking des FC Bayern am Freitagnachmittag. Denn am Freitagnachmittag verlängerte der Rekordmeister aus München den Vertrag mit Eric Maxim Choupo-Moting. Und das für gleich zwei Jahre. #Choupo2023 twitterte der Klub und packte eine Party-Collage als Bild dazu.

Tatsächlich muss sich die vergangene Saison für den 32-Jährigen ja angefühlt haben wie eine Party. Auch wenn es am Ende nur einen großen Titel gab, die Meisterschaft. Den Weltpokal, nun ja, den nimmt man mal mit. Was man hat, das hat man. Nachklingende Heldengeschichten werden in diesem Wettbewerb eher nicht geschrieben. Das Party-Gefühl stellte sich bei dem technisch starken Stürmer vielmehr durch seine überraschend vielen Einsätze in der Rückrunde ein. In der Liga kam er mit Ausnahme der Spieltage 32 (angeschlagen) und 33 (nicht eingewechselt, wegen Lewandowskis Rekordjagd) immer nur Einsatz. In einem recht regen Wechsel aus Startelf- und Jokerspielen.

Und wenn er gebraucht wurde, wenn er nicht erst kam, wenn die Spiele entschieden waren, dann lieferte er. An ihm lag es sicher nicht, dass die Münchner auf bizarre Weise im Viertelfinale der Champions League gegen Paris St. Germain, Choupo-Motings Ex-Klub, ausschieden. Sowohl im Hinspiel (bei der 2:3-Pleite daheim), als auch im Rückspiel (beim 1:0-Erfolg) erzielte er jeweils einen Treffer. Und bereitete Chancen vor, unter anderem eine von David Alaba, der in München kurz vor Schluss das mögliche 3:3 hauchzart vergab. Man kann nun die Diskussion starten: Was wäre eigentlich gewesen, wenn Lewandowski fit gewesen wäre, wenn er in beiden Duellen hätte spielen können. Vielleicht hätte er noch ein, zwei Tore mehr geschossen als sein Vertreter. Ja, vielleicht. Aber bringt das jemanden weiter? Eher nicht. Außerdem geht's auch um Choupo-Moting. In dessen Leistungsbilanz standen in der abgelaufenen Saison erstaunliche 32 Pflichtspiele, starke neuen Tore und eine Vorlage, gut, das geht sicher noch ein bisschen besser.

Auch gut für die Kabine

Dass der FC Bayern diesen Mann nun bindet und das für gleich zwei weitere Jahre, überrascht mutmaßlich niemanden. Denn Choupo-Moting akzeptiert die Rolle als erster Vertreter von Lewandowski absolut klaglos. Wenn er spielt, super. Wenn nicht, dann weiß er eben warum. Dann weiß er eben, dass dieser Lewandowski in einer Form ist, die ihn zum besten Fußballer der Welt macht. Und an dem kommt man dann eben nicht vorbei. Die Verlängerung seines Vertrags wurde, wie üblich, mit flammenden Worten der Zuneigung dekoriert. "Wir sind glücklich, dass Maxim für zwei weitere Jahre bei uns bleibt", sagte Sportvorstand Hasan Salihamidzic. "Er ist für uns ein sehr wichtiger Spieler, hat vergangene Saison starke Leistungen gebracht und viele Tore erzielt. Maxim ist auf mehreren Positionen einsetzbar, hat eine sehr gute Technik, viel Erfahrung und ist torgefährlich." Ein Coup.

Tatsächlich ist er auch der einzige Spieler aus dem Last-Minute-Shopping-Rausch des Sportvorstands, der beim FC Bayern überzeugen konnte. Außenstürmer Douglas Costa war eine einzige Enttäuschung. Ebenso wie Bouna Sarr, der als Alternative für die rechte Abwehrseite geholt worden war. Bei Marc Roca fällt das Urteil dagegen ein wenig milder aus. Denn wenn er spielte, deutete er zumindest an, dass er mithalten kann. Bei Choupo-Moting steht übrigens noch etwas anderes, etwas Wichtiges im Zeugnis: Er gilt als wichtiger Mann für die Kabine. Schon im komplizierten Pariser Starensemble mit diesen Riesen-Egos um den brasilianischen Superstar Neymar und Frankreichs Phänomen Kylian Mbappé war er äußert beliebt und gut für die Stimmung. Aber nicht falsch verstehen: Er ist auch ein sehr guter Fußball und vermutlich nicht übertrieben teuer. Was sie in München nach den schmerzhaften und frustrierenden Piranha-Verhandlungen mit David Alaba und den anstehenden Piranha-Verhandlungen unter anderem mit Kingsley Coman gerne mitnehmen.

In all der Begeisterung um #Choupo2023 bleibt eine Sache offen: Wie plant eigentlich der neue Trainer Julian Nagelsmann mit dem Stürmer? Genauso wie Hansi Flick, der ja ein ausgewachsenes Faible für den 32-Jährige hatte? Oder hat der Mann, der von RB Leipzig kommt, andere Pläne? Er mag ja eigentlich lieber mit Talenten arbeiten. Vielleicht ist das noch die beste Nachricht an diesem Freitagnachmittag für Arp und Zirkzee.

Quelle: ntv.de

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